Förderung der Innovation im Sektor für erneuerbare Energien
Ein EU-finanziertes Projekt fördert Innovation in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz, indem es praktische Hilfe für Wissenschaftler bereitstellt, deren Forschungsergebnisse potenziell in wirtschaftlich rentable Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können. Das Projekt hat die Bezeichnung ProRETT (Promotion of Renewable Energy Technology Transfer - Förderung des Technologietransfers im Bereich erneuerbare Energien). "Innovation ist eine äußerst komplizierte Aufgabe, und im Energiesektor ist sie besonders kompliziert", so Katharina Krell, Generalsekretärin der Europäischen Vereinigung der Forschungszentren im Bereich erneuerbare Energien (European Renewable Energy Centres Agency - EUREC), die das Projekt koordiniert. Krell stellte während eines von den Projektpartnern im Rahmen der EU-Woche für nachhaltige Energie organisierten Workshops heraus, dass öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse häufig nicht umfassend genutzt würden. "Wir verschwenden öffentliche Gelder, die in die Wissenschaft investiert wurden", kommentierte sie. "Ich bin fest davon überzeugt, dass öffentlich finanzierte F&E in Form von Produkten oder Dienstleistungen auf den Markt gelangen sollte." An dem ProRETT-Projekt sind Vertreter aller Sektoren beteiligt, die für die erfolgreiche Nutzung von Forschungsergebnissen benötigt werden, einschließlich Forschern, Technologietransferexperten, eines Risikokapitalfonds, einer Bank und Vertretern der Branche für erneuerbare Energien. Gemeinsam wollen sie die technischen Hemmnisse für die Umsetzung von Forschungsergebnissen in Innovation angehen, den Markteinsatz neuer Energietechnologien durch europäische Unternehmen und Start-ups fördern sowie bewährte Verfahren und politische Empfehlungen ausarbeiten. Im Rahmen des Projekts wurde eine Reihe von F&E-Ergebnissen aus öffentlich finanzierter Forschung in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz identifiziert, die für Innovationsaktivitäten bereit sind. Die Projektpartner unterstützen die Forscher nun dabei, ihre Arbeit auf die nächste Ebene zu verlagern, indem sie sich auf eine Vermarktungsvision einigen und eine Reihe von Geschäftsmodelloptionen entwerfen. Die von den Projektpartnern angebotenen Dienste umfassen Unterstützung bei der Entwicklung eines Geschäftsplans, das Herstellen von Kontakten zu Investoren, Informationen zur Verwaltung geistiger Eigentumsrechte und Beratung zur Gründung eines Start-up-Unternehmens oder zum Abschluss einer Lizenzvereinbarung. Der Zugang zu Fördermitteln für die Nutzung von Forschungsergebnissen unterliegt einem extremen Wettbewerb. Dr. Uffe Bundgaard-Jørgensen, CEO von InvestorNet, stellte heraus, dass die große Mehrheit der bei den Investoren eingehenden Vorschläge für Fördermittel im Papierkorb landet, weil sie den Investor nicht überzeugen können, dass es eine realistische Chance gibt, mit dem Plan Geld zu verdienen. "Anleger investieren, um reich zu werden", so Dr. Bundgaard-Jørgensen. ProRETT zielt darauf ab, die Forscher bei der Entwicklung von Geschäftsplänen zu unterstützen, die ihnen ein Treffen mit dem Investor sichern. Diese Phase wird nur von zehn Prozent der Vorschläge erreicht. Dr. Bundgaard-Jørgensen wies jedoch darauf hin, dass von diesen nur zehn Prozent Fördermittel erhalten. Durch das ProRETT-Projekt und das Gate2Growth-Portal der EU haben die Forscher Zugang zu Instrumenten, die sie bei der Beurteilung der Frage unterstützen, ob ihr Geschäftsplan zur Vorlage bei Investoren bereit ist. Ein Hauptproblem beim Entwurf von Geschäftsplänen besteht darin, dass viele Forscher den erforderlichen Zeitraum unterschätzen, bis ihr Projekt Gewinne einbringt. Serge Galant, CEO von Technofi, stellte heraus, "die Demonstration und Vermarktung verursachen enorme Kosten". Dieser Zeitraum, in dem ein Unternehmen gerade anfängt, aber aufgrund mangelnder Investitionen scheitert, ist als das Todestal bekannt, und Galant warnt potenzielle Unternehmer, dessen Tiefe nicht zu unterschätzen. Derzeit konzentrieren die ProRETT-Projektpartner ihre Anstrengungen auf 16 Initiativen aus ganz Europa, die ihrer Ansicht nach über das Potenzial zur Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen verfügen, die auf dem Markt erfolgreich sein könnten. Auf dem Workshop wurden Fallstudien einiger dieser Initiativen präsentiert. Im Rahmen der FutureE-Initiative wurden kosteneffiziente Brennstoffzellen mit hoher Leistungsfähigkeit entwickelt. ProRETT war bei der Einrichtung eines Start-up-Unternehmens behilflich und bietet nun Unterstützung bei der Suche nach Investoren. Unterdessen hat das Lithojet-Projekt eine neue Bohrtechnologie für geothermische Quellen entwickelt. Derzeit dauert das Bohren lang und ist teuer. Die neue Technik ist wesentlich schneller. Hierbei wird das Gestein geschmolzen, um das Loch zu erzeugen. Mit Hilfe von ProRETT beschloss das Lithojet-Team, ein Unternehmen zu gründen, und beantragt zurzeit Patente für seine Technologie.