EU-Projekt bringt Forschung zu erneuerbarer Energie auf den Markt
Über "Technologietransfer" wird im öffentlichen und privaten Forschungs- und Entwicklungssektor (F&E) in Europa zwar immer häufiger diskutiert, doch seine Umsetzung ist weitaus weniger verbreitet. Viel zu wenige von der EU und national geförderte Forschungsprojekte finden ihren Weg auf den Markt. Das von der EU finanzierte Projekt ProRETT möchte hier mithilfe einer neu entwickelten Methode für eine schnellere und umfassendere Nutzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in Form einer Lizenzierung oder Spin-off-Gründung Abhilfe schaffen, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien. Zwölf viel versprechende Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet wurden bereits für eine Kommerzialisierung ausgewählt. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint der europäische Sektor für erneuerbare Energie weniger unter einem Innovationsdefizit zu leiden als andere Sektoren. Zwischen 1990 und 2004 erzielte der Sektor eine zehnfache Steigerung seines Jahresumsatzes von 1,5 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf die Erfolge der technologiebasierten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Branche zurückzuführen, die vor 20 Jahren noch nicht existierten. Laut Experten sollte die Kommerzialisierung jedoch noch weiter vorangetrieben werden, damit sie mit dem Tempo der wissenschaftlichen Entwicklungen Schritt halten kann. Das Projekt "Promotion of Renewable Energy Technology Transfer" (ProRETT), das von der Europäischen Vereinigung der Forschungszentren im Bereich erneuerbare Energien (EUREC Agency) initiiert wurde und als Maßnahme zur gezielten Unterstützung unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) gefördert wird, versammelt die Akteure und Fertigkeiten, die für einen erfolgreichen Technologietransfer erforderlich sind: Forscher, Technologietransferexperten, Finanzexperten und Industrielle. Es bietet eine Reihe von Technologietransferdiensten, u. a. individuelle Seminare zur Markt- und Risikoanalyse, Geschäftsplan- und -modellentwicklung sowie den Kontaktaufbau zu interessierten Investoren. Außerdem ist eine unternehmerische Ausbildung für ausgewählte Forscherteams zur Gründung von Spin-offs Bestandteil des Pakets. Doch was unterscheidet ProRETT von anderen Technologietransferbüros? Die Generalsekretärin der EUREC Agency Katharina Krell erläutert: "Die meisten Forschungszentren verfügen bereits über Technologietransferbüros. Im Gegensatz zu vielen anderen Transferbüros kann ProRETT jedoch eine europäische Dimension bieten sowie eine komplette Bandbreite von Dienstleistungen, wozu die einzelnen Transferzentren nicht in der Lage sind. Darüber hinaus hat das ProRETT-Team im Hinblick auf Lizenzierung und Spin-off-Gründung eine ausgezeichnete Erfolgs- und Erfahrungsgeschichte aufzuweisen." Einzigartig ist auch der branchenspezifische Ansatz von ProRETT: Alle Projektpartner sind auf den Bereich "saubere Energie" spezialisiert, selbst die Risikokapitalfonds. Um für eine Unterstützung in Frage zu kommen, müssen drei Bedingungen erfüllt werden: die Forschung muss durch öffentliche Mittel gefördert worden sein, der Vorschlag muss sich auf die Bereiche erneuerbare Energie und Energieeffizienz beziehen und die Kommerzialisierung muss in Europa erfolgen. Von den 27 Forschungsergebnissen, die in der ersten Runde ausgewählt wurden und eine breite Palette an Technologien für erneuerbare Energien und damit zusammenhängenden Tools abdecken, wurden insgesamt zwölf für eine potenzielle Kommerzialisierung ausgesucht.