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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Herausragende IST-Projekte auf Messe in Asien vorgestellt

Einige der innovativsten und viel versprechendsten europäischen Projekte im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wurden in der Woche vom 20. bis 23. Juni auf einer Messe in Singapur, zu der rund 47.000 Besucher kamen, präsentiert. Die präsentierten EU-Proj...

Einige der innovativsten und viel versprechendsten europäischen Projekte im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wurden in der Woche vom 20. bis 23. Juni auf einer Messe in Singapur, zu der rund 47.000 Besucher kamen, präsentiert. Die präsentierten EU-Projekte stellten europäische Kompetenzen in den Bereichen E-Gesundheit, elektronische Behördendienste, audiovisuelle Technik, E-Sicherheit und Telekommunikation vor. Dies war das erste Jahr, in dem der europäische IKT-Pavillon auf der Messe "CommunicAsia" vertreten war. Insgesamt finden in derselben Woche 15 IKT-Konferenzen in Singapur statt. Eines der Projekte, dem große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, war MYHEART. Mit einem Budget von 35 Millionen EUR ist MYHEART eines der größten Projekte unter dem Bereich Technologien der Informationsgesellschaft (IST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU. CORDIS-Nachrichten sprach mit dem Projektkoordinator Jörg Habetha von Philips Research Laboratories, der erklärte, dass das Gesamtkonzept von MYHEART darin bestehe, lebenswichtige Körperfunktionen durch Sensoren am Körper zu überwachen, die größtenteils in Textilien eingearbeitet seien. Das aus 33 Partnern bestehende Team entwickelt außerdem Systeme, die in die Kleidung integriert werden und Informationen entweder zu einem Telefon des Patienten oder der Pflegeeinrichtung schicken können. Die Benachrichtigungen sind nicht auf die Warnung beschränkt, dass der Zustand eines Patienten kritisch ist, sondern senden auch Anweisungen, wenn ein Patient vorsichtig sein muss. "Wir nehmen nicht nur Messungen vor, sondern wollen auch das Verhalten von Patienten beeinflussen", sagte Dr. Habetha. Das Projekt hat Ende 2003 begonnen. Die Partner haben viel Zeit mit der Bewertung der verschiedenen, ihnen offen stehenden Ansätze und der Auswahl von vier Ansätzen, die weiterverfolgt werden sollten, verbracht. "Dies ist einzigartig", sagte Dr. Habetha. "Mitten im Projekt haben wir Dinge aussortiert, die nicht interessant genug waren." Die vier ausgewählten Konzepte waren: Management von Herzinsuffizienz, Schlaganfallrehabilitation, Gesundheits-Coaching und Aktivitäts-Coaching. Anwenderstudien werden im November beginnen. Das Projekt "BRICKS" entwickelt Soft-Infrastruktur für digitale Bibliotheken. Das Projekt baut außerdem eine BRICKS-Gemeinschaft auf, die Content-Provider, Kunstexperten, Kunstforscher, Studenten, Touristen und Bürger umfasst, um einen Konsens zu schaffen und Wissen sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit digitalem Inhalt auszutauschen. Der Projektteilnehmer Fiore Basile erklärte, dass die Teilnahme an der Messe CommunicAsia eine ausgezeichnete Gelegenheit gewesen sei, um auf die BRICKS-Gemeinschaft in Südostasien, deren Mitgliedschaft jedermann offen steht und kostenlos ist, aufmerksam zu machen. Eine thailändische Organisation sei bereits involviert. Die BRICKS-Architektur wird dezentralisiert sein und auf einem Peer-to-Peer-Paradigma sowie Open-Source-Software basieren. Das Ziel besteht darin, einen Überblick über das digitale Kulturerbe zu geben, und eine Priorität ist es, diesen Überblick kleineren Akteuren bereitzustellen. "Wir haben die Möglichkeit, kleinen Bibliotheken und Instituten Zugang zum neuesten Stand zu bieten, der kostenlos genutzt werden kann", sagte Dr. Basile. Die Verwendung von Metadaten wird den Nutzern außerdem die Suche nach Inhalt in einer beliebigen Sprache ermöglichen. BRICKS wird darüber hinaus die erste Open-Source-Plattform für digitale Rechte sein. Wie Dr. Basile erklärte, sind digitale Rechte ein Mittel zur Erzielung von Einnahmen für digitalen Inhalt, was anders ziemlich schwierig ist. Im europäischen Pavillon wurde außerdem das Projekt "TERREGOV" vorgestellt, in dessen Rahmen 16 Partner daran arbeiten, den lokalen Regierungen die einfache Bereitstellung von Online-Diensten für Bürger zu ermöglichen. Die Forschung konzentriert sich auf technische Interoperabilität, semantische Interoperabilität und organisatorische Operabilität, während Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler