Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-03-02

Article available in the following languages:

Die Zukunftsgestaltung Europas internationaler Forschungszusammenarbeit

Während die Vorbereitungen für den Start des Siebten Rahmenprogramms (RP7) begonnen haben, wird auch das RP8 in Angriff genommen und es werden Überlegungen angestellt, wie die Forschungspolitik im Jahr 2015 aussehen könnte. In einem von der EU geförderten Projekt wurde eine Vi...

Während die Vorbereitungen für den Start des Siebten Rahmenprogramms (RP7) begonnen haben, wird auch das RP8 in Angriff genommen und es werden Überlegungen angestellt, wie die Forschungspolitik im Jahr 2015 aussehen könnte. In einem von der EU geförderten Projekt wurde eine Vision vorgestellt, wie sich die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie der EU in der Zukunft entwickeln könnte. Ergebnis ist, dass die EU unter anderem Entwicklungsländern dabei helfen könnte, ihre Forschungspolitik zu reformieren, anstatt direkt in Forschung zu investieren. Seit über 20 Jahren unterstützt die EU eine internationale Zusammenarbeit in der Forschung mit Ländern in der ganzen Welt. Dadurch werden eine nachhaltige Entwicklung und Partnerschaften in Forschung und Entwicklung (F&E) gefördert. Diese Zusammenarbeit wurde im Rahmen des Internationalen Programms der Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit (INCO) der EU umgesetzt. Bei der Vorbereitung des RP7 und des RP8 hat die Europäische Kommission untersucht, wie diese Zusammenarbeit ausgeweitet werden kann. Im Hinblick auf dieses Ziel hat die Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission das Projekt Scope 2015 in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, wie sich die Forschung in Entwicklungsländern in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte. Auf dieser Grundlage könnte die EU dann ihre Politik der internationalen Zusammenarbeit gestalten. Dr. Michael Keenan ist an der Abteilung Policy Research on Engineering Science and Technology (PREST) der britischen Universität Manchester tätig. Er leitete das Projekt und erläutert CORDIS-Nachrichten, welche Ziele erreicht werden sollten. "Wir waren daran interessiert herauszufinden, mit welchen Gefahren diese Länder konfrontiert sind und wie die europäische Forschung einige davon in Zusammenarbeit mit Forschern vor Ort bewältigen könnte. Außerdem untersuchten wir, wie Europa oder sogar Mitgliedstaaten eine Reform der Wissenschaftspolitik und der Forschungsinfrastrukturen dieser Länder unterstützen könnten. Viele von ihnen verfügen immer noch über Institute, die ein altes Wissenschaftsmodell verkörpern: Laboratorien, die dort in den 1960er und 1970er Jahren eingerichtet und in Bezug auf ein zeitgemäßes Verständnis von Innovationsprozessen nicht auf den neuesten Stand gebracht wurden." Laut Dr. Patrick Crehan von CKA in Belgien, ein weiterer Projektpartner, wurden die Prognosen ausgehend von der Annahme angestellt, dass sich eine wachsende internationale Wissenschaftszusammenarbeit noch weiter auswirken könnte. "Die Wissensbildung ist wichtig für die Förderung von Wohlstand und unsere Sicherheit in der Welt hängt davon ab, dass wir unseren Nachbarn helfen, zu wachsen und Interessen zu entwickeln, die mit unseren eigenen verknüpft sind. Dies hört sich wie der Grundgedanke für die Gründung der EU an, der jetzt auf eine globale Ebene projiziert wird. In gewisser Weise ist die Wissenschaftszusammenarbeit und die Verknüpfung mit Entwicklung ein Vorreiter", sagt Dr. Crehan gegenüber CORDIS-Nachrichten. Das Projekt begann mit der Untersuchung von Trends und Motoren für Forschung und Forschungsinfrastrukturen in einzelnen Ländern in vier Regionen der Welt: Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS außer Russland), Lateinamerika (außer Brasilien), Maghreb und Mashrek und afrikanische Länder