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Polnische und französische Forscher entwickeln einfachen Pflastertest für Allergien

Forscher aus Polen und Frankreich haben im Rahmen des EUREKA-Projekts einen neuen, vereinfachten Pflastertest (Patch-Test) entwickelt, mit dem es möglich ist, die am meisten verbreiteten Allergien bei Kindern zu erkennen. Nach Angaben der European Federation of Allergy and A...

Forscher aus Polen und Frankreich haben im Rahmen des EUREKA-Projekts einen neuen, vereinfachten Pflastertest (Patch-Test) entwickelt, mit dem es möglich ist, die am meisten verbreiteten Allergien bei Kindern zu erkennen. Nach Angaben der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations (EFA) leiden schätzungsweise 1-2% der Erwachsenen und 5-7% der Kinder an irgendeiner Form von Lebensmittelallergie. Häufige Lebensmittelallergien bei Kindern betreffen beispielsweise Milch, Mais, Soja, Nüsse und Hausstaubmilben. "Seit ungefähr 10 Jahren bereiten Lebensmittelallergien Kinderärzten vermehrt große Sorgen", erklärt Pierre-Henri Benhamou vom französischen Projektpartner DBV Technologies, "besonders denen, die sehr junge Kinder behandeln. Gerade bei dieser Patientengruppe stiegen die Fälle ständig an. Ein Trend, der von Statistiken der französischen Arzneimittel-Agentur bestätigt wird, die fast eine Verdopplung der Häufigkeit von Lebensmittelallergien in den letzten 10 Jahren aufzeigen." Reaktionen auf Lebensmittel treten normalerweise sehr schnell auf, innerhalb einer Stunde (manchmal sogar innerhalb von Sekunden) nach dem Verzehr. Allerdings sind in den letzten Jahren auch Allergien aufgetreten, die verzögerte Reaktionen aufweisen, bei denen die Symptome erst Stunden nach dem Verzehr auftreten. "Diese Allergien werden von Lebensmitteln hervorgerufen, die die Grundlage der täglichen Ernährung bilden und für die die Patienten nur allmählich sensibilisiert werden. Anders als bei den herkömmlichen Allergieformen bereiten die verzögerten Formen bei der Diagnose große Probleme", sagt Dr. Benhamou. Um mit beiden Arten von Allergien fertig zu werden, haben Forscher einen Pflastertest namens DIALLERTEST entwickelt, der direkt und schmerzlos auf dem Rücken des Kindes angebracht wird. Ein weiteres Pflaster (engl.: Patch) ohne Reizmittel wird zur Kontrolle angebracht. Die Pflaster werden dann 48 Stunden später abgenommen. Geschwollene und gerötete Hautstellen unter dem ersten Patch zeigen eine allergische Reaktion an. Der DIALLERTEST unterscheidet sich von anderen Pflastertests darin, dass er keine Zusatzstoffe oder flüssige Substanzen verwendet, um das verdächtige Allergen an der richtigen Stelle zu halten. Stattdessen wird das Allergen mithilfe elektrostatischer Kräfte in Form eines trockenen Puders auf das Pflaster aufgetragen. Sobald es auf der Haut angebracht ist, wird durch den Luftabschluss das Pflaster hydriert und die Hautporen erweitern sich. Dadurch wird die schnelle und anhaltende Aufnahme des Allergens durch die Haut begünstigt. "Dies bedeutet eine wesentliche Vereinfachung des Pflastertests", erklärt Dr. Benhamou. "Mit dieser Methode können wir eine viel genauere Kontrolle über die Menge des zugefügten Allergens bewahren. Das bedeutet eine besser messbare und reproduzierbare Reaktion und, letztendlich, verlässlichere und standardisierte Tests für die Kuhmilcheiweiß-Allergie. Darüber hinaus werden die Allergene in ihrer reaktivsten Form, dem Puder, eingesetzt." Die neue Diagnosemethode ist auf ein großes Interesse bei der pharmazeutischen Industrie gestoßen, und ein weltweit führender Hersteller von Kindernahrung hat zugesagt, das Produkt zu vermarkten.

Länder

Frankreich, Polen