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Symptome der männlichen Menopause

Von der EU finanzierte Wissenschaftler haben die Symptome ermittelt, die beim Hypogonadismus des alternden Mannes bzw. der Andropause auftreten. Von diesem seltenen Leiden sind etwa 2% der Männer betroffen. Erstmals wurden einer verminderten Testosteronproduktion - dem Schlüss...

Von der EU finanzierte Wissenschaftler haben die Symptome ermittelt, die beim Hypogonadismus des alternden Mannes bzw. der Andropause auftreten. Von diesem seltenen Leiden sind etwa 2% der Männer betroffen. Erstmals wurden einer verminderten Testosteronproduktion - dem Schlüsselfaktor bei der Andropause - neun Symptome zugeordnet. Die siebenjährige Studie war Teil des EMAS-Projekts ("European male ageing study"), dem unter dem thematischen Programm "Lebensqualität und Management lebender Ressourcen" des Fünften Rahmenprogramms (RP5) der EU mehr als 6 Mio. EUR an Fördergeldern bewilligt wurden. Es wird erwartet, dass die Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine erschienen sind, dazu beitragen, den Bedarf an Therapien mit männlichem Testosteron besser beurteilen zu können. Für die Untersuchung hatten Wissenschaftler aus Belgien, Estland, Finnland, Italien, Polen, Schweden, Spanien, Ungarn und dem Vereinigten Königreich insgesamt 3.369 Männer im Alter von 40 bis 79 Jahren aus allen 8 Ländern befragt. Sie stellten den Studienteilnehmern spezifische Fragen zu ihrer sexuellen, körperlichen und psychologischen Gesundheit und ermittelten zudem ihren Testosteronspiegel. Von den 32 potenziellen Symptomen, die das Forscherteam formuliert hatte, standen letztlich nur 9 mit einem geringen Testosteronspiegel in Zusammenhang. Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind folgende drei sexuelle Symptome am ausgeprägtesten: geringeres Auftreten morgendlicher Erektionen; weniger häufig sexuelle Gedanken; erektile Dysfunktion. Zwar können bei einem Patienten auch andere, nicht-sexuelle Symptome auftreten, für eine Andropausendiagnose müssen jedoch ein geringer Testosteronspiegel und alle drei sexuelle Symptome vorliegen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Studienergebnisse Ärzten dabei helfen, das Leiden und den Behandlungsbedarf, insbesondere mit männlichem Testosteron, besser bewerten zu können. Dem Leitautor der Studie, Prof. Fred Wu von der Universität Manchester im Vereinigten Königreich, zufolge geht aus den Forschungsergebnissen hervor, dass die Testosteronbehandlung nur in verhältnismäßig wenigen Fällen, und zwar bei einem vermuteten Androgenmangel, hilfreich sein kann. "Bei vielen potenziellen Symptomen des klassischen Hypogonadismus konnte nämlich kein gleichzeitiger reduzierter Testosteronspiegel festgestellt werden." Die Wissenschaftler konnten darüber hinaus drei körperliche Symptome ermitteln: Unfähigkeit zu intensiver körperlicher Anstrengung (z.B. Laufen oder Heben schwerer Gegenstände); Unfähigkeit zum Gehen über eine Distanz von mehr als einem Kilometer; Unfähigkeit zum Beugen, Knien oder Bücken. Die drei verbleibenden Symptome fallen unter die Kategorie "psychologisch": Energieverlust; Betrübtheit; Müdigkeit. Die Verbindung eines geringen Testosteronspiegels zu diesen sechs Symptomen fiel allerdings schwächer aus als zu den sexuellen Symptomen. Die Auswirkungen weiterer, gemeinhin mit dem Hypogonadismus des alternden Mannes assoziierter Beschwerden - wie Änderungen im Schlafverhalten, schlechte Konzentrationsfähigkeit und ein geringes Selbstwertgefühl - auf den Testosteronspiegel wurden von dem Forscherteam widerlegt. Darüber hinaus ermittelten die Wissenschaftler die Testosteronschwellwerte, unter denen bestimmte Symptome häufiger auftreten. Gleichzeitig mahnen sie aber auch zur Vorsicht, denn die Abweichungen zwischen den Testosteronwerten symptomatischer und nichtsymptomatischer Männer waren nur gering. "Aufgrund der langen Liste nichtspezifischer Symptome, die mit einem Testosteronmangel in Zusammenhang stehen könnten, ist es schwierig, den Hypogonadismus des alternden Mannes eindeutig zu diagnostizieren. Diese Situation wird noch dadurch erschwert", so Prof. Wu, "dass die Häufigkeit selbst äußerst spezifischer sexueller Symptome für einen Androgenmangel auch bei Männern mit einem normalen Testosteronspiegel relativ hoch war." Weiterhin erklärt er, dass es zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer korrekten Andropausendiagnose wichtig war zu überprüfen, ob neben einem geringen Testosteronspiegel auch von den neun Symptomen, für die im Rahmen der Studie eine Testosteronverknüpfung nachgewiesen wurde, alle drei sexuellen Symptome vorlagen. "Die Anwendung dieser neuen Kriterien sollte einer unmäßigen Hypogonadismusdiagnose vorbeugen und die leichtfertige Verordnung von Testosterontherapien für ältere Männer einschränken", hofft Prof. Wu. Die Andropause wird häufig mit Fettleibigkeit und schlechter Gesundheit in Verbindung gebracht. Seit 1999 hat sich die Anzahl der verschriebenen Testosterontherapien in den USA vervierfacht (in keinem anderen Land der Welt ist diese Statistik ähnlich hoch).

Länder

Belgien, Estland, Spanien, Finnland, Ungarn, Italien, Polen, Schweden

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