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Klimawandel begünstigt Vektorkrankheiten in Europa

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) warnt vor einem Anstieg der Anzahl von Vektorkrankheiten in Europa. Klimawandel und Umweltveränderungen mit steigenden Temperaturen und höherer Lu...

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) warnt vor einem Anstieg der Anzahl von Vektorkrankheiten in Europa. Klimawandel und Umweltveränderungen mit steigenden Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit begünstigen, ebenso wie die Globalisierung, gemäß einer vom ECDC initiierten Untersuchung die Verbreitung von Vektoren bzw. Zwischenwirten und damit letztendlich die Verbreitung von Krankheiten. Der Begriff Vektor wird in der Epidemiologie für einen Organismus verwendet, der selbst kein Krankheitserreger ist, diese aber von Wirt zu Wirt weitergibt. Der Vektor ist als Zwischenwirt des Krankheitserregers nicht betroffen. Die Krankheit bricht nur im Wirt aus. Zu den Vektor-Krankheiten zählen Dengue-Fieber, West-Nil-Virus, Chikungunya-Fieber, Nephropathia Epidemica und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Stechmücken, Sandfliegen und Nagetiere auf den Menschen übertragen werden. "Die Klima- und Umweltveränderungen, die von Experten vorhergesagt werden, werden das Risiko der Vektorkrankheiten in Europa verändern", sagt Dr. Zsuzsanna Jakab, die Direktorin des ECDC. "Wir werden wahrscheinlich eine Häufung von Krankheiten, wie zum Beispiel der Frühsommer-Meningoenzephalitis oder sogar des Chikungunya-Fiebers, an Orten sehen, an denen diese noch nie zuvor aufgetreten sind." "Grund sind nicht ausschließlich Umweltfaktoren", fügt Dr. Jakab hinzu. "Das Auftreten von Erkrankungen in neuen Gebieten wird auch durch die Globalisierung, das vermehrte Reisen und den dadurch entstehenden Handel beschleunigt." Der Ausbruch des Chikungunya-Fiebers im Sommer 2007 in der Gegend um Ravenna an der italienischen Nord-Ost-Küste verdeutlicht das gestiegene Risiko. Fast 250 Menschen wurden infiziert, als ein aus Indien kommender Träger des Chikungunya-Virus von einer Aedes Albopictus, oder auch Asiatischen Tigermücke, gestochen wurde. Die Asiatische Tigermücke hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte in Asien, Afrika, Amerika und auch einigen Teilen Europas verbreitet. Sie ist ein bekannter Vektor des Chikungunya-Fiebers. Obwohl das Chikungunya-Virus normalerweise nicht tödlich ist, verursacht es doch ein hohes Fieber, schwere Gliederschmerzen, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Bei einigen Patienten kann es zu schweren Komplikationen und chronischen Beschwerden führen. Höhere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit begünstigen die Verbreitung von Vektoren wie zum Beispiel von Mücken. Von der Asiatischen Tigermücke ist allerdings bekannt, dass sie durch den Handel mit gebrauchten Reifen nach Europa gelangte. Die gebrauchten Reifen bieten den Mücken einen idealen Nährboden. FSME ist eine weitere Erkrankung, die in den vergangenen Jahren auf dem Vormarsch ist. Der Virus infiziert das zentrale Nervensystem und wird durch Zecken übertragen. In einigen Gegenden Europas, in denen die Krankheit heimisch ist, haben die FSME-Infektionen in den vergangenen 30 Jahren um beinahe 400% zugenommen. Damit ist FSME eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen. Dr. Jakab fast zusammen: "Wir müssen besser verstehen, wie sich diese Veränderungen auf die Infektionsrisiken durch Vektorkrankheiten auswirken werden. Nur so können wir sie besser überwachen und kontrollieren und die europäischen Länder besser auf die Herausforderungen vorbereiten."

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