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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Forscher entschlüsseln ein Geheimnis der Zellteilung

Ein europäisches Forscherteam hat ein theoretisches Modell der Zellteilung erstellt, eines Entwicklungsschritts, in dessen Verlauf sich eine Mutterzelle in zwei Tochterzellen teilt. Die Zellteilung ist eine wesentliche Voraussetzung für zahlreiche Prozesse im Körper - ob Wac...

Ein europäisches Forscherteam hat ein theoretisches Modell der Zellteilung erstellt, eines Entwicklungsschritts, in dessen Verlauf sich eine Mutterzelle in zwei Tochterzellen teilt. Die Zellteilung ist eine wesentliche Voraussetzung für zahlreiche Prozesse im Körper - ob Wachstum oder Wundheilung, ob Kampf gegen Infektionen oder Zellerneuerung. In jedem Augenblick gibt es etwa 250 Milliarden Mutterzellen in unserem Körper, die sich gerade in 500 Milliarden Tochterzellen teilen. Jede neu entstandene Zelle hat eine vordefinierte Lage. Die Mutterzelle nimmt einen spezifischen Platz zwischen anderen Zellen eines Gewebes ein, und damit diese Organisation nicht gestört wird, wird auch den Tochterzellen sozusagen ihr eigener Platz zugewiesen. Durch das individuelle Umfeld der Zelle bedingte Einschränkungen beeinflussen die Teilung und Lage der Tochterzellen. Somit wird eine exakte Positionierung gewährleistet, die unbedingt erforderlich ist, um die Form der Gewebe und Organe beizubehalten. In ihrem jüngsten Forschungsprojekt haben Biologen des französischen Marie-Curie-Instituts und Physiker des Max-Planck-Instituts mithilfe von Mikrotechnologien die Auswirkungen des den Zellen zur Verfügung stehenden Raums und räumlicher Beschränkungen auf die Teilung und Positionierung der Zellen (die sogenannte Orientierung) untersucht. Aus ihren Beobachtungen konnten die Forscher ein theoretisches Modell ableiten, anhand dessen Aussagen zur Orientierung der zellulären Teilung getroffen werden können. Das Modell basiert auf den Kräften, die sich auf die mitotische Spindel im Inneren der Zelle auswirken, und kann prognostizieren, ob die Zellteilung korrekt verlaufen wird. Darüber hinaus kann das Modell zeigen, dass bestimmte Mikroumweltelemente eine asymmetrische Zellteilung hervorrufen, das heißt, dass aus der Teilung der Mutterzelle zwei nicht identische Tochterzellen entstehen. Das Modell könnte also Ärzten helfen, eine genauere Diagnose zu stellen, wenn sie Störungen bei der Teilung einer pathologischen Zelle untersuchen, die Krebs verursachen könnten.

Länder

Deutschland, Frankreich