Der weltweit stärkste Magnet zieht Forscher nach Berlin
Das Hahn-Meitner-Institut Berlin (HMI) plant den Bau des weltweit stärksten Magneten für Neutronenexperimente in Berlin, Deutschland. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2010 soll der 6,4 Millionen Euro teure Magnet, der hauptsächlich vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird, ein Magnetfeld von 25 bis 30 Tesla erzeugen - mehr als eine halbe Million mal stärker als das Magnetfeld der Erde. Er wird das derzeitige am HMI laufende 15-Tesla-System in den Schatten stellen. Zusätzlich zu den 6,4 Millionen Euro für den Magneten werden weitere 10,6 Millionen Euro in die Infrastruktur des Magneten wie die Kühlung und die Stromzufuhr investiert. "Mit diesem Großgerät wird das Hahn-Meitner-Institut selbst zu einem Magneten, der Forscher aus aller Welt nach Berlin zieht." sagte Thomas Rachel, parlamentarischer Staatssekretär im BMBF. Um diese noch nie da gewesene Magnetkraft zu erreichen, wird das System mit einer Kupferspule innerhalb eines supraleitenden Magneten, der mit flüssigem Helium gekühlt wird, konstruiert. Die eingesetzte Kupferspule wird unter Strom gesetzt, während die supraleitende äußere Spule bei einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt widerstandsfrei Strom leiten wird. Indem sie die Stromquellen dieser Technologien kombinieren, können die Ingenieure extrem hohe Magnetfelder mit nur einem Drittel der benötigten Energie herkömmlicher Magneten erzeugen. Durch seinen konischen und horizontalen Aufbau wird sich der Magnet ideal für Neutronenstreuungsexperimente eignen, da er die Neutronen mit viel größeren Winkeln streuen werden kann als herkömmliche Hochfeldmagneten. Neutronenstreuung gilt als einer der besten Wege zur Untersuchung von Atomen, um Werkstoffstrukturen besser verstehen zu können. Von den Experimenten an dem neuen Magneten erwarten Forscher neue Erkenntnisse zu Fragen aus der Physik, Chemie, Biologie und den Materialwissenschaften, unter anderem Beiträge zum Verständnis der Hochtemperatursupraleitung - der Fähigkeit einzelner Substanzen, Strom schon bei höheren Temperaturen ohne Widerstand zu leiten. Bauen wird den Magneten das National High Magnetic Field Laboratory und die Florida State University in den USA.
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