Studie beleuchtet die schmerzstillende Funktion von Östrogen
Schwedische Wissenschaftler haben herausgefunden, wie das Hormon Östrogen unsere Schmerzempfindlichkeit beeinflusst. Die Ergebnisse, so einer der Autoren, Jan-Ake Gustafsson vom Karolinska-Institut, könnten zu einer völlig neuen Klasse analgesischer Medikamente führen. Die Arbeit, die von der EU kofinanziert wurde, wurde in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Wir wissen seit längerer Zeit, dass Östrogen unser Schmerzempfinden beeinflusst, aber die Mechanismen hinter diesem Phänomen sind kaum erforscht. Das Hormon beeinflusst auch andere Funktionen im Gehirn, zum Beispiel die neuronale Entwicklung und das Überleben der Nervenzellen. In der vorliegenden Untersuchung beschäftigten sich die Forscher mit zwei Östrogen-Rezeptoren: ER alpha und ER beta. Sie fanden heraus, dass ER beta bei der Entwicklung des Wirbelsäulenabschnitts, in dem sich die Nervenzellen befinden, die Informationen zum Gehirn tragen, eine wichtige Rolle spielt. Diese Nerven bestimmen unter anderem, wie schmerzempfindlich wir sind, und wie wir ganz allgemein auf Sinneswahrnehmungen reagieren. ER beta-Rezeptoren sind während der embryonalen Entwicklung die vorherrschenden Östrogen-Rezeptoren. Bei Mäusen, die keinen ER beta-Rezeptor haben, erfolgt die neuronale Entwicklung verzögert. ER beta ist darüber hinaus für das Überleben der Nervenzellen in der Wirbelsäule erwachsener Tiere wichtig sowie für die Übertragung von Schmerz und Sinneswahrnehmungen. "Diese Ergebnisse sind besonders interessant im Zusammenhang mit vorläufigen Ergebnissen vorklinischer Studien, die darauf hinweisen, dass Stoffe, die die ER beta-Rezeptoren stimulieren, schmerzlindernd wirken", erklärte Professor Gustafsson. Die EU-Mittel für die Studie wurden unter den Projekten CASCADE (Chemicals as contaminants in the food chain) und CRESCENDO (Consortium for research into nuclear receptors in development and aging) des Sechsten Rahmenprogramms zur Verfügung gestellt. CASCADE wird unter der Priorität "Lebensmittelqualität und -sicherheit" gefördert, während die Mittel für CRESCENDO aus dem Budget der Priorität "Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit" kommen.
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Schweden