beurteilen, wie die für den Übergang zu elektronischen Behördendiensten erforderlichen organisatorischen Änderungen effizient umgesetzt werden können. Lokale Regierungen in vier Ländern - Frankreich, Italien, Polen und VK - nehmen an den Pilotaktivitäten teil. Im VK ist die Pilotmaßnahme mit der Initiative "Supporting People" verknüpft. Hierbei handelt es sich um ein öffentliches Programm, das Anleitungen und Unterstützung für gefährdete Menschen anbietet. Das Programm "TERREGOV" konzentriert sich auf die Unterstützung der Geschäftsprozesse, die der Verwaltung und Bereitstellung von Pflegediensten durch lokale Regierungen zugrunde liegen. Es bezieht lokale Regierungen, zentrale Regierungen und soziale Pflegedienste ein und verbessert somit die Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden. Durch die Senkung der Verwaltungskosten sollten mehr Bürger Dienstleistungen empfangen können. Ein wichtiger Teil des Projekts sei die Verwendung semantischer Technologien, sagte die Projektteilnehmerin María Pérez Ortega gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Die Verwendung von Semantik verleiht den Daten Bedeutung", erklärte sie. Beispielsweise wird das System wissen, dass es nicht zwischen den Wörtern "client" und "customer" im Englischen unterscheiden soll, die in den meisten Kontexten dieselbe Bedeutung haben. Das Projekt "POF-ALL" wurde in Singapur präsentiert, um "Asien zu zeigen, was wir als Alternative zu ihrem Internet-Konzept tun", sagte Alessandro Nocivelli von dem italienischen Unternehmen Luceat. "POF" steht für "Plastic Optical Fibre" (Kunststoffglasfaser) und die POF-ALL-Partner sind der Meinung, dass es den Telekommunikationsbetreibern ermöglichen wird, Internetzugang mit 100Mbps für Heimnetzwerke bereitzustellen. Die Betreiber sind derzeit mit hohen Kosten und Installationsherausforderungen, die den Einsatz von Glasfaser beschränken, konfrontiert. Die Besucher des POF-ALL-Stands waren Nocivelli zufolge sehr interessiert an der Technologie. "Sie kannten [die Technologie] nicht, und wir können sehr stolz sein, dass sich Europa an der Spitze dieser Technologie befindet. [...] Zumindest einmal können wir Asien und Amerika was beibringen", fügte er hinzu. Ebenfalls im europäischen Pavillon vertreten war PIONIER, das polnische Forschungs- und Bildungsnetzwerk, das über 700 Forschungs- und akademische Einrichtungen in Polen verbindet. PIONIER ist mit dem europäischen Multigigabit-Netzwerk GÉANT2 verbunden. Zwei der Projekte, die PIONEER verwenden, wurden in Singapur vorgestellt: iTVP und VLAB. Die iTVP-Plattform ermöglicht die auf dem Internet-Protokoll (IP) basierende Bereitstellung interaktiver TV-Dienstleistungen durch das PIONIER-Netzwerk. Die Anwender erhalten qualitativ hochwertige Multimedia-Dienste, Near Video on Demand und Mehrwertdienste. Die Technologie ermöglicht auch eine Zeitverschiebung, was bedeutet, dass ein Anwender die Zeit zurückdrehen kann, wenn er oder sie den Beginn einer Live-Übertragung verpasst hat. Die Technologie wurde zur Ausstrahlung der letzten Olympischen Winterspiele verwendet und bediente über 850.000 Streams. Sie ermöglicht Polen, die sich außerhalb des Landes befinden, auch das Hören von polnischem Rundfunk. Das Projekt "Virtual Laboratory (VLAB)" wird außerdem von PIONIER unterstützt. Das vorrangige Ziel des Projekts ist die Vorbereitung der Infrastruktur, die den Austausch wissenschaftlicher Instrumente unter Verwendung des Internet ermöglicht. Dies wird es Wissenschaftlern ermöglichen, sich von außerhalb auf Versuche vorzubereiten, anstatt dorthin reisen zu müssen, wo ein Gerät steht, und dort bleiben zu müssen, bis die Ergebnisse zur Verfügung stehen. Der Wissenschaftler benötigt lediglich eine Internet-Verbindung. "Dies bedeutet, dass sehr teure Instrumente geteilt werden können", sagte Dominik Stoklosa vom Poznan Supercomputing and Networking Centre gegenüber CORDIS-Nachrichten. Teleskope standen bisher im Mittelpunkt des Projekts, aber die Technologie wird auf Spektrometer und einen atmosphärischen Gefriertrockner ausgeweitet. VLAB wird außerdem zu dem EU-finanzierten Projekt "RingGrid" beitragen. Für die europäischen Wissenschaftler, mit denen CORDIS-Nachrichten sprach, bestand der Hauptgrund für die Teilnahme an der Messe in Asien darin, herauszufinden, was in einem anderen Teil der Welt passiert. Die Wissenschaftler hofften außerdem, potenzielle Forschungspartner zu finden und auf die in Europa geleistete Arbeit aufmerksam zu machen.

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