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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Studie hebt gefährliche Wirkung von UV-Licht auf das Leben in Meeren und Süßgewässern hervor

Ultraviolette Strahlung ist nicht nur für uns Menschen gefährlich. Einem von den Vereinigten Nationen in Auftrag gegebenen Bericht zufolge schaden diese gefährlichen Strahlen auch zahlreichen Organismen in Meeren und Süßgewässern. Dieser Bericht wurde von deutschen, indische...

Ultraviolette Strahlung ist nicht nur für uns Menschen gefährlich. Einem von den Vereinigten Nationen in Auftrag gegebenen Bericht zufolge schaden diese gefährlichen Strahlen auch zahlreichen Organismen in Meeren und Süßgewässern. Dieser Bericht wurde von deutschen, indischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern erstellt und bietet eine Analyse mehrerer hundert Einzelstudien über die Auswirkungen der UV-Strahlung. Er deckt zahlreiche Organismen ab: angefangen bei Plankton und Fröschen bis hin zu Fischen. Er wurde in der jüngsten Ausgabe des Magazins der Royal Society of Chemistry "Photochemical & Photobiological Sciences" veröffentlicht. Ozon und Aerosole sind der Hauptfilter in der Atmosphäre, der schädigende UV-Strahlung reduziert, bevor sie die Erdoberfläche erreicht. Da die Ozonschicht wegen der Umweltverschmutzung immer dünner wird, werden gefährliche Strahlen vermehrt durchgelassen. Obwohl es schwierig ist, die Auswirkungen der UV-Strahlenbelastung auf das gesamte Ökosystem zu messen, zeigt dieser Bericht auf, inwiefern das Leben in den Meeren und den Süßgewässern davon betroffen ist. Organismen aus den Polarregionen, wo die Ozonschicht am dünnsten ist, und in klaren Seen und Bergregionen seien wahrscheinlich am meisten gefährdet, schreiben die Autoren des Berichts. Unter den bedrohten Arten ist Phytoplankton, das bei weitem zu den größten Erzeugern von Biomasse in den Ozeanen gehört und die Grundlage für die Nahrungsmittelkette in den Gewässern darstellt. Seine Produktivität kommt der aller ländlichen Ökosysteme zusammen gleich. Der Bericht weist auf einige Untersuchungen hin, die zeigen, wie hohe Sonnenstrahlungswerte die Photosynthese, die Nährstoffaufnahme und das Wachstum einiger Spezies erheblich behindern. Bei den Seeigeln führt UV-Strahlung zum programmierten Zelltod (Apoptose) bei der embryonalen Entwicklung, während bei Fröschen die gefährlichen Strahlen zu Deformationen und zum Tod zu führen scheinen. Auch für Fische ist UV-Strahlung eine Bedrohung. Obwohl die Hauptgründe für den Rückgang der weltweiten Fischbestände Überfischung, Raubbau und eine schlechte Nahrungszufuhr für die Larven sind, glauben die Wissenschaftler, dass Temperaturerhöhung und UV-Lichtaussetzung zu diesem Rückgang noch weiter beitragen werden. Es wurde bereits nachgewiesen, dass solare UV-Strahlung zu DNA-Schäden bei den Eiern und Larven des atlantischen Kabeljaus führen kann, während künstliche UV-Strahlung massive Apoptosen bei den Embryonen der japanischen Flundern auslöst. Aquatische Ökosysteme produzieren über 50 % der Biomasse auf unserem Planeten und sind Schlüsselkomponenten der Biosphäre unserer Erde. Die Ergebnisse des Berichts sind deshalb so besorgniserregend, weil Schäden durch UV-Strahlung ernste Konsequenzen auf die Produktivität dieser Ökosysteme haben könnten. Auch könnte dies zu weiteren Folgen für den Klimawandel führen, da durch UV-Schäden die Produktivität der Ökosysteme der Meere gesenkt und die Fähigkeit der Ozeane, das Treibhausgas Kohlendioxid aufzunehmen, zurückgehen würden. Dieses zusätzliche atmosphärische CO2 könnte dann einen weiteren Beitrag zur globalen Erwärmung darstellen.

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