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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Europäisches Konsortium sucht nach einer umweltfreundlichen Methode zur Herstellung eines Malariamedikaments

Ein Zusammenschluss europäischer Universitäten und Unternehmen hat mit den Arbeiten zur Entwicklung und Prüfung einer Reihe neuer umweltfreundlicher Technologien begonnen, mit denen Artemisinin, ein in der Natur vorkommenden Wirkstoff, der zur Malariatherapie eingesetzt wird, ...

Ein Zusammenschluss europäischer Universitäten und Unternehmen hat mit den Arbeiten zur Entwicklung und Prüfung einer Reihe neuer umweltfreundlicher Technologien begonnen, mit denen Artemisinin, ein in der Natur vorkommenden Wirkstoff, der zur Malariatherapie eingesetzt wird, in großen Mengen gewonnen werden soll. Artemisinin wurde erstmals 1972 von chinesischen Forschern aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua) isoliert. In den frühen 1970er Jahren zeigten erste Versuche chinesischer Forscher mit Artemisinin-Extrakten an mit Malaria infizierten Mäusen, dass diese gegen den Parasiten genauso wirksam waren wie Chloroquin und Chinin. Heute weisen die meisten Patienten, die mit einer Kombinationstherapie auf Artemisininbasis behandelt werden, innerhalb von 24 Stunden eine klinische Verbesserung auf. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Medikamenten auf Artemisininbasis rapide gestiegen, da ein Malariaparasit aufgetreten ist, der resistent gegen praktisch alle Medikamente auf dem Markt, mit Ausnahme der Artemisininderivate ist. Dennoch ist die industrielle Herstellung dieser Medikamente auf Pflanzenbasis sehr problematisch, da bei der derzeitig eingesetzten Technologie das Erdölderivat Hexan eingesetzt wird. Dies ist ein Alkan, ein gesättigter Kohlenwasserstoff, der aus Erdöl hergestellt wird und sowohl toxisch als auch explosiv ist. Dadurch ist er umweltschädlich und hinsichtlich seiner sicheren Handhabung teuer. "In vielen Ländern der Welt wird Artemisia annua jetzt verstärkt angebaut. Wenn wir aber die Kosten des Endpräparats verringern wollen, müssen wir die Ausbeute durch ertragreichere Sorten steigern und neue, effizientere, sichere und umweltfreundlichere Extraktionsmethoden einführen", sagte Alexei Lapkin von der Universität Bath (Vereinigtes Königreich), einem der Projektpartner. In den kommenden neun Monaten wird das Konsortium an drei umweltfreundlicheren und kostenwirksameren Extraktionstechnologien arbeiten, bei denen alternative Lösungsmittel eingesetzt werden, wie zum Beispiel überkritisches Kohlendioxid (scCO2), teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoff HFC-134a, ionische Flüssigkeiten (IL) und Ethanol, um die Hexan-Methode zu ersetzen. Diese Lösungsmittel wurden bereits getestet und es wurde festgestellt, dass sie kürzere Extraktionszeiten haben und auch eine vollständigere Extraktion der Wirkstoffe des Einjährigen Beifußes ermöglichen. Sie sind außerdem wegen fehlender Explosionsrisiken erheblich sicherer, belasten die Umwelt in weit geringerem Maße und sind zusätzlich nach Gebrauch potenziell biologisch abbaubar. Das Projekt wird von der niederländischen Regierung und der gemeinnützigen Gesellschaft 'Medicines for Malaria Venture' (MMV) finanziert und unterstützt. Es beteiligen sich Universitäten und Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich und Deutschland.

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