EU-geförderte Teams räumen beim iGEM-Wettbewerb ab
Ein Team von acht Studenten von der Universität Ljubljana in Slowenien hat beim International-Genetically-Engineered-Machine-Wettbewerb (iGEM) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den ersten Preis errungen. Das slowenische Team erhielt die begehrte Trophäe aus Aluminium in der Form eines Legosteins für die Entwicklung eines Verfahrens, bei dem eigens dafür hergestellte Zellen zur Immunstabilisierung bei einer Überreaktion des Körpers auf Infektionen eingesetzt werden. Ein derartiges Verfahren könnte den tödlichen Verlauf von Erkrankungen wie etwa einer Sepsis, bei der durch die Ausbreitung von bakteriellem Toxin über den Blutkreislauf eine massive Infektion des ganzen Körpers hervorgerufen wird, verhindern. Am diesjährigen Wettbewerb nahmen neben dem slowenischen Team noch fünf weitere europäische Teams teil, die alle von SYNBIOCOMM, einer unter dem Abschnitt "neue und sich abzeichnende wissenschaftliche und technologische Entwicklungen" (NEST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) finanzierten Initiative gefördert wurden. Der iGEM-Wettbewerb, der erstmals 2003 stattfand, räumt mit dem Vorurteil auf, wonach die Biologie ein wissenschaftliches Feld ist, das zu komplex ist, als dass der Mensch hier eingreifen könnte. Im Rahmen des Wettbewerbs werden Studententeams aufgefordert, anhand standardisierter austauschbarer Bauteile einfache biologische Systeme zu konstruieren, so wie Handwerker aus einer Reihe vorgefertigter Bauteile ein Haus errichten. In den Sommersemesterferien arbeiteten insgesamt 380 Studenten von 35 Universitäten aus aller Welt an ihren Projekten. Dazu wurde jedem Team jeweils ein Toolkit bestehend aus rund 500 Biobausteinen zur Verfügung gestellt. Bei diesen Biobausteinen handelt es sich um DNA-Schnipsel, die nachweislich gewisse Aufgaben erfüllen. Die Ergebnisse waren beeindruckend, insbesondere das des slowenischen Teams. Als eines von wenigen Teams arbeitete das slowenische Team mit Säugetierzellen, die komplexer strukturiert sind als die von Bakterien oder Viren. Da das ihnen zur Verfügung gestellte Toolkit keine DNA-Schnipsel von Säugetierzellen enthielt, musste das Team alle von ihm verwendeten Biobausteine erst einmal selbst herstellen. Zu den Preisträgern aus Europa gehörte auch ein Team von der Universität Edinburg, UK, dessen Methode zum Nachweis von Arsenspuren in Brunnenwasser anhand modifizierter Escherichia Coli Bakterien mit dem Preis für die beste Methode gekürt wurde. Es handelt sich hierbei um ein einfaches und leicht anzuwendendes Verfahren, das insbesondere in ärmeren Ländern zum Einsatz kommen könnte, wo zahlreiche Trinkwasserbrunnen mit Arsen verunreinigt sind, das Hautverletzungen und Krebs verursachen kann. Weitere Auszeichnungen gingen an Studenten des Eidgenössischen Technischen Instituts Zürich, des Imperial College London, der Universität Cambridge sowie der Universität Valencia.