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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Sprachaktivierte Datenbanken erleichtern den Zugang zu Informationen

Sich in einer fremden Stadt zurechtzufinden oder ein Stück Land zu kartieren könnte schon bald viel einfacher sein - dank des von der EU geförderten Projekts SAFIR. Die Forscher entwickelten ein sprachaktiviertes Datenbanksystem, das über mobile Geräte aufgerufen und aktualisi...

Sich in einer fremden Stadt zurechtzufinden oder ein Stück Land zu kartieren könnte schon bald viel einfacher sein - dank des von der EU geförderten Projekts SAFIR. Die Forscher entwickelten ein sprachaktiviertes Datenbanksystem, das über mobile Geräte aufgerufen und aktualisiert werden kann. Der wichtigste Vorteil ist jedoch die Tatsache, dass das System natürliche Sprachmuster erkennt. Eine einfache Routinefrage genügt und das System stellt zum Beispiel über ein geografisches Informationssystem (GIS) eine Karte zur Verfügung, die dem Suchenden den angeforderten Ort zeigt. Die Datenbanken zeigen nicht nur den Weg oder bieten Informationen, sie können auch mittels Sprache aktualisiert werden - eine Eigenschaft, die zum Beispiel für alle Außendienstmitarbeiter von Behörden interessant sein könnte. "Die meisten verfügen einfach nicht über die notwendigen Ressourcen, um Mitarbeiter zur Prüfung von Daten in den Außendienst zu schicken", so der Projektkoordinator Charles Kemper vom belgischen KMU Voice Insight. "Deshalb wollten wir es dem Mitarbeiter ermöglichen, die Daten vor Ort über ein mobiles Gerät abzurufen und/oder zu aktualisieren. Da die Bedienung über normales Sprechen erfolgt, müssen sie nicht mühevoll das Abfragen der Datenbank oder die Eingabe von Daten erlernen." Kemper ist aber auch überzeugt, dass alle Bürger aus diesem einfach anzuwendenden System einen Nutzen ziehen könnten: "Man muss keine Computerkenntnisse haben, noch nicht mal einen Computer. Der Sprachzugriff kann helfen, die digitale Kluft zu überwinden. Auch Menschen ohne Computer können über eine Set-Top-Box am Fernsehgerät Informationen abrufen, die dann auf dem TV-Bildschirm angezeigt werden." Die SAFIR-Projektpartner planen eine Pilotstudie in Peking in Zusammenarbeit mit Capinfo, der Agentur, die in der chinesischen Hauptstadt für die Entwicklung städtischer Informationsdienste zuständig ist. Würde das SAFIR-Modul mit den offiziellen GIS-Ressourcen verbunden werden, könnte es schon Besucher der Olympischen Spiele, die 2008 in Peking stattfinden, durch die Stadt lotsen und ihnen die Kommunikation mit Taxifahrern und Hotelangestellten erleichtern. Ein weiteres Anwendungsgebiet haben das bulgarische Landwirtschaftsministerium und bulgarische Lokalbehörden getestet. Mitarbeiter, die Daten über landwirtschaftliche Anbauflächen erheben müssen, werden mit einer GPS-Antenne und einen PDA oder einen kleinen PC ausgerüstet, auf dem das SAFIR-Modul installiert ist. Beim Abgehen von Feldern können Informationen einfach in das mobile Gerät gesprochen werden. "Eine Freisprecheinrichtung ist wirklich wichtig, wenn man über Felder stapft", so Kemper. "Das Landwirtschaftsministerium und die Verwaltungsgremien, die für die Zuweisung von EU-Mitteln verantwortlich sind, nutzen dieses System, wenn sie stichprobenartig Felder von Bauern überprüfen, die Anträge auf EU-Beihilfen unter der Gemeinsamen Agrarpolitik gestellt haben. Es ist viel schneller, billiger und genauer als Luftaufnahmen." Auch die französische Feuerwehr hat das SAFIR-Modul eingesetzt, und zwar bei der Bekämpfung von Waldbränden. Da bei der Brandbekämpfung Zeit ein wesentlicher Faktor ist, war bis jetzt die GIS-Technologie wenig hilfreich, denn der Zugriff auf die Datenbanken und deren Aktualisierung dauern einfach zu lange. Mit dem neuen System können sich die Feuerwehren jedoch schnell informieren: Sie erkennen, wo der Brand ist und in welche Richtung er sich ausbreitet. Das Projekt, an dem sich 18 Unternehmen und Institutionen aus sieben Mitgliedstaaten beteiligen, wird mit über 6,5 Mio. EUR unter dem vorrangigen Themenbereich "Technologien der Informationsgesellschaft" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert.

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