John Denham: Hindernisse für Wissenschaftler, die sich in der Gesellschaft engagieren, müssen aus dem Weg geräumt werden
Der britische Minister für Innovation, Hochschul- und berufliche Bildung, John Denham, hat eine Vision: Sein Land "begeistert sich für die Wissenschaften, schätzt deren Bedeutung für unser wirtschaftliches und soziales Wohlergehen, nutzt sie sicher und unterstützt einen repräsentativen und gut ausgebildeten Pool an wissenschaftlichen Arbeitskräften". Um diese Vision in die Realität umsetzen zu können, so Denham, brauchen wir einen stärkeren Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, und wissenschaftliche Erkenntnisse müssen mehr Einfluss in der Politik gewinnen. "Wenn Politiker keinen Zugang zu erstklassigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und erstklassiger wissenschaftlicher Beratung haben, können sie nicht die besten Entscheidungen über die schwierigen Herausforderungen treffen, die das Land meistern muss. Wenn die Menschen die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Risiken nicht verstehen, können sie nicht die besten Entscheidungen für sich und ihre Familien treffen, oder in einer Demokratie den angemessensten Druck auf die Politiker ausüben", so Denham vor den Mitgliedern der Royal Society for Encouragement of the Arts, Commerce and Manufacturers (RSA). Er forderte eine Änderung des derzeitigen Systems, das dazu tendiert, diejenigen Wissenschaftler zu bestrafen, die sich als Politikberater oder in der Öffentlichkeit engagieren, während diejenigen belohnt werden, die sich ausschließlich der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Artikeln widmen. "Der Beitrag, den manche Wissenschaftler und Hochschulfakultäten zur Unterstützung der Politik leisten, wird eventuell unterbewertet [...]. Meiner Ansicht nach sollte ein Wissenschaftler, der weniger Artikel veröffentlicht, aber hervorragende Forschungsergebnisse erzielt und die Regierung im nationalen Interesse berät, nicht das Gefühl haben, dass er sich, seinen Forschungskollegen oder seiner Institution durch seine Aktivitäten schadet und sie das Nachsehen haben, wenn es an die Verteilung der Mittel geht", so Denham. Lord Robert Winston, renommierter Wissenschaftler und Professor für Wissenschaft und Gesellschaft am Imperial College London und vielen britischen Fernsehzuschauern ein Begriff, pflichtete Denham bei und bestätigte diese Benachteiligung des öffentlichen Engagements. Als Lord Winston begann, die Öffentlichkeit in seine Arbeit einzubeziehen, galten diese Versuche unter seinen Kollegen als "irrelevant" und "nicht wirklich wissenschaftlich". "Wissenschaft hat viel zu oft im Elfenbeinturm stattgefunden. Aber jetzt erkennen wir, dass es unerlässlich ist, die Öffentlichkeit in die Wissenschaft einzubeziehen, wenn wir als Gesellschaft Fortschritte machen möchten. Es ist quasi unsere Bürgerpflicht als Wissenschaftler, hinaus zu den Menschen zu gehen und sich ihren Fragen und Bedenken zu stellen", fügte er hinzu. Der Minister erklärte seinen Zuhörern, dass es sein Ziel sei, wissenschaftliche Beratung in die Politikgestaltung einzubetten und die beratende Rolle der Wissenschaftsgemeinde innerhalb der Regierung auszuweiten. Er versprach zu untersuchen, wie das derzeitige Mittelvergabesystem geändert werden kann, um die gesellschaftliche Arbeit der Wissenschaftler stärker zu unterstützen.
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