Roller mit Nullemissionen erzielt bessere Leistungen als herkömmliche Modelle
Ein Spin-Off-Unternehmen der Technischen Universität Delft (TU Delft) in den Niederlanden hat einen neuen Typ von Roller entwickelt, der über einen Hybridantrieb mit Wasserstoff und einer Batterie verfügt. Er bringt eine höhere Leistung als herkömmliche Roller und dies ganz ohne Emissionen. Der Roller mit dem Namen Fhybrid wurde von Crijn Bouman, einem Absolventen des Studiengangs Industrial Design Engineering der TU Delft, entworfen und entwickelt. Bouman, CEO des Spin-Off-Unternehmens Epyon der TU Delft, entwickelte eine praktische Anwendung für die Serie von Schnellladesystemen für Batterien von Epyon. Das Konzept ist "eine sehr kleine Brennstoffzelle mit einer sehr großen Batterie. Es wird davon ausgegangen, dass ein Pendler mit einer Geschwindigkeit von zehn bis 30 km/h fährt, wofür die Batterie bis zur Maximalleistung die Energie liefert. Wenn das Fahrzeug anhält, kommt die Brennstoffzelle zum Einsatz, die sie dann auflädt", erklärt Bouman in einem Interview mit CORDIS-Nachrichten. "Während meiner Abschlussarbeit habe ich herausgefunden, dass in der Londoner Innenstadt die Durchschnittsgeschwindigkeit von Fahrzeugen etwa 5 km/h beträgt. Das ist in etwa Gehgeschwindigkeit", erläutert er. Dieses Schneckentempo ist auf den zähen Verkehrsfluss, Ampeln und andere Faktoren zurückzuführen, aufgrund derer die Fahrzeuge bremsen müssen. "In Städten verwenden die Leute 30 Prozent der Zeit auf Bremsen, womit es genauso wichtig wird wie das Beschleunigen", so Bouman. Beim Bremsen wird Energie freigesetzt - normalerweise durch die Hitze in den Bremsen. Statt jedoch diese Energie verloren gehen zu lassen, könnte sie genutzt werden. Der Roller nutzt ein "regeneratives" Bremssystem, das die Batterie während des Bremsens auflädt, sodass einer der Nachteile des Stadtverkehrs aufgehoben und umweltfreundlicher gestaltet wird. Es wurde festgestellt, dass das System die Effizienz erheblich steigert. Abhängig von den Verkehrsbedingungen können Effizienzsteigerungen zwischen zehn und 20 Prozent erzielt werden. Derzeit bringt der Roller bereits bessere Leistungen als herkömmliche benzinbetriebene Roller. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h und die Reichweite beträgt 200 km. Eine andere praktische Eigenschaft ist, dass der Motor - der im Vorderrad des Rollers eingebaut ist - präzise gesteuert und vor und zurück gefahren werden kann, was das Parken vereinfacht. Der Teil des Projekts, der noch abgeschlossen werden muss, ist die Brennstoffzelle selbst. Die Gesetzgebung zur Nutzung von Wasserstoff ist in den Niederlanden sehr streng, sodass Bouman in dem Projekt bisher eine simulierte Brennstoffzelle verwendet hat. "Das war genau der Punkt - eine kleine Brennstoffzelle zu bekommen. Wir nutzen ein Simulationssystem für die Brennstoffzelle und eine Batterie, die Höchstleistung erbringt. Derzeit versuchen wir, die Geldmittel zusammen zu bekommen, um das gesetzliche Verfahren zu durchlaufen. Wir sind mit der Universität im Gespräch, aber jetzt wurde auch in der Presse über uns berichtet und daher ist es ein guter Zeitpunkt, die Forschung weiterzuverfolgen. Wir planen, dieses Jahr eine Brennstoffzelle zu kaufen. Vielleicht könnten wir mit einem Brennstoffzellenunternehmen ein gemeinsames Team bilden", schlägt Bouman vor. Während das Konzept bereits solide ist und die ersten Ergebnisse äußerst viel versprechend sind, muss am Design noch etwas gearbeitet werden. "Wir brauchen mehr Mittel und müssen die Energieeffizienz des gesamten Fahrzeugs und das regenerative Bremssystem noch genauer erforschen. Aufgrund des Bremssystems hat das Fahrzeug einen Frontantrieb. Diesen wollen wir so weit wie möglich weiterentwickeln", so Bouman. Mit dem wachsenden Interesse an Forschung und Entwicklung zu einer EU-weiten Wasserstoff-Infrastruktur, könnte Boumans Roller bald zu einem gewohnten Bild auf städtischen Straßen werden. Die Technologie ist jedoch nur ein Teil der Lösung. "Der Roller soll so aussehen und sich so anfühlen, dass man die saubere Technologie darin verkaufen kann", meint Bouman.
Länder
Niederlande