Telethon in Frankreich sammelt Geld für die Erforschung von Muskelschwunderkrankungen
Bei dem jährlichen Telethon in Frankreich, der am 8. und 9. Dezember stattfand, wurden insgesamt 101,5 Mio. EUR für die medizinische Forschung auf dem Gebiet von Muskelschwunderkrankungen gesammelt. Die von der Französischen Gesellschaft gegen Muskelerkrankungen (Association Francaise contre les Myopathies - AFM) organisierte Spendenaktion, die sich nun im 20. Jahr befindet, kombiniert eine 30-stündige Fernsehshow mit zehntausenden lokalen Veranstaltungen, um für seltene genetisch bedingte Störungen zu sensibilisieren. Die von etwa 22 000 Menschen zugesicherten Spenden werden in die Finanzierung von Genethon, ein in Frankreich ansässiges Labor für Forschung und Anwendungen im Bereich Biotherapien für seltene genetisch bedingte Krankheiten, die als unheilbar gelten, fließen. Seit seiner Einrichtung mit Hilfe von Spenden der französischen Bevölkerung im Jahr 1991 hat das Labor erfolgreich die für mehr als 700 Krankheiten verantwortlichen Gene kartiert. Hierzu gehören neuromuskuläre Krankheiten, Prostatakrebs, einige Diabetestypen, Schizophrenie und Rett's Syndrom. Das Labor entwickelt außerdem Gen- und Zelltherapiebehandlungen für seltene Muskelerkrankungen wie Wiskott-Aldrich-Syndrom, Duchenne-Muskeldystrophie und Gamma-Sarcoglycan-Defizienz. Der AFM-Präsidentin Laurence Tiennot-Herment zufolge führt das Labor derzeit etwa 30 klinische Versuche für 25 verschiedene Krankheiten durch, die jeweils bis zu 3 Mio. EUR jährlich kosten. "Ohne die Großzügigkeit der Bevölkerung könnten wir diese Arbeit nicht fortsetzen", sagte sie.
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