Europäisches Institut für Vaskularbiologie befasst sich mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die europäische Forschungstätigkeit im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu intensivieren, das ist das Ziel einer neuen Art von Zusammenarbeit, die auf der Jahreskonferenz des EuroBioForums im Dezember in Lissabon vorgestellt wird. Das Europäische Institut für Vaskularbiologie (European Vascular Biology Institute - EVBI) soll zur Bündelung der Finanzmittel, Koordinierung der Projekte und Stärkung der Fähigkeiten, die zur Beschleunigung der Forschung in diesem Feld nötig sind, beitragen. "Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte bei Medikamenten - wie z. B. angiotensinumwandelnden Enzyminhibitoren zur Senkung des Blutdrucks und Statinen zur Senkung des Cholesterinspiegels - erzielt wurden, brauchen wir", so betont das EVBI, "noch elaboriertere Behandlungsmethoden, die unmittelbar auf molekularer Ebene ansetzen, um einen weiteren großen Schritt nach vorne zu machen." Das EVBI wird auf bestehenden Programmen wie dem "European Vascular Genomics Network" (EVGN) aufbauen, das seit 2004 innerhalb des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU läuft und für die Förderung der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Einrichtungen in ganz Europa zuständig ist. "Das EVBI markiert einen Meilenstein in unserer Erhaltungsstrategie", so Catherine Clusel, Projektleiterin des EVGN. "Dank des EVBI können wir den potenziellen Förderern den bestehenden Rahmen vorstellen, einschließlich einerseits den Pharmaunternehmen, die an der Ausarbeitung der strategischen Forschungsagenda (Strategic Research Agenda - SRA) für die Initiative für innovative Arzneimittel beteiligt sind, und andererseits den europäischen staatlichen oder privaten Stiftungen, denen es eine Ehre ist, die angesehensten und engagiertesten Forschungsgruppen auf diesem Gebiet in Europa zu unterstützen. Das EVBI möchte Engpässe innerhalb der SRA bei der Sicherheit und Wirksamkeit in der Behandlung von Entzündungskrankheiten beseitigen, ein Schwerpunkt dabei liegt auf Atherosklerose, und bringt die wichtigsten europäischen Meinungsträger auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen." Zwischen 30 und 50 % der Todesfälle in Europa gehen - je nach Land - auf irgendeine Form von Herz-Kreislauf-Erkrankung zurück. Das EVBI möchte den Schwerpunkt seiner Tätigkeiten auf die Atherosklerose legen, auf die nach Expertenmeinung 80 % der Todesfälle in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind. Ferner möchte das Institut zur Entwicklung einer neuen Generation von Medikamenten und Impfstoffen beitragen, um das Fortschreiten von Atherosklerose zu verhindern, aber auch Krankheiten angehen, die damit in Verbindung stehen, z. B. mittels Stammzellentherapien zur Stärkung des Herzens nach Myokardinfarkten bzw. Herzinfarkten. Veranstalter der EuroBioForum-Konferenz ist die Europäische Wissenschaftsstiftung (EWS).