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Sonde Mars Express: neue Erkenntnisse über Geologie des Planeten und mögliches Leben

Die Raumsonde Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat neue Daten geliefert, die es den Forschern ermöglichen, die geologische Geschichte des Planeten in drei Phasen einzuteilen. Das Messinstrument OMEGA hat auf dem Mars Spuren entdeckt, die darauf hindeu...

Die Raumsonde Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat neue Daten geliefert, die es den Forschern ermöglichen, die geologische Geschichte des Planeten in drei Phasen einzuteilen. Das Messinstrument OMEGA hat auf dem Mars Spuren entdeckt, die darauf hindeuten, dass es auf dem Planeten in der Vergangenheit - vor rund vier Milliarden Jahren - Wasser gegeben hat, dieses jedoch innerhalb eines Zeitraums von einer halben Milliarde Jahren wieder verschwand. Die Raumsonde Mars Express fand Phyllosilikate (Lehm), die durch das Einwirken von Wasser entstehen und zu den ältesten Gesteinen auf dem Roten Planeten gehören. In zwei aufeinander folgenden Phasen entstanden in einer sauren Umgebung zunächst Sulfate. In der letzten Phase, die bis heute anhält, bildeten sich schließlich trockene Eisenoxide und es kam zu Verwitterungsprozessen. In dieser letzten Phase erhielt der Planet seine rote Farbe. Die in der letzten Ausgabe der Fachzeitschrift Science veröffentlichten Ergebnisse beruhen auf der Zusammenarbeit zwischen Forschern von 21 verschiedenen Institutionen aus Frankreich, Italien, Deutschland, Russland und den USA. Die Sonde hatte auf der Oberfläche des Planeten bereits Anzeichen entdeckt, die auf Wassererosion hindeuten. Im Bericht wurde jedoch die Frage aufgeworfen: "Waren diese wasserbedingten Prozesse auf der Marsoberfläche nur vorübergehender oder anhaltender Natur? Letzteres ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Entstehung von Bedingungen, die auf einem Planeten nachhaltig Leben ermöglichen." Auf seiner Umlaufbahn, die der Länge eines Marsjahres entspricht, hat das Messinstrument OMEGA 90 Prozent der Oberfläche des Planeten kartiert. In dieser Zeit konnte die Sonde Kontakt mit dem Mars Rover aufnehmen, der bestimmte Gebiete in der Region Terra Meridiani erkundete. Der Mars Rover entnahm in von OMEGA kartierten Gegenden Proben, die Sulfate enthielten, welche durch Einwirkung von Wasser entstanden sind. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, kurz nach der Entstehung des Planeten, begann die früheste geologische Phase, die als "phyllosian era" bezeichnet wird und vor 4,2 Milliarden Jahren endete. Die Forscher nehmen an, dass auf dem Mars zu jener Zeit ein warmes und feuchtes Klima geherrscht hat, wodurch sich Lehmablagerungen bildeten, die von der Sonde Mars Express aufgezeichnet worden sind. In dieser Phase könnten theoretisch Formen primitiven Lebens entstanden sein. In der zweiten Phase, der "theiikian era", die den Zeitraum vor 4,2 bis 3,8 Milliarden Jahren umfasst, herrschte ein trockenes Klima, da die hohe Vulkanaktivität einen Klimawandel ausgelöst hatte. Die durch Vulkanausbrüche freigesetzten Sulfate reagierten wahrscheinlich mit dem in der Atmosphäre verbliebenen Wasser, sodass hochgradig saurer Regen auf die Marsoberfläche fiel und dort mit dem Gestein reagierte. Diese Phase war demnach durch Sulfate geprägt. Die letzte Phase, die "siderikian era", begann vor etwa 3,5 bis 3,8 Milliarden Jahren und dauert bis heute an, sodass es bei weitem die längste geologische Periode ist. Diese Phase interessiert die Geologen am wenigsten, da sie von sich über lange Zeiträume erstreckenden Verwitterungsprozessen geprägt ist. Professor Jean-Pierre Bibring vom Institut d'Astrophysique Spatiale (IAS) in Orsay, Frankreich, leitete die Forschungen. Er räumt ein, dass es für die Lehmablagerungen möglicherweise eine andere - weniger aufregende - Erklärung gibt. "Sowohl hydrothermale Aktivität unter der Marsoberfläche als auch der Einschlag von Wasser enthaltenden Asteroiden und selbst ein natürliches Abkühlen des Planeten könnten als Ursachen für die Lehmentstehung unter der Marsoberfläche in Frage kommen. Wenn dies der Fall ist, dann könnten schon immer kalte und trockene Bedingungen auf der Marsoberfläche geherrscht haben." Die Chancen für die Entstehung von Leben auf dem Mars wären folglich sehr viel geringer. "Wenn sich lebende Organismen gebildet haben, dann wäre das lehmige Material der Ort für diese biochemische Entwicklung gewesen. Für zukünftige Forschungen wären die Lehmablagerungen ein interessantes Objekt, da sich die meisten Spuren von biologischen Molekülen aufgrund der kalten Umgebungsbedingungen auf dem Mars bis zum heutigen Tage erhalten haben könnten", erklärt Professor Bribing. Die von Forschern, Romantikern und David Bowie gestellte Frage "Gibt es Leben auf dem Mars?" bleibt - vorerst - leider unbeantwortet.

Länder

Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Vereinigte Staaten

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