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Neue internationale Allianz erforscht die Entstehung von Leben

Gibt es Leben auf anderen Planeten und durch welche Bedingungen und Faktoren wird seine Entwicklung beeinflusst? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit einer neuen internationalen Forschungsallianz. An der Helmholtz-Allianz mit dem Namen "Planetenentwicklung und Leben",...

Gibt es Leben auf anderen Planeten und durch welche Bedingungen und Faktoren wird seine Entwicklung beeinflusst? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Arbeit einer neuen internationalen Forschungsallianz. An der Helmholtz-Allianz mit dem Namen "Planetenentwicklung und Leben", die vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) koordiniert wird, beteiligen sich mehrere deutsche und internationale Forschungsinstitute und Universitäten. "Die Suche nach Leben auf anderen Himmelskörpern ist gegenwärtig sicher eine der spannendsten Fragen der Planetenforschung und Astronomie", erklärt Professor Tilman Spohn, Direktor des DLR-Instituts für Planetenforschung und wissenschaftlicher Koordinator der Allianz. "Das Thema hat ja eine weit über die Naturwissenschaften hinausreichende, philosophische Dimension. Aber um diese Frage beantworten zu können, müssen wir mehr über die geologischen Voraussetzungen lernen, unter denen Leben auf der Erde und möglicherweise auf anderen Planeten und Monden entstehen und sich entwickeln konnte. Außerdem ist es wichtig zu wissen, ob und gegebenenfalls wie das Wechselspiel zwischen Leben und Umwelt den Werdegang des Lebens beeinflusst. Es ist durchaus vorstellbar, dass das Leben mit seinen biochemischen Prozessen Einfluss auf den geologischen Werdegang eines planetaren Körpers ausübt", sagt Professor Spohn. Im Blickpunkt der Forschung stehen zunächst Venus und Mars, die beiden Nachbarplaneten der Erde. Im Falle der Venus möchten die Wissenschaftler herausfinden, ob auf dem heute trockenen Planeten einst ausreichend Wasser vorhanden war, um primitive Lebensformen zu ermöglichen. "Wir wissen, dass auf dem Mars vor Milliarden von Jahren Wasser geflossen ist und dass es ein schützendes Magnetfeld gab", erläutert Professor Spohn. "Aber herrschten je ausreichende Bedingungen auf dem Mars, um Leben hervorbringen? Und falls ja, warum ist dies heute nicht mehr - oder vielleicht doch noch, aber mit Einschränkungen - der Fall?" Es gibt Planten im äußeren Sonnensystem, zum Beispiel Titan, der größte Mond des Saturn, oder der Jupitertrabant Europa, die interessante Erkenntnisse liefern könnten. "Unter dem Eispanzer von Europa existiert vielleicht ein bis zu hundert oder mehr Kilometer mächtiger Ozean aus Wasser - nicht auszuschließen, dass dort Bedingungen herrschen, unter denen die Entstehung und Entwicklung von Leben eine Chance hat", so Professor Spohn. Die Forschungsallianz Planetenentwicklung und Leben wird sich auf die Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen stützen. So wird anhand geophysikalischer Modelle untersucht, wie der Dynamo-Effekt ein planetares Magnetfeld im Eisenkern eines Planeten erzeugt und so das Leben vor kosmischer Strahlung schützt. Physikalische und chemische Prozesse, die bei Einschlägen von Asteroiden oder Kometen auf Planeten ablaufen, sollen herangezogen werden, um zu klären, ob das Wasser auf der Erde aus solchen Prozessen stammt. Darüber hinaus wird sich die Allianz mit der Plattentektonik, der Entwicklung planetarer Atmosphären und mit der Rolle von Kohlendioxid bei der Entwicklung von Leben beschäftigen. "Mit den Helmholtz-Allianzen erreichen wir eine kritische Masse, sowohl von der finanziellen Ausstattung als auch durch die gebündelten Kompetenzen der beteiligten Partner", erklärt Professor Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Gesellschaft erhielt Mittel in Höhe von 16,8 Millionen Euro für die Allianz. Die beteiligten Forschungsinstitute und Universitäten aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den USA, Frankreich, Österreich und Russland werden einen Betrag ihn fast gleicher Höhe beisteuern.

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