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Laut Forschern findet in der Arktis ein "dramatischer Wandel" statt

Die Arktis befindet sich zurzeit inmitten einer "Phase dramatischen Wandels", so die neuesten Ergebnisse von Wissenschaftlern, die das Meereis und die Meeresbedingungen am Dach der Welt untersuchen. Das internationale Forscherteam befindet sich an Bord der Polarstern, einem ...

Die Arktis befindet sich zurzeit inmitten einer "Phase dramatischen Wandels", so die neuesten Ergebnisse von Wissenschaftlern, die das Meereis und die Meeresbedingungen am Dach der Welt untersuchen. Das internationale Forscherteam befindet sich an Bord der Polarstern, einem Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI). Seine Arbeit findet im Rahmen des Internationalen Polarjahrs (IPY) und einiger EU-finanzierter Projekte statt. "Die Eisbedeckung des Nordpolarmeeres schwindet, der Ozean und die Atmosphäre werden stetig wärmer, die Meeresströmungen verändern sich", so Dr. Ursula Schauer, Fahrtleiterin vom AWI und Teilnehmerin der Arktisexpedition. "Inmitten einer Phase dramatischen Wandels in der Arktis bietet das Internationale Polarjahr 2007/08 die einmalige Möglichkeit, diesen Ozean in Veränderung fächer- und länderübergreifend zu untersuchen." Besonders besorgniserregend für die Forscher ist, dass das Meereis dünner wird; große Flächen des arktischen Meereises sind in diesem Jahr nur einen Meter dick und damit etwa 50 Prozent dünner als im Jahr 2001. Nach neuesten Modellrechnungen könnte die Arktis in weniger als 50 Jahren eisfrei sein. An Bord der Polarstern sind Forscher, die Tiere und Pflanzen untersuchen, die im und unter dem Eis leben; wenn das Eis verschwindet, könnte das zum Aussterben vieler Organismen führen. Andere Wissenschaftler auf dem Schiff messen Meeresströmungen und Temperaturveränderungen. Auf mehr als 100 Stationen haben Forscher Temperatur-, Salzgehalts- und Strömungsmessungen durchgeführt. Messungen vorheriger Expeditionen ergaben eine Erwärmung des aus dem Atlantik in die Arktis einströmenden Wassers. Die riesigen Flüsse Sibiriens und Nordamerikas transportieren gewaltige Mengen Süßwasser in die Arktis und die Auswirkungen hiervon werden von den Forschern ebenfalls untersucht. Dieses Süßwasser wirkt als isolierende Schicht und steuert den Wärmeaustausch zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre. Die Polarstern wird im Oktober in ihren Heimathafen Bremerhaven zurückkehren. Damit werden die Forschungsaktivitäten in der Arktis jedoch keineswegs beendet sein. Im arktischen Ozean wurden Messbojen ausgesetzt, die während der kommenden Monate Strömung, Temperatur und Salzgehalt des Meeres messen und diese Daten regelmäßig per Satellit in die Labore der Wissenschaftler übertragen werden. Der Wochenbericht der Expedition gibt weitere Anhaltungspunkte für die Erwärmung des Klimas in der Arktis, wie dieser Eintrag zeigt, der bei 88° 40'N, der nördlichsten Position des Schiffes, vorgenommen wurde: "Mittlerweile hatten wir durchaus damit gerechnet, dass auch hier das Eis mürbe und locker sein würde, wie fast stets in den vergangenen Wochen, so dass wir auch hier mühelos mit bis zu 7 Knoten Geschwindigkeit fahren konnten", schreibt Dr. Schauer. "Aber dass es 150 km vom Nordpol entfernt den ganzen Tag regnete, war etwas verblüffend! Seit Wochen zieht nördlich von Sibirien ein Tief nach dem anderen entlang, dadurch wird ständig warme Luft vom Festland her (15 Grad Celsius an der Mündung der Lena!) in Richtung Nordpol bis weit ins Nordpolarmeer hineingetragen. So zerbröselt das Meereis quasi vor unseren Augen."

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