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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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EU-Projekt verbessert Lebensqualität für Patienten mit chronischer Lungenkrankheit

Forscher eines EU-geförderten Projekts haben ein Versorgungssystem für Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (Chronic Obstructive Pulmonary Disease - COPD) entwickelt, das zu einer Verringerung der Krankenhauseinweisungen und zu einer Verbesserung der Lebensqualität ...

Forscher eines EU-geförderten Projekts haben ein Versorgungssystem für Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (Chronic Obstructive Pulmonary Disease - COPD) entwickelt, das zu einer Verringerung der Krankenhauseinweisungen und zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beitragen könnte. COPD ist eine progressive Lungenkrankheit, zu deren Symptome Kurzatmigkeit, Husten, Keuchen und wiederkehrende Atemwegsinfektionen gehören. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit verschlechtert sich bei vielen Patienten plötzlich der körperliche Zustand (auch Exacerbation genannt), das heißt, die Symptome werden stärker und können im schlimmsten Fall zum Lungenversagen führen. Im Fall dieser akuten Verschlechterungen werden Bronchodilatoren, Antibiotika und Steroide eingesetzt. Krankenhauseinweisungen bei Exacerbationen stellen für die Gesundheitssysteme ein großes Problem dar, da sie normalerweise die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen und für das Krankenhaus eine bedeutende wirtschaftliche Belastung sind. Forscher in Barcelona, Spanien, und Löwen, Belgien, haben nun ein alternatives, integriertes Versorgungssystem entwickelt, das die Krankenhauseinweisungen unter den COPD-Patienten verringern soll. Patienten, die sich aufgrund von COPD im Krankenhaus befanden, wurden zur weiteren Versorgung auf Zufallsbasis entweder an die klassische Nachsorge oder an die neue integrierte Versorgung weiterverwiesen. In dem integrierten Versorgungssystem wird der Patient bei Entlassung aus dem Krankenhaus einer umfassenden Bewertung unterzogen, bei der nicht nur die Schwere der COPD eine Rolle spielt, sondern bei der auch andere Gesundheitsprobleme und der Bedarf an sozialer Unterstützung ermittelt werden. In einem zweistündigen Seminar erhalten die COPD-Patienten allgemeine Informationen über die Krankheit, Tipps, wie sie besser mit den Symptomen umgehen können und Strategien, wie sie in Zukunft auf Verschlechterungen ihres Zustands reagieren sollten. Danach wird für jeden Patienten ein individueller maßgeschneiderter Versorgungsplan erstellt und an alle verteilt, die an der Behandlung und Versorgung des Patienten beteiligt sind. Und schließlich erhalten Patient und Versorger über ein webbasiertes Call-Center, das im Rahmen des EU-finanzierten Projekts CHRONIC konzipiert wurde, Zugang zu einer speziell ausgebildeten Pflegekraft. Regelmäßige Anrufe beim Patienten tragen dazu bei, dass die Selbstmanagement-Strategien auch tatsächlich umgesetzt werden. Patienten des herkömmlichen Versorgungswegs wurden aus dem Krankenhaus entlassen und von ihrem Hausarzt wie immer begleitet, ohne jedoch das Angebot, das die Patienten des integrierten Versorgungssystems erhielten. Alle Patienten in der Studie wurden ein Jahr lang begleitet. Den Forschern zufolge war die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Einweisung ins Krankenhaus bei den Patienten der integrierten Versorgung geringer als bei denen der traditionellen Nachsorge. Die Wissenschaftler erklären den Erfolg der integrierten Versorgung mit einem besseren Selbst-Management seitens des Patienten, besserem Zugang zu medizinischen und pflegerischen Fachkräften und stärkerer Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften aus mehreren Bereichen. Die Ergebnisse werden im European Respiratory Journal veröffentlicht. 60 Prozent der Patienten in der Notaufnahme zeigten einen chronischen Krankheitsverlauf. Wenn diese Patienten zu jedem Zeitpunkt angemessen versorgt werden, so die Forscher, kann dies sowohl den Druck auf die Krankenhäuser mindern als auch die Lebensqualität der Patienten steigern.

Länder

Belgien, Spanien

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