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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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ESRF-Forscher entdecken vielversprechendes Gemisch als Wasserstoffspeicher

Die Entdeckung einer unstabilen Form von Lithiumborhydrid an der Europäischen Synchroton-Strahlungsanlage (ESRF) könnte die Forschung zu wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen einen Schritt weiter bringen, heißt es in einem Artikel, der gerade in der wöchentlichen Fachzeitschrift A...

Die Entdeckung einer unstabilen Form von Lithiumborhydrid an der Europäischen Synchroton-Strahlungsanlage (ESRF) könnte die Forschung zu wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen einen Schritt weiter bringen, heißt es in einem Artikel, der gerade in der wöchentlichen Fachzeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht wurde. Forscher untersuchen derzeit eine Reihe von Gemischen, die für die Wasserstofftechnologie von Interesse sein könnten, aber keines von ihnen hat sich als passend für eine praktische Anwendung erwiesen. Eines der Dinge, die benötigt werden, um die Wasserstofftechnologie funktionsfähig zu machen, ist ein Material, das große Mengen Wasserstoff speichern und ihn gleichzeitig einfach freigeben kann. Allerdings hat keines der von der Wissenschaft bisher berücksichtigten Materialien gezeigt, dass es beide dieser Eigenschaften vereint. Dies galt auch für alle Formen von Lithiumborhydrid, die vor der ESRF-Entdeckung bekannt waren: Während Lithiumborhydrid (LiBH4) ein vielversprechendes Speichermedium für Wasserstoff ist, weil es einen hohen Gewichtsanteil an Wasserstoff besitzt (18%), gibt es diesen Wasserstoff nur bei hohen Temperaturen von mehr als 300 Grad Celsius frei - was ein beträchtlicher Nachteil ist. Die neue Form des Gemisches ist allerdings unstabil, sodass es Wasserstoff wahrscheinlich leichter freigibt, d.h. bei niedrigeren Temperaturen. "Diese Entdeckung kam wirklich sehr überraschend und ist sehr ermutigend", sagt Dr. Yaroslav Filinchuk, einer der Autoren des Artikels. Während des Experiments setzten die Forscher die Proben Drücken von bis zu 200.000 Bar aus, ein beeindruckender Wert, da dies das 80-fache des Druckes ist, der vom Mount Everest auf die Erdkruste ausgeübt wird, aber immer noch kein Rekord. Die neue Form von LiBH4 allerdings, "wird sogar noch attraktiver, wenn man in Betracht zieht, dass der Stoff schon bei 10.000 Bar auftritt, einem Druck, der von Pharmaunternehmen genutzt wird, um Pellets zu pressen", erklärt Dr. Filinchuk. Jetzt muss das Forscherteam einen Weg finden, wie die unter Druck gesetzte Form des Gemisches unter Umgebungsbedingungen erhalten werden kann, und seine Speichereigenschaften genauer untersuchen. Angesichts des Klimawandels und schnell abnehmender Ressourcen fossiler Brennstoffe wird saubere Wasserstoffenergie von manchen als die künftige Alternative zu Benzin angesehen: Fünf Kilogramm Wasserstoff könnten ein Auto für die selbe Strecke betreiben, wie 20 Liter Benzin, argumentieren Fürsprecher der Wasserstofftechnologie. Auf der anderen Seite behaupten Kritiker, dass Wasserstoff für Verkehrsmittel ökonomisch nicht praktikabel ist und dass es auch nicht die Erderwärmung reduzieren würde. Als Gründe dafür gelten die bei der Erzeugung anfallenden Kosten und Treibhausgase, der geringe Energiegehalt pro Volumen sowie das große Gewicht des Tanks, die Kosten für Brennstoffzellen und die Kosten für die Infrastruktur.

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