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Vorsicht! Ältere Allergiemedikamente könnten krank machen

H1-Antihistaminika der 1. Generation, die bei Allergien eingesetzt werden, können die menschliche Gesundheit gefährden, so das Ergebnis eines aktuellen, in der Fachzeitschrift "Allergy" veröffentlichten Berichts. Der Expertenbericht des EU-finanzierten Europäischen Allergie- u...

H1-Antihistaminika der 1. Generation, die bei Allergien eingesetzt werden, können die menschliche Gesundheit gefährden, so das Ergebnis eines aktuellen, in der Fachzeitschrift "Allergy" veröffentlichten Berichts. Der Expertenbericht des EU-finanzierten Europäischen Allergie- und Asthmanetzwerks (GA2LEN) und der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) befasst sich mit der Frage, ob H1-Antihistaminika noch immer rezeptfrei in Apotheken verkauft werden sollten. Dem Bericht zufolge werden H1-Antihistaminika der ersten Generation - die am häufigsten gegen Beschwerden wie allergischen Schnupfen eingesetzt werden und derzeit noch in Apotheken frei verkäuflich sind, mit verschiedenen gesundheitlichen und sozialen Problemen in Zusammenhang gebracht. Verglichen mit neueren H1-Antihistaminika würden die älteren Wirkstoffe zahlreiche Nebenwirkungen aufweisen, heißt es im Bericht. Dazu zählen u.a. Schlafstörungen, verminderte Leistungs- und Lernfähigkeit, Unfälle durch Benommenheit am Steuer in der Luftfahrt, im Straßenverkehr und auf See, sogar Todesfälle durch Überdosierung bei Kindern seien verzeichnet worden sowie eine erhöhte Suizidgefahr bei Jugendlichen und Erwachsenen. Da mehr als 30 Prozent aller Bürger in Europa und den Vereinigten Staaten potenziell auf medikamentöse Unterstützung durch H1-Antihistaminika angewiesen seien, untersucht der Bericht nun, ob es noch im Sinne der öffentlichen Sicherheit sei, diese Allergiemedikamente weiterhin rezeptfrei zu verkaufen. Seit mehr als 50 Jahren dienen H1-Antihistaminika zur Behandlung von Allergien wie allergischer Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut, im Volksmund auch Heuschnupfen), Urtikaria (Nesselsucht) und atopischer Dermatitis (Ekzem). Generell wird in Wirkstoffe der ersten und zweiten Generation unterschieden: während Antihistaminika der ersten Generation noch sedierend wirken, d.h. benommen und müde machen, wurde dies bei Wirkstoffen der zweiten Generation deutlich reduziert. Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf ein Antigen (Allergen). Obwohl Allergene wie Hausstaubmilben, Pflanzenpollen und Haut- oder Haarschuppen von Tieren an sich eher harmlos sind, können sie allergische Reaktionen auslösen und das menschliche Immunsystem überschießen lassen, was von milden Symptomen wie tränenden Augen oder Niesreiz bis hin zu lebensgefährlichen Zuständen wie anaphylaktischem Schock reicht. Dem Bericht zufolge wirken Antihistaminika der zweiten Generation sehr viel zuverlässiger und effektiver gegen Allergien, und die Patienten würden über deutlich weniger Nebenwirkungen klagen. GA2LEN ist ein EU-finanziertes Exzellenznetzwerk, das mit 14,4 Millionen EUR unter dem Themenbereich "Lebensmittelqualität und -sicherheit" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) finanziert wurde. Am GA2LEN-Netzwerk beteiligen sich Partner aus 26 europäischen Forschungseinrichtungen, u.a. der Europäische Berufsverband der Allergologen (EACCI) und die Europäische Patientenvereinigung für Allergie und Atemwegserkrankungen (EFA). Das Netzwerk untersucht sämtliche Aspekte allergischer Erkrankungen in einem multidisziplinären Ansatz, um die Mechanismen von Allergien besser zu verstehen und die Allergieforschung in Europa zu harmonisieren.

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