Enzyme könnten der Schlüssel zu sichereren Medikamenten gegen das Schwarzfieber sein
Ein neues Untersuchungsverfahren, das an der Universität Durham im Vereinigten Königreich entwickelt wurde, könnte dazu beitragen, sicherere Medikamente gegen die Tropenkrankheit Leishmaniose, auch Schwarzfieber genannt, zu entwickeln. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jährlich rund zwölf Millionen Menschen mit dem Parasit infiziert. Viele der Medikamente, mit denen diese potenziell tödlich verlaufende Krankheit behandelt wird, haben giftige Nebenwirkungen, an denen einer von zehn Patienten stirbt. Bei dem Versuch, neue Erkenntnisse zu den ablaufenden biochemischen Prozessen zu gewinnen, haben die Forscher in Durham ein Schlüsselenzym entdeckt, das zur Produktion einer wichtigen Zellkomponente der einzelligen Mikrobe oder dem Protozoon beiträgt, das die Krankheit verursacht. Darüber hinaus fanden sie einen Inhibitor, der gegen genau dieses Enzym wirkt. "Es ist ein bedeutendes Ereignis, sowohl das verantwortliche Enzym [...] als auch den Inhibitor identifiziert zu haben, der gegen das Enzym wirkt", sagte der Forschungsleiter Dr. Paul Denny. "Dies wirkt sich erheblich auf die Suche nach Antiprotozoika mit weniger Nebenwirkungen aus." Wenn man wisse, wie man das Enzym blockieren könne, könnte dies helfen, eine Infektion durch die Protozoen zu vermeiden, fügte Dr. Denny hinzu. Die biochemischen Prozesse der Mikrobe und ihres menschlichen Wirts sind sehr ähnlich, sodass es nicht möglich war, sicherere Medikamente zu entwickeln. Dies könnte sich jedoch jetzt ändern. "Wir können potenziell Tausende von Verbindungen auf eine hemmende Wirkung gegen dieses Enzym untersuchen", sagte Dr. Denny. "Es bietet ein viel schnelleres Mittel zur Identifizierung von Inhibitoren mit Potenzial für die Wirkstoffentwicklung als standardmäßig verwendet wird." "Leishmaniose ist eine äußerst schädigende Krankheit, von der 350 Millionen Menschen in 88 Ländern weltweit bedroht sind", sagte Professor Nigel Brown vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC), der diese Studie unterstützt hat. "Diese Untersuchung zeigt, welch grundlegende Bedeutung der biowissenschaftlichen Forschung bei der Entwicklung lebensrettender Medikamente zukommt und dürfte den Menschen in den betroffenen Regionen Anlass zur Hoffnung geben." Die Leishmaniose kommt hauptsächlich in den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, in Asien, dem Nahen Osten und Afrika, jedoch auch in Südeuropa, vor. Sie wird in erster Linie von Sandfliegen übertragen. In jüngster Zeit sind jedoch auch Fälle in Europa bei Konsumenten von intravenösen Drogen, die mit dem HIV-Virus (Human Immunodeficiency Virus) infiziert sind, bekannt geworden.
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Vereinigtes Königreich