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Das A/H1N1-Virus erhebt sein hässliches Haupt in � Schweinen

Deutsche Forscher haben der Pandemie, die derzeit die Menschen bedroht, eine neue Variante hinzugefügt: Das Grippe-Virus A/H1N1 hat sich als höchst ansteckend in Schweinen erwiesen und sich rasch in einer Testpopulation ausgebreitet. Diese Studie wurde im Rahmen des EU-geförde...

Deutsche Forscher haben der Pandemie, die derzeit die Menschen bedroht, eine neue Variante hinzugefügt: Das Grippe-Virus A/H1N1 hat sich als höchst ansteckend in Schweinen erwiesen und sich rasch in einer Testpopulation ausgebreitet. Diese Studie wurde im Rahmen des EU-geförderten Projekts EPIZONE ('Network on epizootic disease diagnosis and control') durchgeführt, das über das Sechste Forschungsrahmenprogramm (RP6) mit 14 Millionen EUR unterstützt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Magazin The Journal of General Virology veröffentlicht. Die Forscher wollten herausfinden, ob eine experimentelle nasale Infektion von Schweinen mit dem neuen Grippevirus zu klinischen Anzeichen und zur Ausscheidung von Viren führt, ob die Infektion Veränderungen bei den T- oder B-Lymphozyten-Subsets zur Folge hat und ob gesunde Schweine und Hühner infiziert werden können. Das Team des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Deutschland hat fünf Schweine intranasal mit dem Grippevirus A/Regensburg/D6/09/H1N1 infiziert. Die Tiere haben daraufhin milde Grippesymptome wie Niesen, Schnupfen und Fieber entwickelt. Anschließend wurden fünf gesunde Schweine und fünf gesunde Hühner in direktem Kontakt zu den infizierten Tieren untergebracht. Während die "Kontaktschweine" innerhalb weniger Tage klinische Symptome ähnlich denen der infizierten Schweine entwickelten, blieben die Kontakthühner gesund. "Die fünf Kontakthühner haben keine klinischen Anzeichen entwickelt, keine Viren ausgeschieden und auch keine Anti-Influenza-Antikörper entwickelt. Offensichtlich gilt die hohe Übertragungskapazität des Virus, die bei den Menschen beobachtet wurde, auch bei Schweinen, nicht jedoch bei Hühnern, da alle Tiere zusammen ohne Käfige in einem Raum untergebracht waren", erklären die Autoren. "Dieses Ergebnis wird auch durch Experimente gestützt, bei denen Hühner direkt mit dem neuen Grippevirus A/H1N1 infiziert wurden. Auch dabei gab es keine klinischen Anzeichen für eine Infektion." Die Forschungen haben gezeigt, dass Schweine empfänglich sind für das neue Grippevirus A/H1N1. Dieses Virus enthält Gensegmente, deren Vorläufer bereits in nordamerikanischen und eurasischen Schweinelinien nachgewiesen wurden, und die Vermutung liegt nahe, dass dieses Virus sich rasch und überaus effizient ausbreiten wird, sobald es einmal in Schweinebestände eingedrungen ist. Wahrscheinlich kann es endemische Infektionen auslösen." Bisher, so Dr. Thomas Vahlenkamp vom FLI, sei noch kein Fall nachgewiesen worden, bei dem sich ein Mensch beim Schwein angesteckt habe. Die Gefahr einer Übertragung dieses Virus vom Menschen auf das Schwein wachse jedoch. Er betonte auch, dass Wissenschaftler und Veterinär- und Gesundheitsbehörden eng zusammenarbeiten müssten, um eine Übertragung vom Menschen auf das Schwein zu verhindern und so auszuschließen, dass Schweine in die Epidemiologie der Pandemie involviert werden. Menschen, bei denen der Verdacht auf Schweinegrippe besteht, sollten den Forschern zufolge den Kontakt zu Schweinen vermeiden. Sie schlugen vor, dass die Gesundheitsbehörden sich rasch auf geeignete Maßnahmen für Schweinebetriebe einigen sollten, in denen bereits eine Infektion mit A/H1N1-Viren festgestellt worden sei. "Außerdem sollten Impfversuche bei Schweinen mit bereits zugelassenen Impfstoffen gegen H1-Viren und gegen das neue A/H1N1-Virus Informationen darüber liefern, ob vorhandene Impfstoffe in der Lage sind, Immunität gegenüber diesem Virus zu erzeugen, vor den klinischen Anzeichen zu schützen und/oder eine Ausbreitung der Viren bei Schweinen zu verhindern", betonten die Wissenschaftler. Diese Experimente helfen, gezielte Programme zur Eindämmung ansteckender Krankheiten zu entwickeln und unser Verständnis der Faktoren zu verbessern, die die Pathogenizität des Virus und die Übertragbarkeit auf Schweine und an der Schnittstelle zwischen Mensch und Tier bestimmen."

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Deutschland

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