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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Leuchtende Nachtwolken �ber dem Mars entdeckt

Die Planetensonde Mars Express der Europ�ischen Weltraumorganisation hat hoch in der Atmosph�re �ber dem Mars neue Wolkenformationen gefunden. Zwar wurden auf dem Mars schon vorher Wolken gesehen, jedoch nur in der unteren Atmosph�re. Jetzt entdeckte man Wolken in einer H�he...

Die Planetensonde Mars Express der Europ�ischen Weltraumorganisation hat hoch in der Atmosph�re �ber dem Mars neue Wolkenformationen gefunden. Zwar wurden auf dem Mars schon vorher Wolken gesehen, jedoch nur in der unteren Atmosph�re. Jetzt entdeckte man Wolken in einer H�he zwischen 80 und 100 Kilometern �ber dem Roten Planeten. Diese neuen Wolken fand man zuf�llig mit dem Ultraviolett- und Infrarotspektrometer SPICAM (Ultraviolet and Infrared Atmospheric Spectromete) des Mars Express. Eigentlich wurden mit dem Instrument Sterne genau �ber dem Horizont, die hinter dem Mars verschwinden, beobachtet. Das Instrument kann ein Bild der Marsatmosph�re erstellen, w�hrend das Licht durch die Marsatmosph�re wandert. In dem Gebiet in 90 Kilometer H�he leuchtete das Licht rund ein Prozent der Zeit erheblich schw�cher. Nach rund 600 erfassten Profilen der Atmosph�re waren die Forscher �berzeugt, dass dies die Wirkung eines nat�rlichen, jedoch vor�bergehenden Ph�nomens war - Wolken. "Wenn man diese Wolken von der Oberfl�che des Mars sehen wollte, m�sste man wahrscheinlich bis nach Sonnenuntergang warten", sagte Franck Montmessin, SPICAM-Wissenschaftler der Abteilung f�r Aeronomie des franz�sischen nationalen Zentrums f�r wissenschaftliche Forschung (CNRS). Er arbeitete mit Forschern in Russland und Belgien zusammen und ver�ffentlichte die Ergebnisse in ICARUS, dem International Journal of Solar System Studies. Die Wolken scheinen so �hnlich zu sein, wie die auf der Erde vorhandenen mesosph�rischen Wolken. Da die Wolken so hoch sind, k�nnen sie nur mithilfe von reflektierendem Licht gesehen werden. Auáerdem scheinen sie in der D�mmerung oft hell und werden h�ufig als "leuchtende Nachtwolken" bezeichnet. Auf der Erde befinden sich die Wolken ebenfalls in einer H�he von 80 Kilometern, aufgrund der Unterschiede in Atmosph�re und Temperatur m�ssen diese Wolken jedoch ganz anderer Natur sein. Auf dem Mars liegt die Temperatur in einer H�he von 80 bis 100 Kilometern sch�tzungsweise bei rund -193ø Celsius. Das bedeutet, dass die Wolken wahrscheinlich aus Kohlendioxid gebildet werden, denn es ist dort viel zu kalt, als dass die Wolken aus Wasser bestehen k�nnten. "Die Wolken, die wir beobachten, befinden sich in einem extrem kalten Umfeld, wo CO2 (Kohlendioxid), der Hauptbestandteil der Atmosph�re, unter den Kondensationspunkt abk�hlt. Davon leiten wir ab, dass sie aus Kohlendioxid bestehen", sagte Dr. Montmessin. Die Wolken k�nnten jedoch einen Einblick in Ph�nomene auf der Erde gew�hren. Der Mars wurde oft als Beispiel daf�r angef�hrt, was bei einer extremen globalen Erw�rmung passieren k�nnte. Einige Fachleute haben angenommen, dass sich mesosph�rische Wolken auf der Erde h�ufiger und in geringeren H�hen als in der Vergangenheit bilden. W�hrend dadurch sch�ne Sonnenunterg�nge entstehen, k�nnten atmosph�rische Partikel oder die globale Erw�rmung die Ursache f�r die Wolkenbildung sein. Auf dem Mars werden die Wolken wahrscheinlich durch eine d�nne Schicht aus Staubk�rnchen in einer H�he von rund 60 Kilometern gebildet. Diese kleinen K�rnchen liegen im Nanopartikelbereich und k�nnten von Meteoren stammen, die die Marsatmosph�re durchkreuzen. oder von sehr hohen Winden, die auf der rauen Oberfl�che darunter entstanden sind, hoch gewirbelt werden. Das Team ist der Ansicht, dass diese Partikel f�r die Wolkenbildung verantwortlich sein k�nnten, da Kohlendioxid auf den Partikeln kondensiert, verdampft, noch h�her steigt und so die Wolken bildet. Dieser Prozess k�nnte so �hnlich auch auf der Erde ablaufen. Auáerdem l�sst die Untersuchung darauf schlieáen, dass die Atmosphäre des Mars dichter als urspr�nglich angenommen ist. Diese k�nnte einen Einfluss auf zuk�nftige Missionen auf dem Mars haben.

Länder

Belgien, Frankreich, Russland

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