Finnische Forscher prüfen Rentabilität der Verwendung von Holzschnipseln zur Energieerzeugung in Namibia
Die Erzeugung von Energie aus Holzschnipseln des namibischen Buschlands in Biomassekraftwerken würde sich ohne Investitionshilfen und die Vorzüge des Emissionshandels nicht lohnen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Technischen Forschungszentrums Finnlands (VTT) in Zusammenarbeit mit namibischen Experten gelangt. Die Stromerzeugung aus Holzschnipseln in 10- und 20-Megawattkraftwerken wäre erst rentabel, wenn 35 Prozent an Investitionshilfe und 15 Euro pro Tonne Kohlendioxid im Rahmen des Emissionshandels gezahlt würden. Nur dann würde das Werk - nach sieben bis zehn Jahren - kostendeckend arbeiten. In der Landeshauptstadt Windhoek steht allerdings ein Kohlekraftwerk, bei dem die Umrüstung eines der vier Kessel auf Biomasse nach Ansicht der finnischen und namibischen Forscher auch ohne Beihilfen rentabel wäre. Bei einer erreichten Kapazität von 20 MW würde sich eine solche Investition in nur sieben Jahren auszahlen. Viele Teile des Landes im Süden von Afrika sind über und über mit Buschland bedeckt: 1.000 bis 10.000 Sträucher pro Hektar wachsen schätzungsweise im am dichtesten bewachsenen Gebiet, das rund zehn Millionen Hektar im nördlichen Teil von Zentral- und Ostnamibia umfasst. Das ergibt fünf bis 25 Tonnen Biomasse pro Hektar. Aufgrund dieser dichten Vegetation gestaltet sich die Viehhaltung - die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung des Landes - eher schwierig, da das Umherziehen von Herden in dicht bewachsenen Gebieten nur eingeschränkt möglich ist und hier weniger Weidegras wächst. In der vorliegenden Untersuchung schlägt man vor, den Busch auszudünnen und lediglich 200 bis 300 der größten Pflanzen in der Savanne zu belassen. Bei einer Durchschnittsmenge von zehn Tonnen pro Hektar würde das betreffende Gebiet insgesamt 125 Millionen Tonnen Biomasse liefern, mit denen rund 500 Terawattstunden (TWh) erzeugt werden könnten. Der Gesamtenergieverbrauch Namibias lag allerdings nur bei 12,6 TWh im Jahr 1999, heben die Forscher hervor. Daher würde die Verwendung von Holzschnipseln aus Buschsträuchern zur Energieproduktion nicht nur der Viehhaltung zugutekommen, sondern auch zu Namibias Energieautarkie beitragen, da das Land derzeit den Großteil seiner Energie aus dem benachbarten Südafrika importiert. Aus dem Busch stammende Holzschnipsel werden in Namibia bereits als Feuerholz verwendet. Sie dienen als Rohmaterial auch der Herstellung von Holzkohle und Briketts.
Länder
Finnland, Namibia