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Thema Klimawandel muss verstärkt Eingang in die Medien finden

Die britische Öffentlichkeit nimmt den Klimawandel nicht ernst genug. Teilweise seien die Gründe dafür darin zu sehen, dass die Medien dem Thema nicht den Stellenwert einräumen, der ihm eigentlich zukommt, so die Meinung von Forschern der Universität Liverpool, Vereinigtes Kön...

Die britische Öffentlichkeit nimmt den Klimawandel nicht ernst genug. Teilweise seien die Gründe dafür darin zu sehen, dass die Medien dem Thema nicht den Stellenwert einräumen, der ihm eigentlich zukommt, so die Meinung von Forschern der Universität Liverpool, Vereinigtes Königreich. Dr. Neil Gavin von der Fakultät für Politik- und Kommunikationsstudien der Universität hat den Eindruck, dass die Medien die Schwere des Klimawandels hervorheben müssen, und dass die eingeschränkte Berichterstattung zu dem Thema eher die Botschaft an die Öffentlichkeit aussende, dass es sich nicht um ein bedeutendes Thema handele, das entschlossenes Handeln erfordert. "Unsere Forschung lässt darauf schließen, dass die Medien diese Themen nicht mit der Ernsthaftigkeit behandeln, die sie nach der Auffassung der Wissenschaftler eigentlich verdient hätten", merkt Dr. Gavin an. Das Forschungsunternehmen Ipsos-MORI stellte fest, dass 50% der Menschen denken, dass zu den Ursachen der globalen Erwärmung noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Aufgrund der begrenzten Breite und eingeschränkten Vielfalt der Medienberichterstattung zum Klimawandel, die tendenziell eher auf seriöse Zeitungen begrenzt sei, werde sich diese Statistik kurzfristig wohl auch kaum verändern. "Der Klimawandel kann deshalb gar nicht hoch genug auf der Medienagenda stehen, um die Art von öffentlicher Anteilnahme zu anzuregen, die zu gemeinschaftlichem politischem Handeln führt. Wenn die Medien weiterhin die Hauptaufmerksamkeit auf die Gesundheit, die Wirtschaft oder Verbrechen richten, so verringern sie damit die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema der weltweiten Klimaveränderungen." "Abnehmende Aufmerksamkeit für den Klimawandel ist dann wahrscheinlicher, wenn Ressourcen eben doch länger ausreichen, die Popularität der Regierung gerade schwindet oder wenn dringendere, nicht mit dem Klimawandel in Verbindung stehende Themen die Regierung zwingen, Ausgaben zu tätigen oder politisches Kapital und Energie anderswo zu investieren", so Dr. Gavin." Trotz des offensichtlichen Mangels an seriöser Berichterstattung in den Medien werden ständig wichtige Forschungsergebnisse zum Klimawandel veröffentlicht. Die neuesten Erkenntnisse des Internationalen Polarjahrs (IPY) 2007-2008, ein auf Antarktis und Arktis ausgerichtetes globales Forschungsvorhaben, bringen neue Beweise zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung in diesen abgelegenen Regionen. Die im IPY-Dokument The State of Polar Research veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Schnee und Eis in beiden Polarregionen schwinden, was zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt. Die Forschung verdeutlicht, dass die globale Erwärmung der Antarktis weitaus stärker voranschreitet als bisher angenommen und das Tempo des Eisverlustes zunimmt. IPY-Forscher haben bei Expeditionen in die Arktis eine noch nie da gewesene Stärke der Meereseis-Drift verzeichnet, die zum Abwandern einiger Arten von Fischen, Vögeln und Säugetieren führt. "Das Internationale Polarjahr 2007-2008 fand uns an einem Scheideweg für die Zukunft des Planeten", zeigt sich Michel Jarraud, Generalsekretär der Weltwetterorganisation WMO der Vereinten Nationen überzeugt. "Das neue Beweismaterial der Polarforschung verstärkt die wissenschaftliche Grundlage, auf der wir zukünftige Maßnahmen aufbauen werden."

Länder

Vereinigtes Königreich

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