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Kommission präsentiert weitere Einzelheiten zum ETI-Vorschlag

Nach einer umfassenden Konsultation mit allen Stakeholdern und Mitgliedstaaten hat die Europäische Kommission jetzt eine Mitteilung veröffentlicht, in der weitere Einzelheiten des geplanten Europäischen Technologieinstituts (ETI) vorgestellt werden. Das zuerst im Jahr 2005 v...

Nach einer umfassenden Konsultation mit allen Stakeholdern und Mitgliedstaaten hat die Europäische Kommission jetzt eine Mitteilung veröffentlicht, in der weitere Einzelheiten des geplanten Europäischen Technologieinstituts (ETI) vorgestellt werden. Das zuerst im Jahr 2005 vorgeschlagene ETI wurde als Flaggschiff für die Förderung der Spitzenqualität in Ausbildung, Forschung und Innovation im EU-Hochschulbereich konzipiert. Der Europäische Rat hat bei seinem Treffen im März 2006 die Kommission aufgefordert, einen detaillierten Plan vorzulegen. Die ersten Vorschläge für das ETI waren von Universitäten kritisiert worden, und die jüngste Mitteilung greift viele der Kommentare auf, die im Rahmen der Konsultation abgegeben wurden, und erläutert die Struktur und Funktionsweise des Instituts. Im Zentrum des Konzepts steht der Verwaltungsrat des ETI. Der Verwaltungsrat, der von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft gebildet wird, ermittelt die strategischen wissenschaftlichen Herausforderungen in interdisziplinären Bereichen und wählt im Wettbewerb so genannte Wissensgemeinschaften aus, die diese Herausforderungen bearbeiten. Diese Wissensgemeinschaften sind integrierte Partnerschaften, die aus Teams bestehen, die von Universitäten, Forschungsorganisationen und der Wirtschaft gebildet werden. Ihr Ziel ist es, eine mittel- bis langfristige (10-15 Jahre) Agenda für Ausbildung, Forschung und Innovation zu erstellen. Sie können ihre Organisationsstruktur selbst bestimmen, um so den beteiligten Forschern maximale Flexibilität zu gewährleisten. Die teilnehmenden Partner, so die Kommission, werden von der erhöhten Sichtbarkeit, den erweiterten Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, den stärkeren finanziellen Anreizen und den verringerten Kosten für Risikoübernahme profitieren. Kommissionspräsident José Manuel Barroso meinte zu der neuen Mitteilung: "Das ETI ist Teil der Strategie der Kommission, ein florierendes und dynamisches Umfeld für Bildung, Forschung und Innovation zu schaffen. Wir brauchen eine enge Verknüpfung zwischen diesen drei Bereichen des Wissensdreiecks." In der Mitteilung selbst wird die Bedeutung des Wissensdreiecks unterstrichen: "Das ETI sollte nicht einfach nur ein neuer Akteur für Ausbildung, Forschung und Innovation sein, sondern ein Referenzmodell für das Wissensdreieck auf europäischer Ebene." Die League of European Research Universities (LERU), die das ETI-Konzept in der Vergangenheit stark kritisiert hat, begrüßte die Tatsache, dass die Kommission im Konsultationsprozess den Stakeholdern offensichtlich zugehört und von ihnen gelernt hat. So erlaube die jüngste Mitteilung weit größere Flexibilität in den Arbeitsmodi der Wissensgemeinschaften. Dennoch steht die LERU nach wir vor skeptisch dem Plan gegenüber, dass das ETI eigene akademische Grade verleihen kann. Darüber hinaus befürchtet die LERU weiterhin, dass der europäische Forschungsrat (EFR) Fördermittel an das ETI verlieren wird. In den nächsten Monaten wird die Kommission ihre Konsultation zu Fragen wie den finanziellen Auswirkungen des Projekts weiterführen. So heißt es in der Mitteilung explizit, sie biete "keine endgültigen Lösungen" an. Eine Folgeabschätzung des ETI wird im Herbst erwartet, danach wird ein formeller Vorschlag erstellt, der auch Themen wie den Sitz des Verwaltungsrats und das Budget des Instituts umfasst. Man hofft, dass das Rechtsinstrument für die Einrichtung des ETI bis 2008 vorliegt. Der Verwaltungsrat wird dann im Frühjahr 2009 ernannt. Das bedeutet, dass die ersten Wissensgemeinschaften rechtzeitig für das akademische Jahr 2009-2010 ermittelt und gebildet werden können.

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