Einleitung von Forschungsmaßnahmen in der neuen Synchrotron-Einrichtung im UK
Das UK hat die Türen zu einer brandneuen Synchrotron-Einrichtung, der größten wissenschaftlichen Einrichtung seit 30 Jahren, die im UK gebaut wird, geöffnet. Die "Diamond Light Source" beherbergt eine der hellsten Lichtquellen der Welt und wird Wissenschaftlern ermöglichen, mehr über die Struktur von Materie auf molekularer und atomarer Ebene herauszufinden. Forschungsgruppen der Universitäten in Durham, Oxford, Leicester und London wurden als erste Nutzer des Synchrotrons ausgewählt und werden das für die Feinabstimmung der ersten Experimentierstationen erforderliche Feedback liefern, bevor Diamond für internationale Forschungsteams zugänglich wird. Die ersten Nutzer untersuchen so vielfältige Themen wie Sensoren, Krebsmedikamente, elektronische Datenspeicherung und das Sonnensystem. David Eastwood, Doktorand an der Universität Durham, wird die Röntgenstrahlen von Diamond nutzen, um im Detail neue Sensoren zu untersuchen, die in Computerkomponenten zum "Lesen" der im Speicher befindlichen magnetischen Informationen verwendet werden. Die Forschung soll der Entwicklung kleinerer und empfindlicherer Sensoren dienlich sein, die zur Erfüllung der ständig steigenden Nachfrage nach leistungsfähigeren Computern und elektronischer Ausrüstung geeignet sind. Professor Dave Stuart von der Universität Oxford wird die Einrichtung zur Visualisierung der Struktur eines in unseren Zellen vorkommenden Proteinmoleküls verwenden, das mit der Entstehung von Krankheiten wie Krebs in Verbindung gebracht wird. Seine Forschung wird zur Entwicklung wirksamerer Medikamente zur Bekämpfung bestimmter Krebsarten beitragen. In der Einrichtung werden Elektronen in einen Beschleuniger geschossen. Die Elektronen werden dann in das kleine Synchrotron befördert und in den Speicherring injiziert. Magnete in dem großen Ring beugen und fokussieren die Elektronen, die annähernd auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Die verlorene Energie erscheint unterhalb der Beamlines als hoch fokussiertes Licht in Röntgenwellenlängen. Der Bau der Einrichtung kostete 260 Mio. GBP (394 Mio. EUR) und wurde hauptsächlich von der britischen Regierung mit Unterstützung des Wellcome Trust finanziert. Phase 1 umfasste den Bau von sieben Beamlines. Weitere 15 Beamlines werden in Phase 2 des Projekts hinzukommen, wobei der letzte bis 2011 fertig gestellt sein wird. Der britische Premierminister Tony Blair hob bei seinem Besuch der Diamond Light Source im November 2006 die Bedeutung der Wissenschaft für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des UK hervor. "Diese neue Spitzeneinrichtung zeigt die Bedeutung, die dieses Land der Wissenschaft und den Wissenschaftlern beimisst. Unser künftiger Wohlstand hängt mehr denn je von der harten Arbeit und der Genialität unserer Wissenschaftler und davon, wie wir ihre Forschung für Verbesserungen in unser aller Leben nutzen, ab. Genau das werden wir mit Hilfe der Diamond Light Source in vielen Bereichen schaffen können, von der Entwicklung neuer Medikamente bis hin zur Bekämpfung des Klimawandels", so Blair. Diamond wird die Synchrotron-Strahlungsanlage (SRS) in Daresbury, Cheshire, ersetzen, die Ende 2008 schließen soll. Viele Wissenschaftler im UK haben eine Zeit lang das Europäische Synchrotron in Grenoble, Frankreich, genutzt. Die Europäische Synchrotron-Strahlungsanlage (ESRF) wird von 18 europäischen Ländern finanziert. Der größte Beitragszahler ist Frankreich, das für 27,5 Prozent der Kosten des Projekts aufkommt, gefolgt von Deutschland (25,5 Prozent), Italien (15 Prozent) und dem UK (14 Prozent). Das Budget für 2007 beträgt 80 Mio. EUR. Jedes Jahr nutzen rund 3 500 Forscher die Einrichtung.
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