Europäischer Forschungsrat schließt erste Phase des Bewertungsverfahrens ab
Insgesamt 559 Bewerber wurden für die nächste Phase des Bewertungsverfahrens für die Beihilfen des Europäischen Forschungsrats ausgewählt, die für die Aufnahme von Forschung gedacht sind und sich an Nachwuchswissenschaftler richten. Die Bewerber wurden aus 9 167 Vorschlägen ausgewählt. Sie müssen jetzt bis zum 17. September eine umfassende Beschreibung ihres Projektvorschlags vorlegen. Das Auswahlverfahren, in dem Einzelgespräche mit Bewerbern stattfinden, wird voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern. Es wird davon ausgegangen, dass mit einem Budget von 290 Mio. EUR für die erste Beihilferunde etwas weniger als die Hälfte der 559 Bewerber Unterstützung erhalten wird. "Die erste Phase des Peer-Review-Bewertungsverfahrens lief trotz der überwältigenden Reaktion auf den ersten Aufruf sehr gut", so Professor Fotis Kafatos, Präsident des Europäischen Forschungsrats. Er fügte hinzu, dass es "angesichts der Tatsache, dass lediglich 559 von der beeindruckenden Zahl von Vorschlägen für die zweite Phase ausgewählt wurden, unvermeidbar ist, dass viele gute Bewerber enttäuscht sein werden, nicht weitergekommen zu sein." Diese Bewerber werden jedoch Feedback von den einzelnen Bewertern zu ihren Vorschlägen und den Schlussfolgerungen des Gremiums erhalten. Eine Aufschlüsselung der Daten der ausgewählten Bewerber bietet interessanten Lesestoff. Der typische Bewerber ist männlich (insgesamt 76 Prozent der ausgewählten Bewerber sind männlich, obwohl dies je nach Forschungsbereich unterschiedlich ist), 36 Jahre alt und verfügt über etwa vier bis neun Jahre Erfahrung nach Erwerb des Doktortitels. Insgesamt 45 Prozent der 559 Vorschläge entfallen auf die Bereiche Physik, Mathematik und Technik, gegenüber 37 Prozent auf den Bereich Biowissenschaften und 18 Prozent auf Sozial- und Geisteswissenschaften. Dies spiegelt die Gewichtung der Fachgebiete in der ursprünglichen Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wider. Erwartungsgemäß handelt es sich bei dem Großteil der Bewerber (85 Prozent) um EU-Bürger, während sieben Prozent der ausgewählten Bewerber aus "Drittländern" stammen. Das Ziel des Europäischen Forschungsrats, europäische Forscher zurückzugewinnen, scheint sich ebenfalls ausgezahlt zu haben. Insgesamt vier Prozent der ausgewählten Bewerber leben derzeit außerhalb der EU und der mit ihr assoziierten Länder. Die Mehrheit von ihnen sind Europäer und bereit, in die EU zurückzukehren. Die Statistiken liefern außerdem einen Einblick in die Länder, in denen die Forscher ihre Forschungsarbeiten durchführen möchten. Etwa 49 Prozent der Bewerber haben sich für die Arbeit in einer Gastgebereinrichtung in einem der sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande) entschieden. Der nächste größere geografische Block in der Tabelle umfasst die anderen neun EU-Mitgliedstaaten, die vor 2004 beigetreten sind. Etwa 36 Prozent der Bewerber möchten in einem dieser Länder arbeiten. Schließlich entfallen auf die zwölf Länder, die der EU seit 2004 beigetreten sind, vier Prozent der Gastgebereinrichtungen, während sich elf Prozent der Gastgebereinrichtungen in einem der neun assoziierten Länder der EU befinden.