CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Nachrichten
Inhalt archiviert am 2023-03-02

Article available in the following languages:

Anteil der Windenergie am Strommix steigt auf 1,2 Prozent

Aus dem Jahresbericht der Windenergiesparte der Internationalen Energieagentur (IEA Wind) geht hervor, dass der Beitrag der Windenergie zur Stromversorgung aufgrund des wachsenden Vertrauens in diese Technologie weltweit ansteigt. Die IEA Wind hat 20 Mitgliedstaaten, von den...

Aus dem Jahresbericht der Windenergiesparte der Internationalen Energieagentur (IEA Wind) geht hervor, dass der Beitrag der Windenergie zur Stromversorgung aufgrund des wachsenden Vertrauens in diese Technologie weltweit ansteigt. Die IEA Wind hat 20 Mitgliedstaaten, von denen 12 der EU angeh�ren. Dar�ber hinaus beteiligt sich die Europ�ische Kommission an den Arbeiten der IEA Wind. Zwischen 1995 und 2005 erh�hte sich die Gesamtmenge der aus Windkraft gewonnenen elektrischen Energie in den Mitgliedstaaten der IEA Wind von weniger als 10 Terawattstunden (TWh) auf fast 100 TWh. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Windenergie am Strommix der einzelnen L�nder von unter 0,2 Prozent auf 1,2 Prozent. In acht IEA-Wind-Mitgliedstaaten (Australien, D�nemark, Deutschland, Griechenland, Irland, Niederlande, Portugal und Spanien) liegt der Windkraftanteil bereits bei �ber einem Prozent. Den mit Abstand gr�áten Beitrag zur Energieversorgung leistet die Windkraft in D�nemark. Dort werden 18,5 Prozent des Strombedarfs mit Windenergie gedeckt. "Da die Windenergietechnologie mittlerweile ausgereift ist, kann sie in vielf�ltiger Hinsicht einen Beitrag leisten. Auáerdem ist sie inzwischen zu einem selbstverst�ndlichen Bestandteil moderner Energieversorgungssysteme des 21. Jahrhunderts geworden", heiát es in einer Mitteilung der Vorsitzenden der IEA Wind. Die Windkraftkapazit�t in den IEA-Mitgliedstaaten erh�hte sich im Jahr 2005 um �ber 20 Prozent, wobei der Zuwachs in einigen L�ndern noch deutlich h�her ausfiel. Spitzenreiter war Korea mit einer Steigerung der Kapazit�t um 233 Prozent, gefolgt von Portugal (100 Prozent), Australien (86 Prozent), Norwegen (69 Prozent) und Irland (58 Prozent). Des Weiteren berichten die IEA-Wind-Mitgliedstaaten, dass die Windenergie allm�hlich sp�rbare Vorteile f�r Umwelt und Wirtschaft bewirkt. Laut australischen Sch�tzungen werden durch den Einsatz von Windkraftanlagen umgerechnet die Emissionen von 651.720 Autos eingespart. Deutschen Berechnungen zufolge konnten durch Windenergie 24,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden, und Spanien ermittelte, dass die Wirtschaft 2005 dank der Windkraft aufgrund der Verringerung der CO2-Emissionen um 15 Millionen Tonnen rund 300 Millionen EUR gespart hat. In Europa verf�gt Deutschland mit einer Leistung von 18.428 MW �ber die gr�áte Windkraftkapazit�t und weist mit 17.592 Windturbinen auch die meisten Anlagen auf. Bei den Offshore-Windparks ist D�nemark mit einer Kapazit�t von 423 MW Spitzenreiter, w�hrend Spanien mit insgesamt 20.236 GWh die meiste elektrische Energie aus Windkraft gewinnt. Nach Angaben der IEA-Wind-Mitgliedstaaten gibt es jedoch einige Faktoren, die die weitere Verbreitung der Windenergie behindern. Einige L�nder, darunter Griechenland und Spanien, f�hren eine unzureichende Stromnetzkapazit�t an guten Windkraftstandorten an. Andere L�nder beklagen, auch Unsicherheiten �ber die Auswirkungen von Windenergieprojekten auf das Verteilungsnetz beeintr�chtige die Entwicklung der Windenergie. Dar�ber hinaus seien in einigen L�ndern die Planungs- und Genehmigungsverfahren hinderlich. So f�hrt Spanien seine geringere Windenergiezuwachsrate im Jahr 2005 auf administrative Verz�gerungen in Bezug auf Zulassungsverfahren, Verf�gbarkeit von Netzanschl�ssen und �nderungen in den Strategiepl�nen der lokalen Beh�rden zur�ck. In einigen L�ndern wird die Expansion der Windenergie ferner durch die Gefahr von Interferenzen mit Radar- und Funksystemen gebremst. Im VK wurde dieses Problem als Argument gegen den Bau von Windkraftanlagen vorgebracht. Daraufhin wurde im Rahmen eines IEA-Wind-Expertentreffens festgestellt, dass Minderungstechniken und Computersoftwarel�sungen wie Radarfilter und intelligente Verarbeitung von Daten unterschiedlicher Sensoren Abhilfe schaffen. Im Jahr 2003 wurden f�nf Forschungspriorit�ten festgelegt, die auch f�r 2006 ihre G�ltigkeit behalten. Dies sind: - Wertsteigerung und Verringerung der Unsicherheiten; - Kostensenkung; - Erm�glichung einer breiten, umfangreichen Nutzung (Systemintegration); - Minimierung der Umweltauswirkungen; - Integrierung der Windkraft in Energieversorgungssysteme der Zukunft (Speicherung, Wasserstoff und andere erneuerbare Energien). Unter den L�ndern, die in ihrem Haushalt einen Posten f�r Forschung, Entwicklung und Demonstration ausweisen, hat das VK seine Mittel mit einer Erh�hung von 2,43 Millionen EUR 2004 auf 29,04 Millionen EUR 2005 am st�rksten angehoben. Dieser Anstieg demonstriert die gemeinsamen Anstrengungen zur Reduzierung der Kosten der Offshore-Windenergiegewinnung. In Deutschland und Norwegen verdoppelten sich die Forschungsbudgets, und auch Korea und Mexiko haben ihren Forschungsetat erh�ht. Im Rahmen gemeinsamer Forschungsprojekte behandeln die IEA-Wind-Mitgliedstaaten Themen wie Windenergie in kalten Klimazonen, Modellentwicklung anhand von Windtunnelmessungen und Wasserkraftanlagen. Dar�ber hinaus beteiligen sich viele L�nder an dem EU-Forschungsrahmenprogramm.