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Genom des Kakaobaums entschlüsselt

Ein internationales Forscherteam hat das Genom des Kakaobaums (Theobroma cacao) entschlüsselt. Aus Kakaobohnen werden Schokolade, Kakao und Kakaobutter hergestellt. Die Ergebnisse der in der Online-Ausgabe von Nature Precedings veröffentlichten Forschungen könnten helfen, die ...

Ein internationales Forscherteam hat das Genom des Kakaobaums (Theobroma cacao) entschlüsselt. Aus Kakaobohnen werden Schokolade, Kakao und Kakaobutter hergestellt. Die Ergebnisse der in der Online-Ausgabe von Nature Precedings veröffentlichten Forschungen könnten helfen, die Widerstandsfähigkeit des Kakaobaums gegen Dürre und Krankheiten zu verbessern und die Qualität für die Verbraucher zu erhöhen. Der Kakaobaum wächst in südamerikanischen Regenwäldern, wurde erstmals vor 3.000 Jahren von den Olmeken und Maya in Zentralamerika angebaut und ist heute in allen feuchttropischen Ländern beheimatet. Mit einem jährlichen Ertrag von 3,7 Millionen Tonnen sichert Kakao etwa 6,5 Millionen Bauern vor allem in Westafrika das Überleben, wo mehr als 70% des Kakaoertrags der Welt angebaut werden. Die Kakaopflanze hat sich auch in Umweltschutzprojekten als nützlich erwiesen. "Der Kakaobaum wächst auch im Schatten hoher Regenwaldbäume, sodass er sich zur Rekultivierung eignet und die biologische Vielfalt bereichert, während er vielen Bauern auf kleinbäuerlichen Plantagen das Überleben sichert", erklären die Forscher. Allerdings ist der wertvolle Baum anfällig gegenüber Schädlingen und Pilzen, was weltweit etwa 30% aller Ernteverluste verursacht und den Bauern arg zu schaffen macht. In der jüngsten Studie wurde das Genom des Kakaobaums der Varietät Criollo aus den Maya Mountains entschlüsselt. Criollo war der erste Kakaobaum, der kultiviert wurde, und seine weißen Bohnen geben einen "feinen, aromatischen, kaum bitteren Schokoladengeschmack", wie die Forscher beschreiben. Noch heute sind ursprüngliche, reinerbige Criollos in Maya-Gebieten zu finden. Identifiziert wurden Genfamilien, die Geschmack und Widerstandsfähigkeit des Kakaos beeinflussen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, trockenheits- und krankheitsresistentere Kakaobäume zu züchten, höhere Erträge zu erzielen und ein qualitativ hochwertigeres Endprodukt herzustellen. "Mit der Genomentschlüsselung muss nicht mehr soviel dem Zufall überlassen werden wie beim herkömmlichen Pflanzenanbau", kommentiert Howard-Yana Shapiro des an der Gensequenzierung beteiligten Schokoriegelherstellers Mars den Forschungsdurchbruch. "Kakao, von einigen Forschern als 'Orphan Crop' bezeichnet, gilt als eine Art Stiefkind unter den Agrarprodukten, dem bisher nur wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit gewidmet wurde im Vergleich zu anderen Agrarpflanzen wie Mais, Weizen und Reis. Die Forschungsarbeit wird schnelle und zielgenaue Züchtungen auf natürlichem Weg ermöglichen, um mit hochmodernem wissenschaftlichen Know-how einer bislang vernachlässigten Pflanze, aber auch vernachlässigten Bevölkerung, zum Wohlstand zu verhelfen." Das Fazit der Forscher lautet: "Die vielen Daten aus dem Projekt könnten den Status und das potenzielle Interesse der Wissenschaftler an der tropischen Pflanze drastisch verändern. Wir hoffen, damit den Anreiz für weitere Forschungsinvestitionen gegeben zu haben. Die weitere Erforschung des Kakaobaums als 'Nahrung der Götter', dessen zauberhafter Geschmack seit den Maya und Azteken die Welt erobert hat, wird den Entwicklungsländern zugute kommen, für die Kakao eine große wirtschaftliche Bedeutung hat."

Länder

Brasilien, Côte d’Ivoire, Frankreich, Südkorea, Vereinigte Staaten, Venezuela

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