ESA meldet Erfolg bei Hubschrauber-Testflügen zu EGNOS
Die Europäische Weltraumorganisation hat den erfolgreichen Testabschluss des europäischen geostationären Navigationssystems (EGNOS) gemeldet. Der Service wurde genutzt, um einen Hubschrauber bei der Annäherung und Landung auf einem Landeplatz eines medizinischen Notfalldienstes in Lausanne, Schweiz, zu leiten. Ihre Fähigkeiten zur Anpassung und überall hin zu gelangen machen Hubschrauber für Notfalleinsätze ideal, aber bei eingeschränkter Sicht wird ihr Einsatz durch Flugverordnungen begrenzt. Die genaue Positionsübermittlung und Integritätsprüfung des Navigationssystems durch EGNOS wird ein zentraler Dienst für immer und überall einsetzbare Rettungsdienste sein - das konnte während der Tests demonstriert werden. Die Tests in Lausanne wurden von Eurocopter mithilfe ihres experimentellen EC155 Allwetterhelikopters (Hélicoptère Tous Temps - HTT) durchgeführt. skyguide, der Schweizer Flugsicherungsdienst, koordinierte dieses Versuchsprogramm. Es bestand aus einer Reihe von Testanflügen des HTT auf einen Landeplatz eines medizinischen Hubschraubernotdienstes (HEMS) auf dem Dach der Universitätsklinik Lausanne. Das Versuchsteam wurde auf dem Flugplatz La Blécherette von der schweizerischen Rettungsflugwacht (REGA) untergebracht, die ebenfalls an den Testflügen teilnahm. Die Testanflüge wurden von skyguide mit Anflugwinkeln von 6° und 9° aufgebaut. Das anfängliche Feedback der Testpiloten war, dass die Anflüge trotz ihrer Steilheit - der Standardanflugwinkel beträgt 3° - dank der dreidimensionalen Führung von EGNOS leicht zu fliegen waren. Die vertikale Führung für die Piloten ist ein wichtiger Vorteil von EGNOS gegenüber dem Globalen Positionierungssystem (GPS). Die steileren Anflugwinkel vermindern auch die Lärmbelästigung auf dem Boden, da der Helikopter in größerer Höhe bleiben kann, bis er näher an seinem Ziel dran ist, um dann den letzten Sinkflug zu beginnen. Zusätzlich vermindert ein höherer Anflugwinkel das Geräusch, das von den Rotorblättern erzeugt wird, wenn sich der Hubschrauber dem Boden nähert. Die Durchführung von Instrumentenanflügen für HEMS-Einsätze wird es den Notdiensten ermöglichen, ihre Einsätze bei Wetterbedingungen fortzusetzen, die sonst ihre Hubschrauber am Boden halten würden. Die Versuche wurden als Teil des GIANT-Projekts (GNSS Introduction in the AviatioN secTor) durchgeführt. GIANT ist ein Projekt unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) der Europäischen Kommission, das darauf ausgerichtet ist, die Einführung von EGNOS- und Galileo-Diensten in den Luftfahrtmarkt zu unterstützen und gleichzeitig den Behörden zu demonstrieren, dass die erforderten Sicherheitsstandards eingehalten wurden. Die Helikopter-Versuche folgen EGNOS/GIANT-Versuchen mit Starrflüglern in Spanien. Weitere GIANT-Flugversuche werden im Verlauf des Jahres 2007 auf Flughäfen in Europa und auf einer Bohrinsel in der Nordsee durchgeführt. EGNOS ist ein gemeinsames Programm der Europäischen Weltraumorganisation, der Europäischen Kommission und Eurocontrol. Es wurde aus einem Netzwerk aus mehr als vierzig Stationen aus ganz Europa, die Daten des GPS aus den USA sammeln, aufzeichnen, korrigieren und verbessern aufgebaut. Die modifizierten Signale werden dann über geostationäre Satelliten zu den Nutzerterminals übertragen und bieten eine Positionsgenauigkeit von unter 2 Metern, verglichen mit 15 bis 20 Metern des GPS alleine. Zusätzlich dazu bietet EGNOS eine Garantie für diese Signale, die GPS nicht leistet.