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Ein Großteil der Feldvögel nicht durch Windkraftanlagen gestört

Einer Studie zufolge, die von Forschern aus dem Vereinigten Königreich durchgeführt und im Fachblatt Journal of Applied Ecology veröffentlicht wurde, haben Windkraftanlagen keinen negativen Einfluss auf die Lebensräume der Feldvögel, mit Ausnahme des Fasans. Interessenvertrete...

Einer Studie zufolge, die von Forschern aus dem Vereinigten Königreich durchgeführt und im Fachblatt Journal of Applied Ecology veröffentlicht wurde, haben Windkraftanlagen keinen negativen Einfluss auf die Lebensräume der Feldvögel, mit Ausnahme des Fasans. Interessenvertreter des Sektors Erneuerbare Energien, aber auch Befürworter von Bemühungen zur Erhaltung und Erhöhung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen begrüßten diese Ergebnisse. Ein Wachstum des Windenergiemarktes ist ein wichtiger Schlüssel, um das Ziel der Europäischen Kommission zu erreichen, den Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Energiegewinnung in der EU bis 2020 auf 20% zu bringen. Der Global Wind Energy Council prognostiziert ein Wachstum der weltweit installierten Kapazität bis zum Jahr 2012 um 155%. Aus Studien geht jedoch hervor, dass Windkraftanlagen in Küstennähe und in Berggebieten größere und ungeschicktere Vögel wie Enten, Gänse und Greifvögel bedrohen. Hieraus ergaben sich ernsthafte Naturschutzbedenken. Da die meisten Flächen in der EU landwirtschaftlich genutzt werden, zog man die Errichtung der Windkraftanlagen auf Agrarflächen als interessante Alternative zu Standorten in Küstennähe oder in Berggebieten in Betracht. Andererseits liegt der Schwerpunkt vieler EU-Agrarumweltmaßnahmen auf der rückläufigen Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen. Diese Studie beschäftigte sich erstmals mit der zentralen Frage, ob Feldvögel durch Windkraftanlagen zu Schaden kommen. Dr. Mark Whittingham von der Universität Newcastle, Vereinigtes Königreich, untersuchte mit seinen Kollegen, "ob Windkraftanlagen im Winter, einer kritischen Jahreszeit, negative Auswirkungen auf die Ausbreitung von Vögeln auf dem landwirtschaftlichen Flachland haben." Sie wollten herausfinden, ob Vögel durch die Windkraftanlagen gestört werden und ob sie diese riesigen Bauten meiden. Zu potenziellen Störquellen zählen Geräusche, die die Fähigkeit der Vögel zur akustischen Verständigung und die Qualität des Lebensraums beeinträchtigen können. Die Forscher argumentierten, dass die Vögel genau wie vor Menschen oder "hohen Bauten" auch vor den Anlagen abdrehen könnten, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, weil sie im Allgemeinen lieber über Freiflächen fliegen. Für die Beobachtung von knapp 3.000 Vögeln als Vertreter von 33 verschiedenen Arten wurde eine landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche mit zwei Windkraftanlagen in East Anglia, Vereinigtes Königreich, gewählt. 5 dieser 33 Arten stehen auf der "roten Liste" (die Goldammer, der eurasische Feldsperling, die Grauammer, die eurasische Feldlerche und die Rohrammer). Die Ausbreitung von Körner fressenden Vögeln, Rabenvögeln (Corvidae), Federwild und der eurasischen Feldlerche wurde nicht beeinflusst. Im Unterschied dazu neigten die Fasane als große und vergleichsweise plumpe Vögel dazu, sich von den Anlagen fernzuhalten. Eine interessante Beobachtung, die allerdings nicht erklärt werden konnte, war die Annäherung der Rabenvögel und der Feldlerchen an die Anlagen. Dr. Whittingham zufolge wird mit dieser Studie "zum ersten Mal bewiesen, dass derzeitige und zukünftige Standorte mit einer großen Anzahl von Windkraftanlagen auf europäischem Agrarland wahrscheinlich keine schädlichen Auswirkungen auf Feldvögel haben dürften." In der Studie wird jedoch angemerkt, dass "weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Feldvögel, insbesondere während der Brutzeit", durchgeführt werden müssten. Nichtsdestotrotz werden die Ergebnisse von Naturschützern, Windenergieunternehmen und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen begrüßt.

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