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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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160 000 Jahre alter Zahn gibt Aufschluss über die Entwicklung des modernen Menschen

Ein Team von internationalen Wissenschaftlern hat aufgedeckt, dass die Lebensdauer des Homo sapiens, der vor über 160 000 Jahren gelebt hat, in etwa so lange war wie unsere heutige. Dank dem Fund eines Zahns eines frühen Homo-sapiens-Kindes in Jebel Irhoud, Marokko, und der ...

Ein Team von internationalen Wissenschaftlern hat aufgedeckt, dass die Lebensdauer des Homo sapiens, der vor über 160 000 Jahren gelebt hat, in etwa so lange war wie unsere heutige. Dank dem Fund eines Zahns eines frühen Homo-sapiens-Kindes in Jebel Irhoud, Marokko, und der von der Europäischen Synchrotron-Strahlungsanlage (European Synchrotron Radiation Facility - ESRF) in Frankreich zur Verfügung gestellten Technologie, konnten Wissenschaftler herausfinden, dass die Kindheit während der Altsteinzeit genauso lang dauerte wie die der heute lebenden Kinder. Veröffentlicht wurden die Entdeckungen in der Märzausgabe der US-amerikanischen Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (kurz: PNAS). Dadurch werden vorherige Studien widerlegt, die darauf hindeuteten, dass die Kindheit des frühen Homo sapiens wahrscheinlich kürzer und somit der von Primaten wie Gorillas und Schimpansen ähnlicher war. Bisher waren Wissenschaftler der Meinung, dass der moderne Mensch sich erst vor 20 000 bis 30 000 Jahren entwickelte. Die neue Studie legt nun den Zeitpunkt seines Auftauchens mehr als 100 000 Jahre früher fest. Zähne können uns eine Menge Informationen über die Evolution des Menschen liefern, da ihr Wachstumsmuster sich mit anderen Aspekten hinsichtlich der Entwicklung und des Wachstums eines Primaten deckt. Das Forschungsteam, das von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und dem ESRF geleitet wurde, verwendete die synchrotrone Mikrotomographie, um die Wachstumslinien im Zahn zu zählen und dadurch - ähnlich wie beim Zählen der Jahresringe eines Baumstamms - das Alter des Besitzers zu bestimmen. Sie legten das Alter des Kindes, dem der Zahn gehörte, auf etwa acht Jahre fest. Im Gegensatz zu früheren fossilen Menschen, die ein kürzeres und schnelleres Wachstum ähnlich dem von Schimpansen zeigten, demonstrieren diese neuen Forschungsergebnisse, dass die Zähne von Homo-sapiens-Kindern von vor 160 000 Jahren viel langsamer wuchsen, was auf eine längere Kindheit hinweist. Bei der ESRF arbeiteten die Forscher mit Synchrotronlicht und kombinierten eine neue Technik namens "Phase Imaging" mit der Entwicklungsanalyse. "Dies ist der erste zerstörungsfreie Versuch, die Zahnentwicklung mit einem hohen Grad an Präzision zu beschreiben, da die Synchrotronbilder mikroskopisch kleine Wachstumslinien enthüllen, ohne dabei die Probe zu beschädigen", erklärte Paul Tafforeau, einer der Autoren und Entwickler der virtuellen Paläohistologie für Zähne unter Verwendung von Synchrotronlicht.

Länder

Australien, Deutschland, Frankreich, Marokko, Vereinigtes Königreich

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