Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Potocnik: Aho-Vorschläge von zentraler Bedeutung für "künftige Fitness" der europäischen Wissenswirtschaft

Der Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik hat erneut einen integrierteren und kohärenteren Ansatz für die Forschungs- und Innovationspolitik in Europa gefordert, wie im Aho-Bericht hervorgehoben. Dabei wies er darauf hin, dass Europa aufgrund der Zersplitteru...

Der Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik hat erneut einen integrierteren und kohärenteren Ansatz für die Forschungs- und Innovationspolitik in Europa gefordert, wie im Aho-Bericht hervorgehoben. Dabei wies er darauf hin, dass Europa aufgrund der Zersplitterung und Doppelarbeit einen sehr hohen Preis zahle. Damit die europäische Wissenswirtschaft "fit für die Zukunft" wird, müssen Potocnik zufolge die Empfehlungen des Aho-Berichts so schnell wie möglich umgesetzt werden. In dem im Januar 2006 veröffentlichten Bericht wird eine Strategie zur Schaffung eines "innovativen Europas" dargelegt. Dieses Ziel erfordert einen Markt für innovative Waren und Dienstleistungen, den gezielten Einsatz von Ressourcen, neue Finanzstrukturen sowie die Mobilität von Menschen, Finanzmitteln und Organisationen. Zusammengenommen bedeuten diese Faktoren einen Paradigmenwechsel, der weit über den relativ begrenzten Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) und der Innovationspolitik hinausgeht, heißt es in dem Bericht. Ein zentraler Punkt dieser Strategie ist die Unterzeichnung eines Pakts für Forschung und Innovation durch die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, was dem Bericht zufolge dazu beitragen würde, die Agenda für den Sektor voranzutreiben. In seiner Rede im Centre for European Reform am 25. April in London hob der Kommissar eine der wichtigsten Empfehlungen des Berichts besonders hervor: die Schaffung führender Märkte für technologieintensive Waren und Dienstleistungen. Dieser Bereich birgt nach Auffassung des Kommissars ein enormes Potenzial: "Wenn es uns gelingt, [...] die Marktnachfrage nach neuen Technologien, die wirtschaftliche Chancen aufweisen und Bedürfnisse der Gesellschaft erfüllen, anzukurbeln, können wir das Dreiprozentziel durchaus erreichen. Man müsste schon blind sein, um dieses enorme Potenzial, das sich aus einer guten Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ergibt, nicht zu sehen", bemerkte der Kommissar. Zur Schaffung günstiger Bedingungen für derartige Märkte werden in dem Bericht folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Harmonisierung der Rechtsvorschriften, ehrgeizige Nutzung von Normen, Förderung der Nachfrage durch das öffentliche Beschaffungswesen, Schaffung eines wettbewerbsfähigen Systems für geistige Eigentumsrechte und Förderung einer Innovationskultur. Der Schlüssel für die Realisierung solcher neuer Märkte sind dem Kommissar zufolge die verschiedenen europäischen Technologieplattformen, die Beteiligte unter der Leitung der Industrie zusammenbringen, um mittel- bis langfristige Ziele für Forschung und technologische Entwicklung zu definieren und Maßstäbe zum Erreichen dieser Ziele festzulegen. "Sie dienen der Koordinierung von öffentlichen und privaten Forschungsinvestitionen auf nationaler und europäischer Ebene. Aber es wäre sehr natürlich, wenn sie auch einen proaktiven Ansatz zur Normung und Regulierung verfolgen würden", sagte der Kommissar und fügte hinzu, dass relevante Technologieplattformen zusammen mit nationalen Behörden zur Entwicklung von "europäischen Agenden für führende Märkte" beitragen könnten. Weitere Diskussionen in Bezug auf die Rolle und den potenziellen Beitrag dieser Plattformen zum Erreichen von künftigem Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in Europa werden im Rahmen einer vom österreichischen EU-Ratsvorsitz am 4. und 5. Mai in Wien organisierten Konferenz zu europäischen Technologieplattformen (ETP) erfolgen.