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Projekt zur Entwicklung eines fledermausartigen Radars für Robotersysteme

Im Rahmen eines neuen EU-finanzierten Projekts sollen die Geheimnisse des Ortungssystems von Fledermäusen näher erforscht werden. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen der Projekte CIRCE (Chiroptera Inspired Robotic Cephaloid) und CILIA (Customized Intelligent Life-Inspired ...

Im Rahmen eines neuen EU-finanzierten Projekts sollen die Geheimnisse des Ortungssystems von Fledermäusen näher erforscht werden. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen der Projekte CIRCE (Chiroptera Inspired Robotic Cephaloid) und CILIA (Customized Intelligent Life-Inspired Arrays) wird das Projekt ChiRoPing versuchen, anhand von Reverse Engineering zwei biomimetische Modelle von Fledermäusen zu entwickeln. Das schlussendliche Ziel ist es, eine Methode zur Herstellung robuster versatiler Systeme zu entwickeln, die "höchst sensibel auf nicht in ihrer Konzeption vorgesehene Herausforderungen reagieren", so die Projektpartner. Eine Radarkomponente könnte das Sehvermögen dieser Systeme verbessern und ihren Einsatz im Blindbetrieb bzw. in Situationen ermöglichen, wo das Sehvermögen eingeschränkt ist. Bei der Ausarbeitung der beiden Modelle, die von Roboterwissenschaftlern in enger Zusammenarbeit mit auf Fledermäusen spezialisierten Ethologen entwickelt werden, orientieren sich die Forscher an der gemeinen Großohrfledermaus (Micronycteris microtis) und der Langbeinfledermaus (Macrophyllum macrophyllum), zwei in Süd- und Mittelamerika beheimateten Fledermausarten, sowie der Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), einer in Europa aber auch in Japan und Korea verbreiteten Fledermausart, die zur Familie der fischenden Hasenmaulfledermäuse (Noctilio lepornius) gehört. Die Forscher beschlossen, sich von Fledermäusen inspirieren zu lassen, weil "deren erstaunliche Vielfalt bei Nahrung und Lebensräumen ein Beleg dafür ist, dass sie morphologische, akustische und Verhaltensparameter erfolgreich integrieren und so robuste und versatile Strategien der Beutejagd entwickelt haben - die Art und Weise wie Fledermäuse mit Gegenständen umgehen". Bevor die Wissenschaftler allerdings mit der Konstruktion beginnen, müssen sie die relevanten akustischen und morphologischen Parameter der entsprechenden Fledermausarten identifizieren und messen und die "akustischen Eindrücke der Fledermaus beim Beuteflug rekonstruieren". Derzeit ist wenig darüber bekannt, wie Fledermäuse ihre Fähigkeiten genau einsetzen, um auf der Jagd in ihren jeweiligen Jagdrevieren anhand von akustischen, morphologischen oder Verhaltensparametern Entscheidungen zu treffen. Die Projektpartner planen, auf Grundlage der gesammelten Daten Computermodelle zu entwickeln, mit denen sich berechnen lässt, wie Fledermäuse ihre Entscheidungen treffen, um sie im Anschluss daran in Robotersystemen umzusetzen, die unter technischen und biologischen Gesichtspunkten bewertet werden. Die am Projekt ChiRoPing beteiligten Forscher werden jedoch nicht bei Null anfangen müssen, da im Rahmen des Projekts CIRCE bereits ein bionischer Fledermauskopf, bestehend aus einem Empfangs- und Sendesystem, das Fledermausstimmen in Echtzeit erzeugen und weiterverarbeiten kann, entwickelt wurde. Der Kopf, der in diesem neuen Projekt zum Einsatz kommt, wird dazu beitragen, systematisch zu untersuchen, wie diese Tiere die Welt um sie herum wahrnehmen und aktiv erkunden. Das Projekt ChiRoPing soll am 1. Februar anlaufen. Das Projekt, an dem vier Partneruniversitäten aus Dänemark, Belgien, dem Vereinigten Königreich und Deutschland teilnehmen, wird unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) mit EU-Mitteln in Höhe von 2,5 Millionen Euro gefördert.