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Potocnik: Privatwirtschaft kann Entwicklung durch Forschung unterstützen

Im Norden genau wie im Süden, so der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik, hängt das Potenzial für Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung eines Landes wesentlich davon ab, wie erfolgreich es private Forschungsinvestitionen anzieht. "Europa alleine kann ke...

Im Norden genau wie im Süden, so der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik, hängt das Potenzial für Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung eines Landes wesentlich davon ab, wie erfolgreich es private Forschungsinvestitionen anzieht. "Europa alleine kann keine Entwicklung 'schaffen'. Auch die Privatwirtschaft kann das nicht. Und Forschung auch nicht. Aber gemeinsam können sie die Voraussetzungen für Entwicklung schaffen. Und genau das ist die Aufgabe, die vor uns liegt", erklärte der Kommissar im Rahmen einer Veranstaltung in Slowenien. Entwicklungsländer wenden sich oft wegen Entwicklungshilfe an die Regierungen des Nordens, doch laut Potocnik sind es die Investitionen aus dem Privatsektor, die wirklich etwas bewegen können. Er wies darauf hin, dass Entwicklung, genau wie Forschung, nicht notwendigerweise an den Landesgrenzen halt macht. So hat Mumbai in Indien mehr Millionäre als viele einzelne Länder in der EU, und dennoch gehört Indien nach wie vor in die Kategorie der Entwicklungsländer. Eine andere indische Stadt, Bangalore, bringt schneller Millionäre hervor als jede andere Stadt der Welt. "Und was hat Bangalore berühmt gemacht? Seine Forschungs- und Entwicklungsbasis. Man frage nur einmal Google, Nokia, Bell und die vielen anderen Unternehmen dort", so der Kommissar. Mit ihrem Barcelona-Ziel, nämlich bis 2010 drei Prozent des BIP in Forschung zu investieren, hat die EU im Jahr 2000 die Bedeutung der Forschungsinvestitionen der Privatwirtschaft unmissverständlich dargelegt. Zwei Drittel dieser Investitionen sollten aus der Privatwirtschaft kommen. Aber weder die öffentliche Hand noch der Privatsektor werden wohl diese Ziele erreichen. Die Akquise privatwirtschaftlicher Investitionen setzt natürlich eine gewisse Vorarbeit seitens der Behörden voraus. Daher hat die EU verschiedene Anreizsysteme für private Investitionen eingeführt. In den Entwicklungsländern sollte man sich darauf konzentrieren, die Wissensbasis durch Bildung, Forschung, Infrastruktur und Schulungen zu verbreitern, empfahl Potocnik. "Dadurch erarbeiten sich die Entwicklungsländer eine bessere Ausgangsposition für ihre Beteiligung an der Weltwirtschaft", fügte er hinzu.