Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Schmerzen stillen ohne Nebenwirkungen

Das EU-finanzierte SOS-Projekte ("Safety of non-steroidal anti-inflammatory drugs") will medizinischem Personal Orientierungshilfen zu den kardiovaskulären und den gastrointestinalen Risiken geben, die mit manchen schmerzstillenden Mitteln verbunden sind. Die Projektergebnisse...

Das EU-finanzierte SOS-Projekte ("Safety of non-steroidal anti-inflammatory drugs") will medizinischem Personal Orientierungshilfen zu den kardiovaskulären und den gastrointestinalen Risiken geben, die mit manchen schmerzstillenden Mitteln verbunden sind. Die Projektergebnisse sollen schließlich beim Schutz des Patienten gegen diese Nebenwirkungen helfen. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wirken schmerzstillend und entzündungshemmend und werden Patienten mit Arthritis und anderen degenerativen Gelenkerkrankungen regelmäßig verabreicht. Experten glauben jedoch, dass diese Medikamente auch für zahlreiche Probleme des Verdauungstraktes verantwortlich sind, unter denen in der EU jedes Jahr Tausende Patienten leiden. Und diese Komplikationen sind manchmal schwerwiegender als die Erkrankung selbst, gegen die diese Medikamente verabreicht wurden. Cox-2-Hemmer sind eine neue Gruppe entzündungshemmender Arzneimittel, die magenschonender sind. Doch wird ihre Einnahme jetzt mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Verbindung gebracht. Doch Experten sind vorsichtig und warnen, dass ein Mittelweg gefunden werden muss, um beide Risiken abzuwehren. In der EU sind dreißig verschiedene NSAR auf dem Markt, wobei Aspirin und Ibuprofen am meisten eingenommen werden. Die Nebenwirkungen können sich von Mensch zu Mensch unterscheiden und angesichts des riesigen Angebots an NSAR ist eine präzise Verschreibung sehr schwierig. Das SOS-Projekt, das mit 2,8 Mio. EUR aus dem Themenbereich Gesundheit des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU finanziert wird, wird die Krankengeschichten von mehr als 35 Millionen Europäern aus der allgemeinen Bevölkerung untersuchen, wodurch dies die größte Studie über die Sicherheit von NSAR aller Zeiten sein wird. An dem Projekt arbeiten elf Forschungseinrichtungen aus Europa und Kanada. Mit den Ergebnissen ihrer Zusammenarbeit wollen sie Klinikern und Regulierungsbehörden (z.B. Arzneimittelagenturen) Modelle zur Entscheidungshilfe an die Hand geben, um sie bei der Auswahl des NSAR zu leiten. Die Ergebnisse des SOS-Teams sollen Ärzten bei der Entscheidung helfen, welches NSAR das geringste gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiko für den jeweiligen Patienten hat. Julia Hippisley-Cox, Professorin für klinische Epidemiologie und allgemeine Praxis an der Universität Nottingham im Vereinigten Königreich, erklärte, dass das Projekt bei der Quantifizierung und dem Vergleich der Risiken verschiedener NSAR auf der Grundlage des individuellen Patientenprofils behilflich sein und Patienten und Ärzte die Entscheidung im Hinblick auf die Behandlungsmöglichkeiten erleichtern werde. Das Team sichtet die Literatur zu klinischen Versuchen und Beobachtungsergebnissen, um die bestehenden Wissenslücken zu begreifen und methodische Unstimmigkeiten in diesen Studien aufzuspüren. Die medizinischen Informationen von über 35 Millionen Patienten, die mit NSAR behandelt werden, sollen aus Gesundheitsdatenbanken in Deutschland, Italien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich entnommen werden. Diese Daten bilden die Grundlage für mehrere Modelle, mit denen das Wissen zusammengeführt werden soll, das letztendlich die Entscheidungsfindung in der klinischen Praxis unterstützen wird. An dem SOS-Konsortium sind Experten aus folgenden Einrichtungen beteiligt: vom Erasmus University Medical Centre in den Niederlanden, von der Fundacio IMIM in Spanien, der Universitá di Milano-Bicocca in Italien, dem Research Triangle Institute in Spanien, der Universität Bremen in Deutschland, dem Research Institute des Health Centre der McGill University in Kanada, dem Azienda Ospedaliera di Padova in Italien, der PHARMO Cooperation in den Niederlanden� dem Victor-Segalen Bordeaux II in Frankreich, dem Azienda Sanitaria Locale della provincia di Cremona in Italien und der University of Nottingham im Vereinigten Königreich.

Verwandte Artikel