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Wissenschaftler rufen G8-Staaten zur Förderung von Energieeffizienz und Innovation auf

Die Köpfe der nationalen Wissenschaftsakademien der G8-Länder und fünf weiterer wichtiger internationaler Akteure haben Erklärungen über die Notwendigkeit des Schutzes und der Förderung von Innovation und der Zusammenarbeit zur Sicherung der Effizienz und Nachhaltigkeit von En...

Die Köpfe der nationalen Wissenschaftsakademien der G8-Länder und fünf weiterer wichtiger internationaler Akteure haben Erklärungen über die Notwendigkeit des Schutzes und der Förderung von Innovation und der Zusammenarbeit zur Sicherung der Effizienz und Nachhaltigkeit von Energie unterschrieben. Die Erklärungen wurden der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht, die dem G8-Treffen im Juni vorsitzen wird. Die Erklärung zur Innovation enthält konkrete Vorschläge, wie die Rechte des geistigen Eigentums geschützt werden können. Zu Energie und Umwelt dagegen wird hervorgehoben, dass es notwendig sei, zusammenzuarbeiten und gemeinsame strategische Ziele zu finden. Die Erklärungen wurden von den Präsidenten der nationalen Wissenschaftsakademien der G8-Länder (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland, das Vereinigte Königreich und die USA) sowie von den Leitern von Akademien in Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika unterzeichnet. "Der Umfang von Forschung und Entwicklung - von Regierungen und von der privaten Industrie weltweit - ist in Anbetracht der Größe und Dringlichkeit der Herausforderung [des Klimawandels] viel zu gering," sagte der Präsident der Royal Society des Vereinigten Königreichs, Martin Rees. "Ob bei der Entwicklung saubererer Treibstoffe oder bei der Einführung von effizienteren elektrischen Haushaltsgeräten, Veränderungen können ein Ansporn für wirtschaftliches Wachstum sein und den Verbrauch des Einzelnen von Strom und Heizkraft senken." Die Erklärung zur Innovation erinnert die G8-Chefs gleich zu Beginn daran, dass Innovation der "Motor für die Wirtschaft" ist. Auch die Entwicklungsländer konzentrieren sich vermehrt auf Innovation als Weg zu Wachstum und Nachhaltigkeit, und die Industrieländer sollten den Wissenstransfer zu diesen Ländern unterstützen, heißt es in der Erklärung. Aber die Förderung von Innovation helfe wenig, wenn man sie nachher nicht schützt. Der Verstoß gegen die Rechte geistigen Eigentums untergrabe den langfristigen Fortschritt von Innovation und den G8-Ländern falle die Rolle zu, den Schutz geistigen Eigentums durch nationale und internationale Gesetze abzusichern und gleichzeitig den Zugang zu Wissen zu vereinfachen, sagen die Wissenschaftler. Die G8-Länder sollten vereinheitlichte Normen aufstellen, um die frühe Verbreitung von Wissen durch eine angemessene "Schonfrist" zu fördern. Eine solche Bestimmung würde den Erfinder vor nachteiligen Folgen seiner oder ihrer Veröffentlichung vor Ablauf der Frist schützen, heißt es in der Erklärung. Die Erklärung spricht auch frühere Versuche zur Vereinheitlichung der Bedingungen und zum Wissensaustausch an. Versuche, ein Übereinkommen über das materielle Patentrecht zu schaffen, haben Probleme aufgeworfen. "Da die wichtigsten Unterschiede und Austauschbedingungen zwischen den Rechtssystemen der G8-Staaten bestehen, könnten diese am weitesten industrialisierten Länder untereinander ein vorläufiges Abkommen schmieden", schlagen die Autoren vor. Das System könnte derzeitige bewährte Praktiken der Such- und Bewertungsmethoden einschließen. Die Erklärung geht auch auf das Problem des Ertrags des Nordens ein, wenn eine patentierte Technologie in der südlichen Welt angewandt wird. Die Akademien schlagen folgende Lösung vor: "Die G8-Regierungen sollten eine Subventionierung der Entwicklung solcher patentierter Technologien und danach ihre Vermarktung im Süden in Erwägung ziehen. Dies könnte dadurch erreicht werden, dass die Technologieentwicklung durch ein Programm am Anfang des Patentverfahrens subventioniert würde." Im Gegenzug würden sich die Regierungen des Südens dazu verpflichten, diese Patente zu schützen und die lizenzierte Herstellung vor Ort zu kontrollieren. Zur Umwelt stellt die Erklärung fest, dass die Klimaschutzziele häufig im Konflikt mit Wachstumszielen innerhalb der herkömmlichen Entwicklungsparadigmen stehen. Aber auch die Suche nach den richtigen Lösungen wird das Wachstum langfristig ankurbeln. Der Erklärung zufolge hat der Schlüssel zur Verlangsamung des Klimawandels drei Zacken. Diese sind: die Erreichung besserer Energieeffizienz, der Einsatz von Energiequellen mit wenig oder ohne Kohlenstoff sowie die Verringerung des Kohlenstoffs in der Umwelt. "Vor diesem Hintergrund wird es notwendig sein, neue Quellen und Systeme für die Energieversorgung zu entwickeln und anzuwenden. Dazu gehören saubere Kohle, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, unkonventionelle fossile Brennstoffquellen, fortgeschrittene Kernenergiesysteme, fortgeschrittene Systeme erneuerbarer Energien, intelligente Netze und Energiespeichertechnologien", heißt es in der Erklärung. Die Autoren fügen hinzu, dass das Portfolio von Ansätzen nur mithilfe "aggressiver Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation, mit Maßnahmen von der Grundlagenforschung über strategische Analysen hin zu praktischen Anwendungen", entwickelt werden kann. Die wichtigsten Probleme für die Forschung sind zurzeit: die Probleme bei der Überbrückung von Engpässen der erneuerbaren Energien, die Umwandlung von Biomasse in Treibstoffe für den Verkehr sowie die Fragen zu Sicherheit, Abfall und Unrentabilität im Bereich der Kernenergie. Die Erklärung spricht sich außerdem für Grundlagenforschung zum Klimasystem, zu den klimatischen Auswirkungen, zu Gefährdungen in allen Maßstäben sowie für Studien zum Verhalten und zu anderen zentralen sozialen Fragen bei der Umsetzung technologischer und institutioneller Lösungen aus. Die Afrikanische Union hat ähnliche Erklärungen vorbereitet, um sie Bundeskanzlerin Merkel zu übergeben.