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Forscher vom Imperial College erhalten ERC-Fördermittel

Wissenschaftler vom Imperial College London im Vereinigten Königreich haben Fördermittel für etablierte Forscher in Höhe von zusammen mehr als 7,5 Mio. EUR vom Europäischen Forschungsrat (ERC, European Research Council) erhalten. Die angesehenen Stipendien gehen an Professor T...

Wissenschaftler vom Imperial College London im Vereinigten Königreich haben Fördermittel für etablierte Forscher in Höhe von zusammen mehr als 7,5 Mio. EUR vom Europäischen Forschungsrat (ERC, European Research Council) erhalten. Die angesehenen Stipendien gehen an Professor Tim Coulson, Dr. Serafim Kalliadasis, Professor Russell Cowburn und Professor Simon Donaldson für Pionierforschungen in den Bereichen Physik, Mathematik, Biologie und Technologie. Professor Coulson wird eine neue Theorie entwickeln und testen, mit deren Hilfe die Folgen von Umweltveränderungen für natürliche Populationen vorausgesagt werden können. "Dieser Bereich interessiert mich, weil er eine Herausforderung darstellt, weil er sich mit einem großen Ausschnitt befasst und weil er ein wenig umstritten ist", sagte er. "Ich glaube, wenn eine bestimmte Frage mit bestehenden Paradigmen nicht mehr beantwortet werden kann, ist es notwendig, diese in Frage zu stellen. Mit Ablauf dieses Stipendiums hoffe ich ein besseres Verständnis von der natürlichen Welt zu haben, als heute - mich motiviert die Erweiterung des Verstehens. Derzeit haben wir kein gutes Gefühl dafür, wie Populationen auf Umweltveränderungen reagieren werden. Ich möchte einen tieferen Einblick in diese Auswirkungen erhalten", fügte er hinzu. Dr. Kalliadasis arbeitet an mathematischen Modellen, mit denen beschrieben werden kann, wie sich Flüssigkeiten verhalten, wenn sie mit anderen Flüssigkeiten oder festen Oberflächen in Berührung kommen. "Die Art und Weise, wie sich Flüssigkeiten an Übergängen verhalten und wie sie mit festen Grenzen interagieren ist sehr komplex", erklärte er. "Um diese zu verstehen brauchen wir einen synergetischen Ansatz auf der Grundlage einer ausgewogenen Kombination aus Theorie und Berechnung. Einen solchen Ansatz an der Schnittstelle von angewandter Mathematik, Fluiddynamik, chemischer Physik und stochastischer Prozesse gab es bisher noch nicht." Mithilfe seiner Modelle wird Dr. Kalliadasis "Grenzflächenströmungen" auf vielen Ebenen analysieren können - vom mikroskopischen bis zum großen Maßstab. Seine Erkenntnisse sollen in einigen wissenschaftlichen und technologischen Bereichen Anwendung finden, beispielsweise bei der Erforschung von Gravitationsströmungen unter Wasser und in Lavaströmen, bei Prozessen des Hitze- und Massetransports sowie bei vielen technologischen Arbeiten. "Letztlich, so unsere Hoffnung, sollen unsere Modelle Forschern und Ingenieuren maßgeblich dabei helfen, Prozesse und Geräte zu steuern und zu optimieren, unter anderem in der Mikrofluidik, die sich mit Flüssigkeiten beschäftigt, die in winzige Räume eingegrenzt sind, oder auch bei biologischen Fragen wie den Problemen beim Microprinting und bei der Führung von biologischen Zellpopulationen entlang von Flüssigkeitsschwellen", merkte Dr. Kalliadasis an. Professor Russell Cowburn wird mit seinen Fördermitteln Spintronik (die Wissenschaft zur Nutzung des Spins von Elektronen zum Speichern, Verarbeiten und Empfangen von Informationen) studieren, mit dem Ziel neue Mikrochips zu entwickeln, die tausend Mal mehr Daten speichern können als derzeit möglich. Daten werden bei Mikrochips in aktiven Komponenten gespeichert, die sich auf der Oberfläche der Siliziumchips befinden; diese neuen Chips sollen viele aktive Komponenten enthalten, die aufeinander gestapelt sind. "Ich freue mich sehr über diese Fördermittel, denn mit ihrer Hilfe werden wir diese neuartigen Arbeiten aus der Grundlagenphysik auf eine neue Stufe heben, hin zu einer möglichen Kommerzialisierung eines Endproduktes. Wir beginnen mit Physik, die noch gar nicht entdeckt wurde, und schaffen etwas, das am Ende in unserem iPod stecken könnte", sagte Professor Cowburn. Professor Donaldson untersucht komplexe mathematische Probleme im Zusammenhang mit der Stringtheorie (eine Theorie der Teilchenphysik, die besagt, dass subatomare Teilchen aus eindimensionalen Strings bestehen) und Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie. Mit seinem Stipendium werden auch zwei Doktoranden und zwei Postdoc-Forscher gefördert. Mithilfe komplexer Zahlen in algebraischen Gleichungen wird er hochdimensionale Formen beschreiben (ungefähr so, wie man einen Kreis mit einer Gleichung beschreiben kann) und sich mit Gleichungen befassen, die Mathematiker schon seit Jahrzehnten zu lösen versuchen. "Ich hoffe mit diesen Fördermitteln beweisen zu können, dass es Lösungen für diese partiellen Differentialgleichungen gibt", sagte er. "Und sie werden sogar noch mehr bewirken - mit ihnen können wir einige talentierte junge Menschen anwerben, um sie hier am Imperial auszubilden und mit ihnen zu arbeiten. Wir hoffen damit auf das Interesse einiger der besten jungen Mathematiker aus der ganzen Welt zu stoßen." Der Europäische Forschungsrat ist ein neuartiger Bestandteil des Siebten Rahmenprogramms (RP7) unter dem spezifischen Programm "Ideen" und verfügt bis 2013 über ein Budget von 7,5 Mrd. EUR. Sein Ziel ist es, "die besten kreativen Wissenschaftler, Studierenden und Ingenieure, unabhängig von Nationalität und Forschungsbereich" zu fördern und zur Arbeit an einer europäischen Forschungseinrichtung zu ermuntern. Der ERC vergibt Finanzhilfen für etablierte Spitzenwissenschaftler (advanced grants) sowie für junge, aufstrebende Forschungsleiter (starting grants). Seit Beginn seiner Arbeit 2007 hat er mehr als 900 Projekte unterstützt.

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