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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Neue Therapien sollen die "Achillesferse" des Krebses nutzen

Ein neues von der EU gefördertes Projekt zielt auf die "Achillesferse" des Krebses ab, um neue Therapiemöglichkeiten für die Krankheit zu entwickeln. Die Forscher werden ihre Arbeit auf drei Krebsarten konzentrieren, bei denen die Überlebenschancen nach wie vor relativ gering ...

Ein neues von der EU gefördertes Projekt zielt auf die "Achillesferse" des Krebses ab, um neue Therapiemöglichkeiten für die Krankheit zu entwickeln. Die Forscher werden ihre Arbeit auf drei Krebsarten konzentrieren, bei denen die Überlebenschancen nach wie vor relativ gering sind: Lungen-, Gebärmutter- und Blasenkrebs. Die Initiative trägt den Namen Apotherapy, eine Verschmelzung des Begriffs "Apoptose (Zelltod)-Therapie". "Wir möchten unser Wissen über die wichtigsten Apoptose-Pfade nutzen, um neue Therapien zu schaffen", so Projektkoordinator Aristides Eliopoulos vom Labor für Molekular- und Zellbiologie der medizinischen Fakultät der Universität Kreta. Die Gruppe wird sich insbesondere mit einem Protein namens CD40 beschäftigen, einem Rezeptormolekül, das sich auf der Oberfläche vieler Krebszellen befindet, und von dem die Forscher annehmen, dass man es nutzen könnte, um das Immunsystem eines Körpers dazu zu bringen, die bösartigen Zellen zu zerstören. "CD40 stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, den Körper zu stärken und den Krebs zu schwächen", erklärte Professor Eliopoulos in einem Gespräch mit CORDIS-Nachrichten. "Es ist die Achillesferse des Krebses." Derzeit gibt es noch keine Krebsmedikamente, die den CD40-Pfad nutzen, aber das Protein weist mehrere Eigenschaften auf, die es zu einem guten Target für neue Medikamente machen. Viele Tumorzellen produzieren CD40, und die Aktivierung dieses Pfades in der Tumorzelle kann das weitere Wachstum der Tumorzellen hemmen. Darüber hinaus kann CD40 potenziell das Immunsystem des Körpers stärken, denn die Aktivierung des CD40-Signalpfades kann die Produktion sogenannter dendritischer Zellen anregen, die wiederum Proteine produzieren, die das Immunsystem im Kampf gegen den Krebs stärken. Und schließlich macht die Aktivierung des CD40-Pfades in den Tumorzellen diese für das Immunsystem des Körpers leichter erkennbar. Ein Medikament, das auf den CD40-Pfad abzielt, wäre ein CD40-Ligand, ein Molekül, das sich an den CD40-Rezeptor bindet. Die Entwicklung eines solchen Medikaments ist jedoch noch nicht alles. Das deutsche Pharma-Unternehmen Novosom wird erforschen, wie man die CD40-aktivierenden Proteine zum Tumor transportiert. Professor Eliopoulos wird mit Kollegen aus Helsinki und Uppsala eine Reihe von Gentherapievektoren testen, die hohe Konzentrationen von CD40-Liganden zu den Krebszellen leiten. Professor Eliopoulos betonte auch, wie wichtig es ist, die Tumorzellen auf verschiedenen Ebenen zu attackieren: "Wir brauchen einen mehrgleisigen Ansatz, um die maximale klinische Effizienz zu erreichen." Angesichts dieser Tatsachen wollen die Projektpartner Medikamente, die auf CD40-aktivierenden Proteinen basieren, mit regulären Chemotherapien oder mit Therapien kombinieren, die die für das Überleben der Krebszellen erforderlichen Signale unterbrechen. Einige dieser Signale sind bereits bekannt und es wurden auch schon Medikamente entwickelt, die sie nutzen. Das Projekt Apotherapy wird mit 2 Mio. EUR unter dem vorrangigen Themenbereich "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit" des Sechsten Rahmenprogramms gefördert. Das Projektkonsortium besteht aus sieben Partnern aus ebenso vielen Ländern und umfasst Hochschulwissenschaftler, Onkologen und Biotechnologie-Forscher. Professor Eliopoulos arbeitet schon seit mehreren Jahren am CD40-Pfad und freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit führenden Onkologen aus ganz Europa mit dem Ziel, gemeinsam eine wirksame Krebstherapie zu entwickeln. "Das ist eine große Chance für uns", erklärte er. "Wir sind zuversichtlich, dass wir schon bald unsere besten Strategien in die klinische Praxis umsetzen und so Krebspatienten helfen können."

Länder

Tschechien, Deutschland, Griechenland, Finnland, Italien, Schweden, Vereinigtes Königreich

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