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Fähigkeiten von Frauen werden vergeudet

Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrung von Frauen werden am Arbeitsplatz im Großen und Ganzen nicht ausgeschöpft und Arbeitgebern entgeht dadurch ein wichtiges Talentpotenzial, so eine neue Untersuchung aus Großbritannien. Im Rahmen der von der EU geförderten Studie von ...

Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrung von Frauen werden am Arbeitsplatz im Großen und Ganzen nicht ausgeschöpft und Arbeitgebern entgeht dadurch ein wichtiges Talentpotenzial, so eine neue Untersuchung aus Großbritannien. Im Rahmen der von der EU geförderten Studie von Forschern der Sheffield Hallam University erfolgte eine genaue Untersuchung einer Reihe von Faktoren, die sich auf das Arbeitsleben von Frauen auswirken, wie Teilzeitarbeit, Bezahlung, Arbeitslosigkeit und Armut. Die Erkenntnisse zeigen, dass Frauen trotz Gesetzen und Maßnahmen für die Gleichberechtigung weiterhin erheblichen Nachteilen in ihrem gesamten Arbeitsleben ausgesetzt sind. Die Studie ergab unter anderem, dass Frauen eher ganz unten auf der Karriereleiter konzentriert sind und dass das Potenzial über der Hälfte aller Teilzeit arbeitenden Frauen nicht ausgeschöpft wird und ihre Fähigkeiten und vorher gesammelten Berufserfahrungen effektiv vergeudet werden. Obwohl der Anteil der beschäftigen Frauen mit Hochschulabschluss in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, wirkt sich dies nicht auf ihre Position auf dem Arbeitsmarkt aus. Insgesamt 1,4 Millionen Frauen in Großbritannien, die gerne eine bezahlte Beschäftigung aufnehmen würden, sagen, dass sie aufgehalten werden, weil sie nicht genügend Unterstützung erhalten und weil sie keine Arbeitsplätze finden, die flexibel genug sind, um ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Auch Frauen in benachteiligten Gebieten haben es bei der Arbeitssuche besonders schwer. Insgesamt beeinträchtigt dies alles das Wohlergehen von Frauen, da Frauen eher in Armut leben als Männer. "Einige Frauen haben es immer noch schwer, in den Arbeitsmarkt zu gelangen, obwohl Arbeitgeber Bewerber für Arbeitplätze suchen und über mangelnde Qualifikationen berichten", sagte die Leiterin der Untersuchung an der Sheffield Hallam University Professor Sue Yeandle. "Soll die nationale Wirtschaft weiterhin florieren, dürfen Fähigkeiten, Talent und Begeisterung der Hälfte ihrer Bevölkerung nicht so unausgeschöpft bleiben." Mangelnde Unterstützung in der Kinderbetreuung ist ein Grund für viele der Probleme; viele Frauen müssen ihren Beruf mit der Kinderbetreuung und weiteren häuslichen Pflichten vereinbaren, womit ihre Beschäftigungsmöglichen erheblich sinken. Frauen, die eine berufliche Pause einlegen, um Kinder aufzuziehen, haben manchmal auch Schwierigkeiten, wieder in den Beruf zu kommen, da sie ihre Fähigkeiten auf den neuesten Stand bringen müssen und es ihnen an Erfahrung mangelt. Laut Professor Yeandle ist es an der Zeit, sich aus einem Beschäftigungssystem, das dem vergangenen Jahrhundert entspricht, zu verabschieden. "Es macht unternehmerisch Sinn, Arbeitsplätze an die Realitäten der Menschen anzupassen, da Arbeitgeber nur so aus einem bestmöglichen Pool an Mitarbeitern schöpfen können und das Talent, das sie haben, halten können", sagte sie. Jenny Watson, Vorsitzende des britischen Ausschusses für Chancengleichheit, stellte fest, dass sich eine derartige Vergeudung von Talent nachteilig auf die Wirtschaft auswirkt. "Würde die Gehaltskluft überwunden, könnten laut Schätzung des Ausschusses für Frauen und Arbeit jedes Jahr bis zu 23 Milliarden Pfund zusätzlich erwirtschaftet werden", erläuterte sie. "Es ist besonders wichtig, Menschen, die flexibel arbeiten möchten, höher bezahlte Arbeit zu ermöglichen, sodass sie keine Abstriche an ihren gewünschten Arbeitszeitwünschen machen und Arbeitgeber nicht auf ihre Fähigkeiten und Erfahrungen verzichten müssen." Diese Ansicht wurde auf einem informellen Treffen von EU-Ministern für Beschäftigung, Soziales und Gesundheit vergangene Woche in Finnland unterstützt. Sie betonten die Bedeutung einer Erhöhung der Produktivität, indem die Qualität des Arbeitslebens durch effektive Maßnahmen auf Arbeitsplatzebene entwickelt wird. Außerdem merkten sie an, dass die Chancengleichheit beschleunigt werden müsse und forderten bessere familienpolitische Maßnahmen, um das Berufsleben von Männern und Frauen zu verlängern.

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