Potocnik betont Möglichkeiten für KMU im RP7
Das Siebte Rahmenprogramm (RP7) wird kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stärker einbinden als die bisherigen Rahmenprogramme, versicherte der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik am 23. Mai in Kortrijk, Belgien, auf einer Konferenz zum Thema Beteiligung der KMU am Rahmenprogramm. Die rund 25 Millionen KMU beschäftigen an die zwei Drittel der Arbeitnehmer und erwirtschaften nahezu zwei Drittel des BIP und spielen daher in der europäischen Wirtschaft eine wesentliche Rolle. "Es überrascht daher nicht, dass KMU ein wesentlicher Bestandteil der Forschungs- und Innovationspolitiken sind. KMU haben es oft leichter, neue und in der Entwicklung befindliche Forschungsmöglichkeiten zu nutzen, die aktuelle soziale, ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen angehen", so Potocnik. Ziel des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) war die Schaffung eines KMU-begünstigenden Umfeldes, doch die Zahlen zeigen, dass lediglich 22 Prozent der KMU-Vorschläge von "sehr guter Qualität" Finanzierungsmittel erhielten, während 50 Prozent der Gesamtprojekte von "sehr guter Qualität" finanziert wurden. Potocnik sagte, dass das Ziel des RP7 zwar die Aufhebung dieses Ungleichgewichts sei, er aber Vorschläge zur Einführung einer Quotenregelung zur KMU-Beteiligung ablehne. "Dies zöge alle möglichen, unnötigen bürokratischen Prozesse nach sich, ohne den besten KMU, deren Beteiligung an den Programmen wir anstreben, einen wirklichen Vorteil zu verschaffen." "Wir werden KMU auf andere Art und Weise unterstützen, indem wir zunächst einmal eine klare Einteilung der verschiedenen Arten von KMU vornehmen, ihre speziellen Bedürfnisse eruieren und herausfinden, inwiefern sie zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen können", erklärte Potocnik. Unter anderem wurde vorgeschlagen, zur Steigerung der Teilnahme von KMU am RP7 die Teilnahmeregeln, die Verfahren und die Verwaltung für Bewerber einfacher zu gestalten. Der Kommissar erwähnte das im RP6 gültige Prinzip der gemeinsamen finanziellen Verantwortung, das seiner Ansicht nach für KMU, insbesondere bei gemeinsamer Forschung, ein Problem darstellt. "Von KMU werden häufig kostspielige Bankbürgschaften verlangt. Wir schlagen vor, im neuen Rahmenprogramm die gemeinsame finanzielle Verantwortung abzuschaffen und sie durch einen Garantiefonds zur Abdeckung der finanziellen Risiken säumiger Projektteilnehmer zu ersetzen." Eine andere vorgeschlagene Maßnahme betrifft die Senkung der finanziellen Belastung, der sich KMU durch die Teilnahme an Projekten gegenübersehen. Gegenwärtig unterstützt die EU Teilnehmer aus der Industrie mit 50 Prozent der Gesamtkosten des Projekts. Vorschläge für das RP7 sehen vor, diese Unterstützung für Projekte, an denen KMU beteiligt sind, auf 70 Prozent anzuheben. "Meine Überzeugung ist nach wie vor: Wenn wir kleineren Akteuren das Leben erleichtern können, dann erleichtern wir damit auch das Leben aller anderen", erklärte Potocnik. Der Kommissar merkte an, die erfolgreiche Beteiligung von KMU am RP7 hänge auch von der Organisation nationaler und regionaler Verwaltungen ab und wie diese ihre KMU bei der Teilnahme unterstützen. Er betonte die Notwendigkeit eines effizienten Netzwerks aus Nationalen Kontaktstellen und zusätzlicher Programme zur Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit von KMU außerhalb des RP7. Ein Beispiel hierfür ist die EUROSTARS-Initiative von EUREKA, ein zwischenstaatliches Netzwerk für marktorientierte, industrielle F&E, das nationale Ressourcen koordiniert und bündelt, um grenzüberschreitende F&E-Projekte mit mehreren Partnern zu unterstützen, die von F&E-KMU initiiert und geleitet werden. 21 EUREKA-Länder haben sich zur Teilnahme an dem Programm bereiterklärt, und weitere 12 haben ihr Interesse an einer möglichen Teilnahme geäußert. Der Kommissar bemerkte abschließend, in den Vorschlägen zum RP7 der Kommission werde eine Unterstützung derart "viel versprechender" Initiativen in Erwägung gezogen.