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Kommission stellt Aktionsplan vor, um dem Rückgang der biologischen Vielfalt Einhalt zu gebieten

Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung angenommen, in der sie einen Aktionsplan zur Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt bis 2010 vorstellt. Die Mitteilung beschreibt konkrete Maßnahmen zu vier verschiedenen Themenbereichen, darunter die "Wissensgrundlage"...

Die Europäische Kommission hat eine Mitteilung angenommen, in der sie einen Aktionsplan zur Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt bis 2010 vorstellt. Die Mitteilung beschreibt konkrete Maßnahmen zu vier verschiedenen Themenbereichen, darunter die "Wissensgrundlage", und nennt die jeweiligen Zuständigkeiten der EU-Institutionen und der Mitgliedstaaten. In dem Dokument wird erklärt, wie der verbesserte Lebensstandard der Menschheit zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt geführt hat. "Dieser Verlust der biologischen Vielfalt bei Ökosystemen, Arten und Genen ist besorgniserregend, nicht nur aufgrund der immensen Bedeutung der Natur an sich, sondern auch, weil er die 'Ökosystemleistungen', die natürliche Systeme bieten, gefährdet", heißt es in der Einleitung der Mitteilung. Zu diesen "Leistungen" zählen die Erzeugung von Nahrungsmitteln, Brennstoffen, Fasern und Medikamenten, die Regulierung von Wasser, Luft und Klima sowie die Erhaltung der Fruchtbarkeit der Böden. Die EU hat sich verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt zu bremsen, und EU-weit sind politische Maßnahmen eingeleitet worden. Diese haben sich bereits teilweise ausgezahlt. Laut Kommission sind erste Anzeichen einer Verlangsamung des Verlusts der biologischen Vielfalt zu beobachten. "Allerdings ist ein Großteil der biologischen Vielfalt in der EU noch immer stark dezimiert und geht weiter zurück. Wir können das Ziel, das wir uns für 2010 gesteckt haben, noch immer erreichen, dazu ist jedoch ein schnelleres Handeln sowohl der Gemeinschaft als auch der einzelnen Mitgliedstaaten erforderlich", so die Kommission. Zu diesem Zweck hat die Kommission diese neue Mitteilung ausgearbeitet, in der sie die folgenden vier zentralen Politikbereiche vorstellt: die biologische Vielfalt in der EU, die EU und die weltweite biologische Vielfalt, biologische Vielfalt und Klimawandel sowie die Wissensgrundlage. "Das Verständnis der biologischen Vielfalt ist eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht", heißt es in dem Dokument. "Um die politischen Maßnahmen künftig exakter den Notwendigkeiten anpassen zu können, müssen wir unser Verständnis der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen unbedingt stärken", heißt es weiter. Nach Ansicht der Kommission sollte der Europäische Forschungsraum (EFR) folglich im Rahmen des Siebten Rahmenprogramms (RP7) und der nationalen Forschungsprogramme gestärkt werden. Dazu sollten die internationale Dimension des EFR, die Forschungsinfrastrukturen, die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik sowie die Interoperabilität von Daten zur biologischen Vielfalt konsolidiert werden. Sofern die Finanzierung aus bestehenden finanziellen Ressourcen möglich sein sollte, wird die Kommission laut Mitteilung "einen EU-Mechanismus zur unabhängigen, verbindlichen, forschungsbasierten Beratung bezüglich Umsetzung und Weiterentwicklung politischer Strategien" einrichten. Zusätzlich sollte die EU Mittel und Wege erschließen und unterstützen, um unabhängige wissenschaftliche Beratung bezüglich globaler Politikgestaltung zu stärken, empfiehlt die Kommission. Weitere Zielsetzungen sind: bessere Abstimmung der regionalen Entwicklung auf die Natur, Verringerung der Auswirkungen invasiver, gebietsfremder Arten, Verringerung der negativen Auswirkungen des internationalen Handels und Maßnahmen der Landschaftspflege und für die Meeresumwelt. "Ausgestorbene Pflanzen und Tiere sind ein unwiederbringlicher Verlust für die Menschheit", gab EU-Umweltkommissar Stavros Dimas zu bedenken. "Wir müssen in die Erhaltung der Vielfalt des Lebens und die Erhaltung der Gesundheit der Ökosysteme investieren, die die Grundlage für unseren Wohlstand und unser Wohlergehen sind. Wir wissen, was getan werden muss. Die Mitteilung [...] wird dazu beitragen, alle Akteure und Ressourcen zusammenzuführen, damit wir unsere Verpflichtungen erfüllen können."