Kommission startet neue Initiative für IKT-Kompetenzen
Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung europäischer IKT-Kompetenzen vorgeschlagen. Laut aktuellen Berichten könnte es in Europa in den kommenden Jahren zu Engpässen im Bereich der IKT-Kompetenzen kommen. Diese Kompetenzen sind jedoch entscheidend, wenn die EU Innovation fördern und auf globale Herausforderungen reagieren möchte. "IKT-Kompetenzen sind eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Innovationen sowie für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen", so Günter Verheugen, EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie. "Wir können es uns nicht leisten, in diesem Bereich den Anschluss zu verlieren, wobei der Erfolg nur durch gemeinsame Bemühungen aller Beteiligten zu erreichen ist." "Durch den Mangel an qualifiziertem IKT [Informations- und Kommunikationstechnologie]-Personal wird der Einsatz neuer IKT-Anwendungen in der Wirtschaft gebremst und es werden Milliarden von Euro nicht in Europa, sondern in die dynamischen Volkswirtschaften der Schwellenländer investiert, in denen jedes Jahr hunderttausende neuer Ingenieure ihre Qualifikationen erwerben", fügte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hinzu. Die Europäische Kommission nennt in ihrer Mitteilung fünf Maßnahmenbereiche auf EU-Ebene: Sensibilisierung; Entwicklung von Begleitmaßnahmen und -instrumenten; Förderung der Beschäftigung und der sozialen Eingliederung; bessere und stärkere Nutzung des computergestützten Lernens (E-Learning); und Förderung der langfristigen Zusammenarbeit und Überwachung der Fortschritte. Ein Großteil der Maßnahmen wird im Rahmen der vorhandenen Aktivitäten und Programme wie dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) für Forschung und technologische Entwicklung durchgeführt. Unter der Aktion "Sensibilisierung" spricht sich die Kommission für eine Förderung des Austauschs von Informationen und bewährten Verfahren zwischen den Mitgliedsstaaten zur Förderung von Wissenschaft, Mathematik und IKT, Erstellung und Schaffung von Karriereprofilen und -perspektiven und zum Umgang mit Geschlechterfragen in technischen und wissenschaftlichen Bereichen aus. Unter Begleitmaßnahmen und -instrumente werden unter anderem die Entwicklung eines europäischen Rahmens für IKT-Kompetenzen und ein europäisches Portal für IKT-Kompetenzen und berufliche Laufbahnen erörtert. Im Rahmen der Maßnahme zur Förderung der Beschäftigung und der sozialen Eingliederung plant die Kommission, eine Initiative zum Thema Integration (E-Inclusion) auf den Weg zu bringen, um die digitale Kluft zu halbieren, während mit der Maßnahme zum E-Learning die Entwicklung von Kursen und Mechanismen für den Austausch von IKT-Ausbildungsressourcen gefördert wird. Die Maßnahme zur langfristigen Zusammenarbeit und Überwachung schließlich soll einen regelmäßigen Dialog mit den Mitgliedstaaten und den Interessengruppen zu den in der Mitteilung behandelten Themen fördern. Die Kommission plant, mit der Erarbeitung des Maßnahmepakets bis Ende dieses Jahres zu beginnen und die Umsetzung bis 2010 vollständig abzuschließen. 2008 wird eine größere Konferenz zum Fortschritt der Maßnahmen und zur Erörterung des weiteren Vorgehens stattfinden. "Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen sind das wichtigste Kapital der Bürger Europas und IKT-Kompetenzen kommt im Kontext des lebenslangen Lernens eine herausragende Bedeutung zu", so Ján Figel, der für allgemeine und berufliche Bildung und Kultur zuständige EU-Kommissar. "Der IKT-Bereich verfügt über das Potenzial, Innovation und lebenslanges Lernen für alle zu ermöglichen. Uns fällt die Aufgabe zu, dieses Potenzial in die Praxis umzusetzen."