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Barroso fordert verstärkten Kampf gegen HIV/AIDS

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat Privatunternehmen aufgefordert, mehr gegen HIV/AIDS zu tun, insbesondere in Osteuropa, einer der Regionen mit der höchsten Infektionsrate weltweit, und in Afrika, wo die meisten HIV/AIDS-Fälle verzeichnet werd...

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat Privatunternehmen aufgefordert, mehr gegen HIV/AIDS zu tun, insbesondere in Osteuropa, einer der Regionen mit der höchsten Infektionsrate weltweit, und in Afrika, wo die meisten HIV/AIDS-Fälle verzeichnet werden. Barroso sprach im Rahmen der Global Business Coalition on HIV/AIDS am 22. Mai in London. Bei der Veranstaltung, bei der Unternehmen ausgezeichnet wurden, die einen bedeutenden Beitrag im Kampf gegen HIV/AIDS geleistet haben, waren neben dem Kommissionspräsidenten noch weitere prominente Persönlichkeiten anwesend, so die britische Außenministerin Margaret Beckett und Sir Elton John. Barroso verglich den Kampf gegen HIV/AIDS mit einem Glas Wasser: Ist das Glas halb voll oder halb leer? Gewinnen wir den Kampf oder verlieren wir ihn? Barroso zufolge ist das Glas halb voll, das heißt, der Kampf kann gewonnen werden, aber dies erfordert noch mehr Einsatz. Zum Kampf gehört auch die Suche nach Medikamenten und Impfstoffen. Barroso skizzierte, wie die Europäische Kommission Forschung in beiden Bereichen und - wichtiger noch - Methoden zur Vorbeugung vor Infektionen unterstützt. "Die europäische Pharma-Industrie hat enorme Ressourcen in mehr und bessere Medikamente investiert. Aber auch die Forschung zu Vorbeugungstechnologien sollte verstärkt werden. Die Kommission ist bereit, industriegeführte Forschung zu AIDS-Impfstoffen und Mikrobiziden zu unterstützen. Die Pharma-Unternehmen müssen die Führung übernehmen, wenn diese Forschung Früchte tragen soll, und die Kommission hat bereits Partnerschaften mit der Alliance for Microbicide Development, dem Global HIV Vaccine Enterprise und auch der Global Business Coalition selbst initiiert", sagte Barroso. Barroso würdigte auch den Global Fund to Fight AIDS, TB and Malaria, der jetzt seit fünf Jahren besteht. "Der Erfolg des Fonds bedeutet, dass sein Finanzbedarf steigt. Aber öffentliche Geber alleine können diesen Bedarf nicht decken. Zusätzliche Finanzierung muss in erster Linie aus neuen Quellen kommen, auch von privaten Gebern. Deshalb ist verstärkte Unterstützung von Ihnen, dem privaten Sektor, unerlässlich", sagte er. Barroso lobte die aktuelle Red-Kampagne, die von American Express koordiniert wird, und über die Gelder in den Global Fund fließen. Dies brachte ihn zum Thema Hilfe und Handel. Obwohl beide steigen und die EU beide Steigerungen anführt, "können und müssen wir mehr tun. Wir müssen unsere Versprechen halten. Ich möchte einen Bereich herausheben: Handel. Die Körpersprache um die derzeitige Doha-Runde bereitet mir Sorgen. Manche sagen, die Entwicklungsländer sollten lieber auf etwas besseres in der Zukunft warten. Das halte ich für völlig verkehrt", erklärte Barroso. Der Präsident berichtete, wie es die EU-Gesetzgebung ermöglicht hat, dass afrikanische Länder praktisch zum Selbstkostenpreis antiretrovirale Medikamente erhalten. Die Wirkung dieses Gesetzes - "und des verstärkten Wettbewerbs - war dramatisch. 1999 kostete eine komplette antivirale Behandlung eines HIV-infizierten Arbeiters 10.000 USD [7.800 Euro] pro Jahr. Heute kostet sie nur noch 200 USD [156 Euro] pro Jahr. Dank der Preissenkungen werden heute 1,3 Millionen Patienten in Ländern mit mittleren und geringen Einkommen behandelt, im Vergleich zu 400.000 vor drei Jahren", rechnete Barroso vor. Da das Programm so erfolgreich war, forderte Barroso die großen Pharma-Unternehmen und -Exporteure auf, grundsätzlich eine Preisstaffelung einzuführen. "In unserer heutigen vernetzen Welt können wir nicht länger ignorieren, dass AIDS bereits 25 Millionen Menschen getötet hat. Die Krankheit geht uns alle an, und jedes Unternehmen muss mit Verantwortung tragen", sagte der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Richard Holbrooke. "Die Unternehmen, die wir heute Abend ehren, machen einen Unterschied. Ihre innovativen Ideen sind Beweis, dass die Wirtschaft eine wertvolle Rolle im Kampf gegen AIDS spielt." Die Preisträger der sechs Kategorien sind: - Unilever Tea Kenya für sein Engagement für Null-Toleranz für Stigmatisierung und Diskriminierung am Arbeitsplatz, - die National Basketball Association für ihre lokalen Aktionen im Rahmen des "Basketball without Borders"-Programms, - L'Oréal für sein Programm, das Friseure weltweit darin schult, Safer Sex-Tipps an die Kunden weiterzugeben, - Merck & Co., Inc. in Botswana für seine African Comprehensive HIV/AIDS Partnerships (ACHAP), in deren Rahmen 52.000 Menschen mit Ko-Finanzierung durch die Regierung von Botswana und die Gates Foundation behandelt werden, - Xstrata Coal für seine Bemühungen, in Südafrika die Stigmatisierung von AIDS/HIV-Tests zu beseitigen, - American Express für die RED-Kampagne, durch die ein Prozent aller Ausgaben, die mit einer RED-Karte getätigt werden, an den Global Fund gehen.

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