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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Neue Leitlinien werden bei der Diagnose einer Überempfindlichkeit gegen Aspirin helfen, hoffen Wissenschaftler

Europäische Forscher haben Leitlinien veröffentlicht, die Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der richtigen Diagnose einer Überempfindlichkeit gegen Aspirin helfen sollen. Die Arbeit, die durch das Sechste Rahmenprogramm (RP6) der EU über das globale Allergie- und Asthmane...

Europäische Forscher haben Leitlinien veröffentlicht, die Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der richtigen Diagnose einer Überempfindlichkeit gegen Aspirin helfen sollen. Die Arbeit, die durch das Sechste Rahmenprogramm (RP6) der EU über das globale Allergie- und Asthmanetzwerk Europas GA2LEN (Global allergie and asthma European network) gefördert wurde, wurde online im Magazin Allergy veröffentlicht. Die Überempfindlichkeit gegen Aspirin und andere nicht-steroide entzündungshemmende Medikamente (NSAID, non-steroidal anti-inflammatory drugs) gehört zu den verbreitetsten unerwarteten Nebenwirkungen. Schätzungsweise rund 0,6-2,5% der Bevölkerung leiden an einer Überempfindlichkeit gegen diese Medikamente. Unter Asthmatikern liegt diese Zahl weit höher. Aus einer jüngsten Studie geht hervor, dass Aspirin von 21% der Asthmatiker nicht vertragen wird. Zu den Zeichen für eine Überempfindlichkeit gegen Aspirin gehören ein allergieähnliches Asthma, Nebenhöhlenentzündung und Nesselsucht, ein juckender Hautausschlag. In extremen Fällen können die Reaktionen so gefährlich wie ein Asthmaanfall oder ein Allergieschock sein. Leider wird eine Überempfindlichkeit gegen Aspirin meist übersehen und nicht diagnostiziert. "Die Etablierung einer Diagnose der Überempfindlichkeit gegen Aspirin ist äußerst wichtig", schreiben die Wissenschaftler. "Damit erhält der Patient eine lange Liste verbreiteter Medikamente an die Hand, die er meiden muss, da sie das Risiko einer lebensgefährlichen Reaktion bergen, und in der auch steht, welche NSAID er sicher einnehmen kann." Um eine Überempfindlichkeit zu prüfen, wird normalerweise ein Provokationstest durchgeführt, bei dem den Patienten unter ärztlicher Aufsicht kleine Dosierungen des Medikaments verabreicht werden. Diese Dosierung wird graduell angehoben. Eine Überempfindlichkeit wird diagnostiziert, wenn die Lungenfunktion des Patienten um über 20% zurückgegangen ist. In ihrem Bericht haben die Forscher detaillierte Protokolle für orale, bronchiale und nasale Provokationstests dargelegt, die die Indikationen und Kontraindikationen für die Tests, die notwendige Ausrüstung sowie Leitlinien zur Interpretation der Testergebnisse umfassen. "Wir hoffen, dass dieses Grundsatzdokument die Ärzte zur Diagnose befähigen wird", kommentierte Professor Andrew Szczeklik von der Medizinischen Fakultät der Jagellionischen Universität in Krakau, Polen. "Die richtige Diagnose wird den [Patienten] zugutekommen, da sie von ihren Ärzten auf alternative Medikamente umgestellt werden können, die für sie ungefährlich und ohne Nebenwirkungen sind."

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