südlich der Sahara (außer Südafrika). Anfangs prognostizierten die Forscher, dass die Probleme in den vier Regionen sehr unterschiedlich sein würden, sodass Schlussfolgerungen nicht so einfach assoziiert werden könnten. Während es zwar eine Reihe spezifischer regionaler Themen gab, so die Untersuchung, waren die vier Regionen jedoch auch mit vielen identischen Problemen konfrontiert. Dazu zählten eine chronische Unterfinanzierung von Forschung, Technologie und Entwicklung (FTE), Braindrain, Forschungsinstitute und Governance, die reformiert werden müssen, wenig private Forschung, minimale Kapazitäten für neue Technologien sowie die Unfähigkeit, Nachhaltigkeitsprobleme mithilfe der Forschung zu lösen. Zudem zeigten die Daten ein hohes Maß an Enthusiasmus für die Zusammenarbeit mit EU-Wissenschaftlern, jedoch nicht genügend Realisierung von Chancen sowie ein Interesse daran, Verbindungen zwischen Ländern der gleichen Region zu verstärken. Das Team entwickelte drei zehnjährige Szenarien für jede Region und modellierte schlechte, schlimmste und bestmögliche Szenarien. "Das erste Szenario zeigte, was passieren würde, wenn sich nichts verändert, das zweite war noch negativer, denn wir bekamen Rückmeldung von nationalen und regionalen Experten, dass die Situation noch viel schlimmer werden könnte. Das letzte war visionärer und präsentierte ein anderes Paradigma", erläutert Dr. Keenan. Diese Szenarien wurden dann an Workshops nationaler und regionaler Entscheidungsträger und Wissenschaftler weitergegeben, die erörtern sollten, was Europa tun könnte, um die Herausforderungen in all diesen Szenarien zu bewältigen. Daraufhin konnte das Team Aktionspunkte für jede Region sowie eine Reihe von Fachempfehlungen für mögliche Maßnahmen seitens der Europäischen Kommission ausarbeiten. Obwohl das Projekt anfangs Empfehlungen darüber abgeben wollte, auf welche vorrangigen Forschungsbereiche die EU-Forschungszusammenarbeit ihre Unterstützung ausrichten sollte, stellte sich heraus, dass dies angesichts des Projektumfangs unmöglich war. Stattdessen konzentrierte es sich darauf, welche EU-Maßnahmen für eine Zusammenarbeit die Forschungsinfrastrukturen der Region stärken würden. "Gemäß unseren Empfehlungen ist die wertvollste Zusammenarbeit letztendlich dergestalt, dass die EU politischen Entscheidungsträgern dabei hilft, Maßnahmen zu formulieren und ihre Ressourcen einzusetzen, damit diese Regionen mit den entscheidenden Personen reden, um dies in die Tat umsetzen zu können. Sobald dies geschieht, werden die Industrie und andere Akteure mitziehen und die Forschung wird in Fahrt kommen", erläutert Dr. Crehan. Die Empfehlungen lauten unter anderem, dass das Konzept des Europäischen Forschungsraums (EFR) auf Regionen wie Lateinamerika übertragen wird, wo politische Entscheidungsträger sich sehr daran interessiert zeigten, sowie den EFR auf Nicht-EU-Mitgliedstaaten auszudehnen. Das Projekt empfiehlt weiterhin, dass EU-Ressourcen Entscheidungsträgen dabei helfen sollen, Fähigkeiten für Politikgestaltung und Management zu entwickeln. Gleichzeitig müssen Überwachung und Kontrolle gefördert werden, um bessere Informationen bereitzustellen, die Grundlage für geeignete politische Steuerungsmaßnahmen sind. Das Team schlägt vor, dass EU-Projekte zur Informationssammlung wie Trendchart und R&D Scoreboard sowie ERA-Watch auf andere Teile der Welt ausgedehnt werden könnten. Obwohl Scope2015 nun abgeschlossen ist, untersucht das INCO-Programm laut den Projektpartnern zurzeit die Empfehlungen und wie sie in die zukünftige Arbeit integriert werden können. Zudem wurden die Prognosetechniken des Projekts auch von anderen Projekten im INCO-Programm und im Europa-Mittelmeerpartnerschaftsprogramm (MEDA) aufgenommen. Die Projektpartner werden in den kommenden Monaten einen Abschlussentwurf für diesen Bericht erstellen.

Mein Booklet 0 0